Lokalsport

VfL probt den Ernstfall

Mit dem Auswärtsspiel in Karlsruhe am morgigen Sonntag (15.30 Uhr) beginnt für die Kirchheim Knights nach drei leichten Auftaktspielen endgültig der Ernst des Alltags in der Basketball-Regionalliga: die Badener als erster echter Prüfstein für einen VfL mit Titelambitionen.

KIRCHHEIM Verhaltener Optimismus kennzeichnet die Lage beim Tabellenführer der Regionalliga Südwest-Süd. VfL-Coach Theo Leftakis drückte das drei Tage vor dem Spiel beim SSC Karlsruhe am morgigen Sonntag (Otto-Hahn-Gymnasium, Im Eichbäumle 1) so aus: "Wir sind ganz zuversichtlich. Wir haben eine gute Chance, zu gewinnen, wenn wir die gleiche Verteidigung wie zuletzt spielen und vorne vorsichtig, ohne zu viel Ego-Zockerei agieren." Nach drei Spieltagen und hohen Siegen gegen Kellerkinder führen die Knights zusammen mit dem ebenfalls noch verlustpunktfreien Titelverteidiger KGJ Schwenningen wegen des besseren Korbverhältnisses (+107 zu +43) die Liga an. Ein Sieg beim SSC Karlsruhe (4:2 Punkte) würde diese Position zementieren.

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Doch der Gegner zeigt sich ebenfalls in guter Form. Nach der unglücklichen 94:97-Auftaktniederlage beim Aufsteiger FV Weißenhorn, als der inzwischen entlassene Al Elliott für den FV den Unterschied ausmachte, gelangen zwei überzeugende Siege: zu Hause gegen den TV Rastatt-Rheinau (96:80) und bei der SG Heidelberg-Kirchheim (86:75). Bei dieser "Schlacht" (SSC-Coach Drazan Salavarda) verletzte sich allerdings einer der wichtigsten Spieler: Thorsten Raquet knickte schlimm um, sein Knöchel ist seitdem so geschwollen, dass noch nicht einmal eine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte. Auf jeden Fall wird der Center für einige Wochen ausfallen. Salavarda: "Mit Thorsten wären unsere Chancen sehr gut gewesen. Jetzt habe ich ein bisschen Sorgen, wie wir uns unter dem Korb schlagen werden."

Dort stehen der Ex-Kirchheimer Bernd Hübner (2,03 Meter) und Teo Simovic (2,04 Meter). Zwei starke Spieler, die gegen den Kirchheimer Chuks Neboh (2,12 Meter) jedoch fast etwas zu kurz geraten erscheinen. Hübner, der vergangenes Jahr aus Studiengründen nach Karlsruhe gewechselt war und beim Oberliga-Dritten TSV Berghausen eine ordentliche Saison spielte, hat in den drei Spielen bisher noch nicht die ganz großen Akzente setzen können. Jeweils acht Punkte in Weißenhorn und Heidelberg, zwei zu Hause gegen Rastatt. Simovic überzeugte mit 16 Punkten zum Auftakt, legte 22 gegen Rastatt nach und war auch in Heidelberg (17) einer der Besten.

Kein Grund also für den VfL, nur auf die Größenverhältnisse zu schauen und sich dabei in Sicherheit zu wiegen. Schließlich hat der SSC auch auf den "kleineren" Positionen einiges zu bieten: Teamleader Thorsten Kustos kommt nach seiner schweren Handverletzung vom vergangenen Frühjahr, die den SSC den Platz in der Aufstiegsrunde kostete, langsam wieder in Fahrt. Salavarda: "Er ist noch nicht in bester Verfassung, aber er wird von Woche zu Woche stärker." Nicht übersehen darf man natürlich auch die Bundesligaspieler Matthias Kann (20) und vor allem Luka Popovic (21). Der kroatische U21-Nationalspieler trainiert wie Kann und Simovic beim Erstligisten BG Karlsruhe und tritt mit einer Zweitlizenz für den SSC an. Beide waren bisher zusammen mit Simovic (18,3 im Schnitt) die Topscorer der Karlsruher, erzielten 19,3 (Kann) und 15 Punkte (Popovic) pro Spiel.

Doch jenseits aller Zahlen: Jedem einzelnen beim VfL ist die Bedeutung dieser Partie bewusst. Im Training wurde deutlich, dass zusätzlich ein paar Prozent an Konzentration und Einsatz investiert wurden. Sorgen machen derzeit einzig noch die Magenverstimmung von Kai-Uwe Kranz, die ihn doch körperlich schwächte, und die Achillessehne von Nenad Lukic. Bei beiden hofft Leftakis jedoch, dass sie am Sonntag wieder fit sind.

Wer sich das Spektakel vor Ort anschauen will, kann sich noch immer einen Platz im Fanbus sichern (Anmeldung unter 07021/4 12 19 oder unter ulrich@tangl.de). Der Bus fährt am Sonntag um 13.30 Uhr von der Sporthalle Stadtmitte ab.

mad

VfL Kirchheim:

Atsür, Goehrke, Hayden, Hountondji, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Lukic, Neboh, Tsouknidis.