Lokalsport

VfL-Herren ärgern sich grün und blau

Matchball vergeben: Nach der unverhofften 5353:5407-Niederlage beim abstiegsbedrohten TSV Pfedelbach hat die Herrenmannschaft der Sportkegelabteilung des VfL Kirchheim in der württembergischen Verbandsliga nur noch theoretische Meisterschaftschancen und Chancen auf die Qualifikation zur Zweitliga-Aufstiegsrunde.

PFEDELBACH Lag es an den Nerven oder am eigenen Unvermögen? Eine Mischung aus beidem ist vermutlich die Ursache für die teilweise desolate Vorstellung der VfL-Herren im im Gastspiel beim Tabellenviertletzten TSV Pfedelbach. Die dortigen Bahnen sind gut das Kirchheimer Mannschaftsergebnis (5353 Leistungspunkte) war schlecht. Lediglich Joachim Deuschle (939 LP) und Wolfgang Halama (932 LP) konnten einigermaßen überzeugen, vergaben jedoch ein wesentlich besseres Resultat, sodass die "Blauen" nach dem Startpaar mit nur 12 Kegeln in Front lag. Grund hierfür: die hervorragende Leistung von Pfedelbachs Holger Falk (973). Im Mittelpaar wurde die Vorentscheidung erwartet. Allerdings zeigte Markus Stark drei Durchgänge lang mehr Krampf als Kampf und konnte sich nur dank eines hervorragenden Schlussspurts auf 894 Zähler retten. Zudem war Michael Hoi total von der Rolle und wurde nach 100 Wurf (415 LP) durch Peter Leitner ersetzt. Dieser setzte das VfL-Drama jedoch fort und steuerte in den restlichen 100 Würfen nur indiskutable 395 LP bei (Hoi/Leitner 810 LP). Dennoch war das Spiel mit nur 37 Kegeln VfL-Rückstand nach wie vor offen.

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Im Schlusspaar startete Herbert Dambaur furios (100 Wurf /492 LP), sodass vor den beiden letzten Bahnen plötzlich der VfL mit 12 Kegeln in Führung lag. Allerdings konnte er dieses hohe Niveau nicht halten und blieb nach zwei enttäuschenden Schlussdurchgängen bei 914 Punkten hängen. Da zeitgleich von Vinko Lovric (864 LP) keinerlei Unterstützung kam und dieser gegen Thomas Grünewald (933) die Segel streichen musste, blieben die Punkte letztendlich verdient in Pfedelbach.

Wolfgang Halama führt das Einzelranking 2006/2007 der württembergischen Verbandsliga mit durchschnittlich 972 Leistungspunkten zwar weiterhin souverän vor Andreas Roth (953/SKV Brackenheim) und dem Blausteiner Sven Frenzl (947) an. Doch Freude darüber kann vor dem entscheidenden Schlussspieltag am 17. März nicht so recht aufkommen: Hinter Spitzenreiter SKV Brackenheim (26:8 Punkte/Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten KV Neu-Ulm) kann der VfL (24:10/gegen den Drittletzten SC Hermaringen) nur dann noch Meister werden, falls Brackenheim im Ligafinale patzt. Der derzeitige zweitplatzierte TSV Blaustein (24:10) hat aufgrund des bei Punktgleichheit greifenden Direktvergleich-Verfahrens hingegen keinerlei Titelchancen mehr. Der württembergische Verbandsliga-Erste bestreitet zusammen mit dem südbadischen und nordbadischen Meister die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga, wobei zwei der drei beteiligten Teams den Aufstieg schließlich schaffen.

Nach der Niederlage in Pfedelbach mussten sich die "Blauen" grün und blau ärgern: Auch der SKV Brackenheim hatte sein Auswärtsspiel (in Hermaringen) verloren. Im Erfolgsfalle wären die Kircheimer neuer Spitzenreiter gewesen.

Mit einer 2462:2473-Niederlage kehrten die VfL-Verbandsligadamen vom Gastspiel beim SV Weidenstetten heim und fielen mit 16:18 Punkten auf den fünften Tabellenplatz zurück. Für Kirchheim konnten lediglich Antonia Hoi (433 LP) und Carina Grolig (431 LP) mit guten Leistungen überzeugen. Die weiteren Starterinnen Cornelia Stark (406), Anita Deuschle (399), Martina Hoi (398) und Monika Zechner (395) blieben unter ihren Möglichkeiten, sodass diese Niederlage gleichfalls unter die Rubrik ärgerlich und unnötig fällt.

Die zweite Damenmannschaft darf nach dem 2317:2246 Heimsieg gegen die Spvgg Frankenbach 2 wieder vom Titelgewinn in der Bezirksliga träumen. Allen voran Heide-Rose Stiffel mit hervorragenden 439 LP, aber auch Angelika Graß mit guten 414 LP und Sandra Friedrich mit noch ordentlichen 392 LP sorgten hauptsächlich für diesen wichtigen Sieg, zu dem ferner Sibylle Winter (368), Karin Mayerhöffer (361) und Dagmar Frey (342) beisteuerten. Nachdem gleichzeitig der BKSV Stuttgart-Nord 2 eine Niederlage einsteckte, sind die Damen 2 des VfL-Kirchheim wieder allein punktgleich mit der TSG Heilbronn auf dem ersten Tabellenplatz. Der Spielplan hat es so gewollt, dass diese beiden Teams am nächsten Samstag in Heilbronn im letzten Punktspiel der Saison 2006/2007 direkt aufeinandertreffen.

Die dritte Herrenmannschaft kehrte mit einem versöhnlichen 2520:2546-Sieg vom SKV St. Johann 1 zurück und verbesserte sich auf den 5. Platz der Kreisklasse A Stuttgart. Bester VfL-Akteur war Nachwuchstalent Simon Hoi (442). Aber auch Alfred Kotz (433), Horst Grolig (432), Herbert Merkl (429) und Frank Falkenstein (422) zeigten durch die Bank gute Leistungen. Lediglich Heinz Merkl (388) fiel etwas ab.

hd