Lokalsport

VfL-Kunstschütze Kranz will "geilem Kirchheimer Publikum" Siege bieten

KIRCHHEIM "Solche Niederlagen geben mir Ansporn!" Damit landete Kai-Uwe Kranz den Spruch des Tages. Der Kunstschütze der Regionalliga bezeichnete die 87:92-Niederlage des VfL Kirchheim zwar als "tragisch", blickte aber sofort nach vorne. Gedanken machte sich Kranz darüber, warum er in der zweiten Hälfte von seinen Mitspielern meist übersehen wurde: "Eigentlich sollte jetzt langsam jeder wissen, wer wo steht." Coach Theo Leftakis sah das Problem ähnlich: "Wir haben Kai nach der Pause selbst ausgeschaltet."

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Vorher war das noch anders gewesen: Da hatte der Neuzugang aus Ulm von sieben Dreier-Versuchen drei getroffen. In den zweiten 20 Minuten nur noch drei von vier. Das Hauptproblem bestand jedoch nicht in der Offensive, was auch Landestrainer Reiner Braun so sah: "87 vorne sind in Ordnung. 92 hinten natürlich nicht, schon gar nicht zu Hause." Vor allem die Leichtigkeit, mit der viele Karlsruher Punkte zu Stande kamen, nervte. Allein Arnold Tchiegne machte 33 Punkte, viele durch einen Sprungwurf nah am Korb. Gegen diese offensive Variante fand der VfL nie ein Gegenmittel. Anerkennenswert allerdings, wie sicher der Topscorer der Liga Tchiegne (27,7 Punkte im Schnitt) diese Würfe verwandelt da werden noch andere Teams ihre Probleme haben.

Leftakis war's egal, er war sauer auf seine Langen: "Wir haben unter dem Korb regelmäßig unser Fett abgekriegt. Wir sind da schwächer als letzte Saison. Ich bräuchte drei, vier Center und habe keinen." Die 750 Zuschauer konnten zwei Comebacks feiern: James Hayden lief nach seiner Sperre ebenso erstmalig wieder auf wie Wilu Lenger, der noch vor zwei Wochen eine schwere Bänderverletzung erlitten hatte. Lenger: "Jeder hat gedacht, dass ich nicht spiele, mich eingeschlossen." Nach ein paar Würfen am Donnerstag im Training, zwei Tage Vollzeit-Therapie, sowie dem Test beim Warm-Up vor dem Spiel meldete sich Lenger wieder fit.

Die fehlende Spielpraxis war beiden jedoch anzumerken. James Hayden bei seinem ersten Pflichtspiel nach fast fünf Monaten natürlich noch mehr. Leftakis: "Er hat ein paar gute Aktionen gehabt. Dann ging er wieder allein gegen den Rest der Welt." Die 750 Fans hatten trotzdem ihre fast perfekte Abendunterhaltung und die Spieler ihren Spaß mit den Fans. Kai-Uwe Kranz nach seinem ersten echten Kirchheim-Erlebnis: "Das ist ein echt geiles Publikum. Für Regionalliga-Verhältnisse ist das wirklich super. Diesen Fans muss man aber Siege bieten."

Preisfrage: Kann das nach dem fast verpatzten Saisonstart noch gelingen? Nach der 86:93-Niederlage des Topfavoriten KGJ Schwenningen in Ludwigsburg ist die stärkste Regionalliga aller Zeiten total offen. Für die Kirchheimer ist noch gar nichts entschieden. Das sieht auch Reiner Braun so: "Der VfL ist noch nicht das Team, das es war. Vor allem in der Verteidigung passt es noch nicht. Aber die Saison ist noch lang. Wenn sie weiter gut arbeiten, ist Platz eins bis vier drin." Karlsruhes Coach Drazan Salavarda tröstete sogar: "Dieses Spiel hatte keinen Verlierer verdient. Die Kirchheimer Spieler sollten nicht enttäuscht sein."

mad