Lokalsport

VfL-Freudentänze nach spätem 1:1

Überraschender Auswärtspunkt trotz großer personeller Probleme: Oberligist VfL Kirchheim hat sich durch ein Tor kurz vor Abpfiff ein 1:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim II gesichert.

KLAUS-DIETER LEIB

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ZUZENHAUSEN Erst in der letzten Spielminute gelang Kirchheims Mittelfeldakteur Ferdi Er nach exzellenter Vorabeit durch Feriz Meha der viel umjubelte Ausgleich. Nach dem Schlusspfiff der gut leitenden Schiedsrichterin Christine Beck gab es auf der Sportanlage des FC Zuzenhausen bei VfL-Fans und Spielern kein Halten mehr, es gab regelrechte Freudentänze auf dem Kunstrasenplatz.

Der Grund für die Ausgelassenheit war zum einen natürlich, dass Ferdi Er Sekunden vor dem Abpfiff den Treffer erzielt hatte, zum anderen aber auch, dass dieses Tor trotz Unterzahl gelungen war VfL-Kapitän Mario Grimm hatte in der 89. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen.

Gelingt dem VfL Kirchheim noch der Ausgleich, oder entscheidet die TSG Hoffenheim mit dem zweiten Treffer die Partie ? Das waren die Fragen, die sich die 120 Zuschauer in der Schlussphase stellten. Es sah allerdings lange Zeit nicht danach aus, als ob den Teckstädtern gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Gastgeber ein Tor gelingen würde. Obwohl sich der VfL im zweiten Durchgang ein leichtes Übergewicht erspielen konnte, erarbeitete er sich nur wenige gute Torchancen. Die erste Möglichkeit in der zweiten Hälfte ergab sich nach einem Eckball von Feriz Meha, als Ferdi Er mit einem Kopfball an Torhüter Daniel Bernhardt scheiterte (52.). Ansonsten herrschte in punkto Torchancen bei den Kirchheimern weitgehend Ebbe auf dem gut bespielbaren Kunstrasenplatz.

Ferdi Er war nach dem späten Ausgleich natürlich überglücklich. "Ich habe immer an uns geglaubt", so der VfL-Kicker, "gegen Hoffenheim treffe ich immer." Schon im Hinspiel hatte der Kirchheimer Mittelfeldspieler beim 2:2 ein Tor markiert. Für das Kirchheimer Trainerduo Michael Rentschler und Christian Hofberger war der Punktgewinn nicht hoch genug zu bewerten. "Die Mannschaft hat gezeigt, was für eine tolle Moral in ihr steckt", lobte beispielsweise Rentschler.

Dabei hatte es zu Beginn des Spiels gar nicht gut für die Kirchheimer ausgesehen. Es waren noch nicht einmal zwei Minuten gespielt, als der beste Hoffenheimer, Sascha Boller, mit einem gefühlvollen Heber von der Strafraumgrenze das Leder zum 1:0 in die Maschen beförderte. Die zweite Mannschaft des Zweitbundesligisten erspielte sich in Folge ein klares Übergewicht und hatte gute Torchancen. Kai Herdling (4.), Marc Schneckenberger (12.) und Aytac Sulu (32.) ließen jene freilich alle ungenutzt. Erst nach einer halben Stunde Spielzeit gelang es dem VfL, das Spiel etwas ausgeglichener zu gestalten, ohne sich jedoch nennenswerte Torchancen zu erspielen. Die gefährlichsten Aktionen waren ein Weitschuss von Ferdi Er (18.) und ein Freistoß von Selim Altinsoy (44.). Dass es am Ende wieder einmal nicht gereicht hatte gegen den VfL Kirchheim zu gewinnen, dafür hatte der Hoffenheimer Mannschaftskapitän Sascha Boller eine Erklärung bereit: "Es immer das gleiche bei uns wenn wir in Führung gehen, denken die meisten Spieler offenbar, die Partie ist schon gewonnen".

TSG 1899 Hoffenheim II:

Bernhardt - Klingmann, Klefenz, Sulu, Lambracht - Gollasch (59. Di Piazza), Biyik (78. Bouzid), Lapaczinski, Schneckenberger, Boller - Herdling (83. Brandstetter).VfL Kirchheim:

Gühring - Koch, Mayer, Grimm, Eisenhardt - Gonsior, Kutscher, Er, Ohran (72. Lukac), Altinsoy (81. Schraivogel) - Meha.Tore:

1:0 Boller (2.), 1:1 Er (90.).Gelbe Karten:

Lambracht, Schneckenberger - Grimm.Rote Karte:

Grimm (89., Notbremse).Zuschauer:

120Schiedsrichterin:

Christine Beck (Magstadt).