Lokalsport

VfL-Basketballer mit Fehlstart ins neue Jahr

Das ging heftig in die Hose: Bei der heimstarken SG Heidelberg-Kirchheim kassierten die Regionalliga-Basketballer des VfL Kirchheim mit 73:76 (34:36) die erste Niederlage nach vier Siegen.

HEIDELBERG Es sollte der erfolgreiche Start in ein noch erfolgreicheres Basketball-Jahr werden. Doch der VfL unterschätzte die SG Heidelberg-Kirchheim, die über weite Strecken hervorragend spielte. Unter dem Strich tat die 73:76-Niederlage weh und wird es noch einige Zeit tun. Denn der VfL hätte, begünstigt durch die Karlsruher 60:78-Niederlage in Schwenningen, nicht nur mit dem Tabellenführer gleichziehen können. Nein, die Teckstädter verspielten womöglich für längere Zeit eine günstige Ausgangsposition im Kampf um einen der beiden Plätze in der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga.

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Die Frage nach den Gründen für die Niederlage hat viele Antworten. Zum Beispiel die fehlende Form von Ross Jorgusen, der sein schwächstes Saisonspiel ablieferte. Oder die indiskutablen Quoten von der Freiwurflinie (13:27, 48 Prozent) und von der Dreipunkte-Linie (2:14, 14 Prozent). Oder das schlechte Umschalten von Angriff auf Abwehr, das den Gastgebern 15 (!) Korbleger gestattete.

Vom ersten Sprungball an wirkten die Kirchheimer alles andere als frisch, lagen nach drei Minuten 3:9 zurück. Gründe dafür? Vielleicht das Unterschätzen des Gegners, vielleicht die mentale Überforderung durch drei Spiele in vier Tagen (Testspiele am Mittwoch und Donnerstag), vielleicht zu wenig Training. Die Schiedsrichter Röckle und Niedrig pfiffen in dieser Phase fast jede Abwehr-Aktion der hoch motivierten Gastgeber als Foul, sodass der VfL durch 6:11-Freiwürfe zu Punkten und zum 10:9 (6.) kam.

Acht Punkte von James Hayden, an diesem Abend bester Kirchheimer, im zweiten Viertel verhalfen zum erträglichen Pausenstand von 34:36, nachdem es zwischendurch schon 20:30 (15.) gestanden hatte. Ausgerechnet der zweitbeste VfL-Crack, Bill Goehrke, der mit 16 Rebounds einen Saisonrekord aufstellte, startete mit zwei Fehlern ins dritte Viertel (34:40), und wieder begann die Aufholjagd von neuem.

Vor dem Schlussviertel stand es 48:56, nach Ladehemmung auf beiden Seiten drei Minuten später sogar 48:60, als doch noch einmal ein Ruck durch die Leftakis-Truppe ging. Einige Ballgewinne, ein paar Fastbreaks, ein Kai-Uwe Kranz, der Verantwortung übernahm sowie ein Ross Jorgusen, der drei Assists verteilte: Fünf Minuten später war der 64:64-Ausgleich geschafft. In den letzten spannenden 90 Sekunden vergab Nenad Lukic seinen zweiten Freiwurf (67:68). Bouwmeester sicherte sich den Offensivrebound, worauf Jorgusen zum Korb zog und gefoult wurde, der Pfiff blieb jedoch aus. Auf der anderen Seite gelang den Heidelbergern der vorentscheidende Dreier zum 71:67 durch Matthias Michelmann die Partie war gelaufen. Was folgte, waren die restlichen Körbe zum 76:73-Endstand.

Bis zum nächsten Spiel am Samstag gegen die SG Mannheim heißt die Kirchheimer Devise "Wunden lecken". Noch kann das Saisonziel aus eigener Kraft erreicht werden.

mad

Stenogramm

VfL Kirchheim:

Bouwmeester (3), Goehrke (8), Hayden (13), Jorgusen (9/1), Kranz (22/1), Lenger, Lukic (13), Stifel, Tsouknidis (5).SG Heidelberg-Kirchheim:

Wolf (19), Natto (18), Michelmann (11/3), Arns (10), P. Rittinger (9), Arnold (4), J. Rittinger (3/1), Konate (2).Dreier:

2 (VfL), 4 (SGK).Fouls:

18 (VfL), 18 (SGK).Freiwürfe:

13:27, 48,1 Prozent (VfL) 14:18, 77,7 Prozent (SGK).Viertel (SGK-VfL):

19:14, 17:20, 20:14, 20:25.Schiedsrichter:

Frank Niedrig (Walldorf) und Ingo Röckle (Leonberg).Zuschauer:

70.