Lokalsport

VfL-Riege verabschiedet sich mit einer Punktlandung

Kirchheimer Kunstturnerinnen belegen am letzten Bundesliga-Wettkampftag den ersehnten siebten Platz

Mit dem siebten Platz am letzten Wettkampftag hat das Unternehmen Bundesliga für die VfL-Kunstturnerinnen einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Den Abstieg konnte die Mannschaft erwartungsgemäß zwar nicht verhindern, das Ergebnis macht jedoch Mut für die kommende Saison in der zweiten Liga.

Veitshöchheim. Obwohl die wesentlichen Entscheidungen in Richtung Finale, das Anfang Dezember in Heidelberg stattfindet, schon fest standen, galt es am Samstag vor den Toren nochmals Flagge zu zeigen. Trotz besiegeltem Abstieg wollte sich die Kirchheimer Riege mit Anstand aus der Eliteliga verabschieden. Das Trainergespann Michaela Pohl und Jochen Weber gaben als Ziel Platz sieben aus. Die Voraussetzungen dafür waren gut: Zum ersten Mal nach ihrer Verletzungspause konnte Adina Hausch ins Wettkampfgeschehen eingreifen.

Der VfL begann den Wettkampf am Boden – neben dem Sprung das Paradegerät der Mädchen. Pia Pohl zeigte als erste Turnerin eine solide Leistung, leider mit einem kleinen Fehler bei der Doppelschraube, so- dass 11,25 Punkte am Ende auf der Anzeigetafel standen. Lisa Kiedaisch setzte den Wettkampf mit einer 10,75- Wertung fort. Als dritte Starterin griff die Innsbruckerin Hanna Grosch ins Geschehen ein. Sie zeigte eine dynamische Übung mit verschiedenen Schraubensalti und erreichte 12,00 Punkte. Den Abschluss am Boden machte Dorothee Henzler: Ausdrucksstark präsentierte sie ihre Übung, beginnend mit einer zweieinhalbfachen Schraube. Leider fehlte ihr nach einjähriger Wettkampfpause am Ende die Luft, sodass sie beim letzten Übungsteil stürzte – 11,50 Punkte standen damit zu Buche.

Nach dem ersten Gerätedurchgang belegte das Kirchheimer Team mit 45,50 Punkten Platz fünf. Kein Polster, auf dem man sich ausruhen durfte, denn die schwächeren Geräte wie Barren und Balken standen noch auf dem Programm. Pia Pohl und Lisa Kiedaisch brachten am Sprung jeweils einen Tsukahara sicher in den Stand und erhielten 12,45 und 11,70 Punkte dafür. Dorothee Henzler und Hanna Grosch zeigten einen Überschlag mit Salto vorwärts. Wertungen von 12,85 und 13,05 waren der verdiente Lohn dafür. Mit 50,05 Punkten knackten die Kirchheimerinnen die magische 50-Punkte-Marke und festigten nach dem zweiten Durchgang den fünften Platz mit 95,55 Punkten.

Am Stufenbarren ging Alina Binder als erste an den Start – 7,55 Punkte, mehr waren nicht drin. Nach einer gelungenen Kür mit einem Doppelsalto-Abgang gebückt in den sicheren Stand legte Dorothee Henzler mit 11,40 Punkten nach. Als dritte Starterin stieg Adina Hausch ins Wettkampfgeschehen ein. Trotz ihrer langen Pause zeigte die erst 13-Jährige keine Nerven und bot eine souveräne Vorstellung, die mit 10,20 Punkten belohnt wurde. Hanna Grosch als amtierende Österreichische Meisterin am Stufenbarren ließ als letzte Starterin nichts mehr anbrennen. Mit Flugteilen und Doppelsalto gebückt als Abgang erfüllte sie alle Anforderungen und erhielt mit 12,75 Punkten die höchste Wertung für den VfL am Stufenbarren. In der Gesamtabrechnung erreichte Kirchheim an diesem Gerät 41,90 Punkte, dank des Einsatzes von Adina Hausch, im Vergleich zu den früheren Wettkämpfen, ein sehr gutes Ergebnis. Trotzdem fiel die Mannschaft auf den siebten Platz zurück. Den galt es nun am Schwebebalken zu halten. Diesmal startete Adina Hausch den Durchgang. Wie am Barren blieb sie ruhig und holte 10,75 Punkte für ihr Team. Caro Riethmüller, die sonst als sichere Balkenturnerin gilt, musste das Gerät zweimal verlassen und sich mit einer 8,20 zufrieden geben. Dorothee Henzler bügelte die Schwächen ihrer Mannschaftskollegin jedoch wieder aus: Ohne Absteiger beendete sie ihre schwierige Übung und erhielt mit 12,15 Punkten die beste Kirchheimer Note an diesem Gerät. Hanna Grosch musste leider ebenfalls zweimal vom Balken absteigen, erhielt aber durch den hohen Schwierigkeitsgrad der Übung noch 11,50 Punkte.

Nach 16 Einzelübungen und fast drei Stunden Wettkampf legte die Kirchheimer Riege eine sichere Punktladung hin: 180,05 Punkte bedeuteten am Ende zehn Zähler Vorsprung auf die achtplatzierte Manschaft aus Mannheim.

Wie gravierend sich der Ausfall einer Leistungsträgerin in der Mannschaft auswirkt, zeigte sich beim Kölner Team, das durch das Fehlen der verletzten Oskana Chusovitina auf einem enttäuschenden sechsten Platz, unmittelbar vor Kirchheim landete. Ganz oben auf dem Siegerpodest standen die Turnerinnen des TV Hoffnungsthal. Mit 209,30 Punkten setzten sie sich knapp vor dem EnBW TT Stuttgart-Ulm (208,80 Punkten) durch. Mit diesen beiden Mannschaften messen sich die Turnerinnen aus Chemnitz-Altendorf und Köln in drei Wochen im Finalwettkampf in Heidelberg. as

Anzeige
Anzeige