Lokalsport

VfL psychologisch im Vorteil

Der Gedanke ist verlockend: Gelingt dem VfL auch am morgigen Samstag gegen die SpVgg Au (Anpfiff: 15.30 Uhr) ein Heimerfolg, hätten die Teckstädter innerhalb weniger Tage bereits das zweite, hinter ihnen platzierte Team vorerst abgeschüttelt.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Wenn an der Jesinger Allee morgen um 15.30 Uhr der Anpfiff zur Verbandsliga-Partie zwischen dem VfL und der SpVgg Au erfolgt, ist die Erwartungshaltung des heimischen Publikums gewiß nicht gering. Denn nach den jüngsten Offensivfestivals gegen den SV Fellbach (8:1) und FC Eislingen (6:3) geht es auch morgen wieder gegen einen Club aus den unteren Tabellenregionen. Nur fünf Punkte haben die Gäste auf dem Konto, der VfL doppelt so viele.

Es spricht also einiges dafür, dass die Kirchheimer auch in diesem Match die volle Punkternte einfahren wäre da nicht das permanente Lob, das die Auer regelmäßig von ihren (zuletzt meist siegreichen) Gegnern bekommen. Erst am vergangenen Wochenende unterwarf der Club aus Bayern den SV Bonlanden einem speziellen Härtetest: Der SVB, zu Hause bekanntlich eine Bank, mühte sich zu einem 3:2 über die SpVgg. Bonlandens Abteilungsleiter Kurt Adam war danach sogar regelrecht geschafft. "Ich bin froh, dass wir gewonnen haben", so der Filderstädter Funktionär, "denn die Auer waren ein starker Gegner."

Für Kirchheims Trainer Michael Rentschler sind im Vorfeld gleich mehrere knifflige Fragen zu lösen. Ob er beispielsweise die Rückkehrer Ferdi Er und Mario Grimm von Beginn an auflaufen lässt, oder zunächst auf die erfolgreiche Anfangsformation des zurückliegenden Heimspiels gegen den FC Eislingen setzt. Zudem ist fraglich, ob gegen die stärker als der FCE einzuschätzenden Auer ein ähnlicher Hurra-Stil praktiziert werden kann, wie zuletzt falls der Gegner jenen überhaupt zulässt. Immerhin gestattete die SpVgg dem SV Bonlanden am vergangenen Wochenende zumindest eine Halbzeit lang keine herausgespielte Torchance.

Die Auer, trainiert vom früheren Ulmer Bundesliga-Profi Markus Pleuler und dem einstigen VfL-Schlussmann Heiko Lepadusch, stehen jedenfalls in Kirchheim schon mächtig unter Druck. Die ernüchternde Bilanz aus den vergangenen sechs Partien: Fünf Niederlagen, ein Remis. Der VfL holte jüngst zumindest vier Zähler aus zwei Spielen. Der psychologische Vorteil liegt somit zunächst bei den Kirchheimer Gastgebern. In einer Saison, in der möglichweise rund ein Drittel der Clubs absteigen wird, müssen sie diesen Vorteil in einer Heimpartie schlichtweg nutzen.