Lokalsport

VfL nur mit neun

Den ersten Auswärtssieg wollen die Kirchheimer Regionalliga-Basketballer am Sonntag beim Aufsteiger SG Mannheim einfahren (Spielbeginn: 17.30 Uhr in der Neckarstadthalle). Auf den VfL wartet ein hartes Stück Arbeit.

KIRCHHEIM In der stärksten Regionalliga aller Zeiten gibt es keine leichten Spiele. Schon gar nicht für den Titelverteidiger. Jeder Gegner ist besonders motiviert. Handelt es sich dann auch noch um einen Aufsteiger, der sein allererstes Heimspiel in der neuen Klasse absolviert, ist Alarmstufe eins angesagt: Die SG Mannheim, die sich nach der Oberliga-Meisterschaft des TSV aus der Fusion mit Post Mannheim bildete, ist heiß bis in die Haarspitzen.

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Die Kurpfälzer rechnen sich etwas aus, und das sind keine Hirngespinste. "Ich denke, dass wir Chancen haben, obwohl wir natürlich Außenseiter sind", meint Coach Peter Eberhardt, der das Team in die Regionalliga führte, die zwei Talente Komarek und Kuppe zu Jugendnationalspielern machte und maßgeblich an der Gründung der Spielgemeinschaft beteiligt war. Keine Frage: Die Mannheimer gehen mit breiter Brust in dieses Spiel.

Am vergangenen Sonntag gewann die SG das Derby bei der KuSG Leimen gleich mit 84:62. Nach der erwarteten 54:87-Niederlage beim Aufstiegsfavoriten KGJ Schwenningen war dies der erste Regionalligasieg. Überragend dabei der einzige echte Neuzugang der SG, Christian Stoll. Der Aufbauspieler musterte in Leimen aus und führt nun die Mannheimer an.

Ansonsten spielen ausschließlich TSVler und Postler im Team. Wie zum Beispiel die beiden Peruaner Aldo und Ignacio de Ferrari. Die 2,08 Meter und 2,07 Meter großen Südamerikaner studieren an der Uni Heidelberg. Aldo ist seit zwei Wochen von einem Praktikum aus Peru zurück und wird sicherlich das erste Mal auflaufen, sein Bruder Ignacio kam erst in dieser Woche und muss erst einmal integriert werden. Eberhardt: "Beide sind nicht gerade breit, aber technisch sehr gut ausgebildet. Zudem können sie innen und außen spielen. "Beim Sieg gegen Leimen punkteten Dreier-Spezialist Hollenkamp, Kapitän Andreas Steckbauer, Christian Weisenburger (alle 18) und Christian Stoll (17) 71 der 84 Punkte, sodass VfL-Coach Theo Leftakis schon ahnt, was auf ihn zukommt. "Wir dürfen Mannheim auf gar keinen Fall unterschätzen", gibt der Trainer die Devise aus.

Nicht zur Verfügung stehen dem VfL James Hayden, der das letzte Spiel seiner Sperre absitzt, und Wilu Lenger, der beim Training mit zwei gerissenen Bändern im Sprunggelenk und einem Gips am linken Bein erschien. Mit seinem Comeback kann wohl erst nach der kurzen Spielpause in den Herbstferien gerechnet werden, wenn am 13. November der MTV Stuttgart nach Kirchheim kommt.

Ebenfalls länger pausieren muss VfL-Neuzugang Michael Weiß, dessen Probleme sich als Muskelriss inklusive Anriss der Achillessehne herausstellten. Nach dem Abgang von Marcel Zeitler stehen Kirchheims Trainer Theo Leftakis aus dem ehemals 13 Spieler starken Kader derzeit also nur neun Akteure zur Verfügung, mit Willu Lenger und James Hayden fehlen zwei der ersten sechs Akteure im Aufgebot. Kein Anlass also, überheblich zu werden und das Gastspiel beim Aufsteiger am Sonntag auf die leichte Schulter zu nehmen. Schließlich kommt noch hinzu, dass der Meister immer noch seine Form sucht und bisher in zwei Spielen nicht überzeugen konnte.

Für Schlachtenbummler gibt es übrigens die Chance, das Kirchheimer Team bei diesem wichtigen Auswärtsspiel tatkräftig zu unterstützen: Im Fanbus, der am Sonntag um 14.45 Uhr an der Sporthalle Stadtmitte abfährt, sind noch reichlich Plätze frei (Anmeldung über 07021/41219 oder ulrich@tangl.de). Wird der Bus nicht voll, muss die Fahrt aus finanziellen Gründen allerdings ausfallen.

mad

VfL Kirchheim:

Bouwmeester, Bruck, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lukic, Reiter, Stifel, Tsouknidis.