Lokalsport

VfL-Fußballer spielen auf Zeit

Abteilungsversammlung verschoben – Pflügers Zukunft offen

Ende März wollten die VfL-Fußballer Klarheit in Sachen Verbandsligamannschaft. Klar ist aktuell allerdings nur, dass der Termin für die Abteilungsversammlung am 30. März verschoben worden ist. Ob dies im Umkehrschluss bedeutet, dass es kommende Saison kein Sechstligateam geben wird, bleibt unbeantwortet. Die Abteilung spielt auf Zeit – auch weil ihr nichts anderes übrig bleibt.

Interview mit VfL-Fu§ball-Abteilungsleiter Detlef PflŸgernach 100 TAgen als Fußball-Abteilungsleiter des VFL Kirchheim zieht Det
Interview mit VfL-Fu§ball-Abteilungsleiter Detlef PflŸgernach 100 TAgen als Fußball-Abteilungsleiter des VFL Kirchheim zieht Detlef Pflüger Zwischenbilanz

Kirchheim. Die Tage werden länger, das Thermometer steigt, der Frühling steht vor der Tür – doch nicht überall sorgt das jahreszeitliche Fortschreiten für Freude und Frohsinn. In der Fußballabteilung des VfL Kirchheim vergeht den Verantwortlichen die Zeit offenbar viel zu schnell. Wollte man bis zur turnusmäßigen Abteilungsversammlung am 30. März eigentlich Farbe bekennen, was die Meldung einer Verbandsligamannschaft zur kommenden Saison angeht, muss diese Frist nun verlängert werden. „Wir sind noch nicht so weit“, sagt Abteilungsleiter Detlef Pflüger, der mit seinem Team bislang vergeblich nach Geldgebern für den Traum von der sechsten Liga suchte. „Wir sind in Verhandlungen, aber es gibt noch keine Unterschriften“, so Pflüger, dem darum nichts anderes übrig bleibt, als auf Zeit zu spielen. Nach Rücksprache mit der Gesamtvereinsvorsitzenden Doris Imrich, die noch bis 28. März im Urlaub weilt, will er die Versammlung nun im Mai oder Juni abhalten.

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Spätestens dann soll sich auch die Zukunft Pflügers als Abteilungsleiter klären. Im September als einziger Kandidat für den zurückgetretenen Jörg Mosolf ins Amt gehievt, hatte der 56-Jährige von Beginn an signalisiert, dass er den Posten übergangsweise bekleiden und sich nicht automatisch erneut zur Wahl stellen würde.

Nach einem halben Jahr im Amt hat sich an diesem Plan nichts geändert, im Gegenteil: „Ich kämpfe momentan stark mit mir selbst, ob ich weitermachen soll“, so Pflüger, in dessen Stimme bereits leichte Resignation mitschwingt. „Der Job als Abteilungsleiter geht an die Substanz. Momentan bin ich gesundheitlich ohnehin angeschlagen und habe auch beruflich viel um die Ohren.“ So klingt keiner, der seine knapp bemessene Freizeit in Zukunft an der Spitze einer Fußballabteilung sieht.

Die Bewertung der Terminverschiebung fällt indes unterschiedlich aus. Während Kritiker den Schritt bereits als Zeichen für das vorzeitige Aus aller Verbandsligaträume werten, halten ihn der Abteilung Wohlgesonnene für richtig. „Es wäre zu kurzfristig gewesen, um bereits am 30. März etwas verkünden zu können“, sagt Walter Rau, der als ehemaliger Geschäftsführer immer noch intensiv in den Umbau der Abteilung in der Nach-Mosolf-Ära involviert ist und Pflüger nahe gelegt hat, die Versammlung zu verschieben. Immerhin weiß kaum jemand so gut wie Rau, dass sich die Suche nach Sponsoren rund um Kirchheim schwierig bis unmöglich gestaltet. Schließlich hatte der 35-Jährige in der Hoffnung auf fi­nanzielle Unterstützung für die damalige Oberligamannschaft vergangenes Frühjahr selbst bei Firmen weit außerhalb der Teckregion wie Ritter Sport in Waldenbuch angeklopft – bekanntlich ohne Erfolg.

Dass die ehrenamtlich nach Feierabend tätige Abteilungsspitze um Detlef Pflüger nun schafft, was bereits hauptamtlich bezahlten Kräften wie Walter Rau nicht gelang, halten viele daher für ausgeschlossen. Zumal die Zeit gegen den VfL arbeitet. Maximal zehn Wochen bleiben den Blauen noch, ehe beim Württembergischen Fußballverband in Stuttgart die Meldung der Verbandsligamannschaft eingegangen sein muss.

Doch die Hoffnung will an der Jesinger Allee (noch) niemand aufgeben. „Wir haben ein Team, das rührig an allen Fronten kämpft und das noch schaffen kann“, glaubt Detlef Pflüger.