Lokalsport

VfL unterstreicht Anspruch auf Spitzenplatz

Die Kirchheimer Verbandsligaturner bleiben weiterhin auf Erfolgskurs. In einem packenden Kampf rang das VfL-Team die Konkurrenten aus Wernau mit 128,15:123,85 Punkten nieder. Die Revanche für die Niederlage in der vergangenen Saison war damit geglückt.

HEIKO PAUL

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KIRCHHEIM Während der VfL weiter an der Spitze mitturnt, steht der TSV Wernau nach der zweiten Niederlage in Folge immer noch im Tabellenkeller. Die Konrad-Widerholt-Halle war am Samstag Schauplatz eines Verbandsligawettkampfes, der die Weichen für den weiteren Weg beider Teams in dieser Saison stellen sollte. Kirchheim konnte mit einem Sieg seinen Anspruch auf einen Spitzenplatz untermauern, Wernau hingegen würde, nachdem der erste Wettkampf gegen den TSV Göllsdorf verloren gegangen war, mit dem Rücken zur Wand stehen. Es stand also einiges auf dem Spiel, die Nerven der Aktiven waren angespannt.

Ruhig bleiben hieß die Devise. Da war es alles andere als glücklich, dass gleich am ersten Gerät dem Boden nur drei Kirchheimer antreten konnten, eine Streichwertung war damit nicht möglich. Moritz Pohl im Skilandheim, David Schneider im letzten Training am Fuß verletzt, da blieb dem dritten Youngster Simon Paul trotz einer schmerzhaften Zerrung nichts anderes übrig, als für die Kirchheimer den Wettkampf zu eröffnen. Er ging mit dem Druck gut um, und brachte seine Übung sicher durch. Glücklicherweise wieder dabei: Oldie Jochen Weber zeigte als zweiter VfL-Turner Gegnern und Zuschauern, auf welch hohem Niveau in Kirchheim in der Verbandliga geturnt wird. 7,6 Punkte bedeutete die zweithöchste Wertung am Boden. Mit 8,85 Punkten, der höchsten Wertung des ganzen Abends, brachte dann André Schaich sein VfL-Team mit 2,25 Punkten in Front, er bot Akrobatik vom Feinsten.

Am Pauschenpferd galt es, den Vorsprung zu halten, denn mit Joachim Fauth und Georg Burghart hat das Wernauer Team zwei routinierte Turner, die den VfL-Cracks oftmals schon große Rückstände beschert hatten. Simon Paul kommt immer besser damit zurecht, als erster ans Gerät zu müssen: Diesmal klappte sogar die Tschechenkehre. Markus Benz und André Schaich waren nach Absitzern nur wenige Zehntel stärker, sodass das Mannschaftsergebnis bei 17,60 Punkten blieb. Doch auch bei den Wernauern blieb das Pferd störrisch, sie erreichten insgesamt nur 0,5 Punkte mehr. Kirchheim führte damit weiterhin.

Stephan Frey schuf an den Ringen die Grundlage für ein gutes Mannschaftsergebnis. Dass André Schaich und Andreas Mahler, er erhielt mit 8,0 Punkten die Höchstwertung, mit Kraft und Technik glänzen, ist nicht Neues. Die Überraschung war aber Markus Benz, der sich auf Anhieb in die Wertung turnte. Weitere 2,75 Punkte legte Kirchheim zwischen sich und den Gegner. Wieder nur zu dritt trat die Heimmannschaft beim Sprung über den Tisch an. Wettkampfhärte zeigten David Schneider und Simon Paul bei ihren Überschlägen mit ganzer Schraube, mit einem Überschlag mit anschließendem Salto vorwärts segelte André Schaich über den Tisch. Die drei Schüler boten damit den Gästen aus Wernau paroli, das Gerät ging nur ganz knapp an die Nachbarn.

Am Barren drehten die Kirchheimer den Spieß um: 0,15 Punkte mehr als der Gegner brachten Jochen Weber, André Schaich und mit der besten VfL-Barren-Übung Andreas Mahler aufs Punktekonto. Die Gerätewertung ging damit wieder an Kirchheim. Mit einem sicheren Vorsprung ging es dann ans letzte Gerät, das Reck. Hier hat der VfL in der Verbandsliga keine Gegner zu fürchten, zumal die Übungen nicht nur spektakulär sind, sondern auch sehr sicher vorgetragen werden. Ein geschlossenes Mannschaftsergebnis dann für das VfL-Team, aus dem Jochen Weber mit 7,75 und André Schaich mit 8,45 Punkten herausragten. Auf 4,3 Punkte war der Vorsprung des VfL nach dem Reck gegen das sympathisch auftretende Team aus Wernau angewachsen, die anschließend sogar beim Geräteabbau mithalfen. Drei VfL-Turner hatten einen Sechskampf bestritten, waren also an allen Geräten angetreten: Hier siegte André Schaich vor Georg Burghart und Joachim Fauth (beide Wernau).

Gegen den Wernaubezwinger TSV Göllsdorf werden die Punkte am nächsten Wochenende noch höher hängen, doch die bewährte Kirchheimer Mischung aus Routiniers und jungen Turnern wird dem Favoriten, der mit ehemaligen Bundesligaturnern antritt, auf jeden Fall einiges abverlangen.