Lokalsport

VfL: Nur ein riesiger Kraftakt hilft

Fußball-Verbandsligist VfL Kirchheim steht nach dem lockeren Pokalerfolg beim B-Liga-Club Jahn Göppingen (10:1) gegen den Ex-Bundesligisten SSV Ulm 1846 heute Abend (Anpfiff: 19 Uhr) vor einer reizvolleren, aber ungemein schwierigeren Aufgabe.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Es ist so gekommen, wie es sich die VfL-Anhängerschaft und Spielertrainer Michael Rentschler gewünscht hatten. Nicht nur die Kirchheimer Kicker machten ihren Job in der ersten Runde des WFV-Pokals an der Fils gut, rund 80 Kilometer entfernt an der Iller ließ sich auch der SSV Ulm vergangenen Samstag zeitgleich nicht groß aus der Ruhe bringen. Vor rund 800 Zuschauern siegte das Team von Trainer Marcus Sorg beim Landesliga-Aufsteiger FV Senden 3:0 . Besonders gut in Schuss präsentierten sich dabei die SSV-Neuzugänge Andreas Mayer (kam vom TSV Crailsheim) und Benjamin Barth (Heidenheimer SB), die zwei- beziehungsweise einmal trafen.

Somit kommt es für den VfL wieder einmal zum Aufeinandertreffen mit dem früheren Regionalliga-, Oberliga und Verbandsligarivalen. In letztgenannter Klasse standen sich beide Clubs an der Jesinger Allee einmal, am 19. Oktober 2001, gegenüber. Es war das letzte Punktspielduell der beiden schwäbischen Clubs. Über 1100 Besucher erlebten damals an der Jesinger Allee ein Spiel auf sehr gutem Liganiveau, das mit einem gerechten 1:1 endete. Und noch etwas Nostalgie: Unvergessen das dramatische und ebenfalls teils hochklassige WFV-Pokalendspiel von 1997, als der SSV Ulm in Eislingen durch einen Treffer von Trkulja die Kirchheimer nur hauchdünn besiegte und in den DFB-Pokal einzog. Der VfL tröstete sich damals mit der Oberligameisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga über den verpassten Pokalerfolg hinweg.

Egal, wann Kirchheimer und Ulmer in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Klingen kreuzten, immer bekamen es die meist favorisierten Ulmer mit einem hochmotivierten Gegner namens VfL zu tun. Über sich hinauswachsen: Darin liegt wohl auch im aktuell anstehenden Zweitrundenmatch des WFV-Pokals die einzige Chance für die Kirchheimer. Nach dem tiefen Fall des SSV, verbunden mit dem tiefen Fall Verbandsliga, entwickelt sich nämlich an der Donau langsam aber sicher wieder ein Team mit Regionalligaformat. In der vergangenen Saison stand der Ulmer Rückkehr in die dritte Liga lediglich der überragende Karlsruher SC II im Wege. Doch mit der Vizemeisterschaft wollen sich die SSV-Veranwortlichen in dieser Saison nicht mehr zufrieden geben.

Für beide Clubs beginnt am kommenden Wochenende die Punktrunde. Die Ulmer müssen dabei schon am Freitagabend in Crailsheim ran - der Grund übrigens, warum die WFV-Pokalpartie in Kirchheim von Mittwoch auf heute Abend vorverlegt werden musste. Einen Tag später beginnt auch für den VfL mit der Heimpartie gegen Fast-Aufsteiger Olympia Laupheim der Ernst des Ligaalltages. Einer der VfL-Hoffnungsträger für die kommende Punktrunde dürfte von Beginn an auflaufen: Rückkehrer Ferdi Er ist nach seinem schmerzfreien 90-Minuten-Einsatz beim 10:1 unterm Hohenstaufen zweifellos gesetzt.

Mit mindestens 500 Zuschauern rechnen die VfL-Verantwortlichen an der Jesinger Allee, allein rund 200 SSV-Fans werden sich per Auto oder Bahn aus der Donaustadt Richtung Teckregion aufmachen.

VfL: Volber - Fuchs, Rentschler, Eisenhardt, Siopidis - Isci, Grimm, Er, Polat - Erenler (Singh), Klon.