Lokalsport

VfL-Mädchen bleiben auch 2007 erstklassig

Mit Routine und Nervenstärke haben die Kunstturnerinnen des VfL Kirchheim den Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft. Beim gestrigen Relegationswettkampf in Heidelberg belegte die Mannschaft den zweiten Platz hinter Karlsruhe.

HEIDELBERG Die Mischung aus erfahrenen und jungen Turnerinnen gab nicht nur in dieser Saison den Ausschlag. Sie macht auch Mut für die kommende Bundesligarunde. Die acht Turnerinnen des VfL Kirchheim mussten ihren Wettkampf an ihrem vermeintlich schwächsten Gerät dem Stufenbarren beginnen. Und in der Tat wackelten die Nerven gewaltig, als der Wettkampf begann. Nina Deuschle (8,35 Punkte) und Nina Leikov (8,25) mussten beide das Gerät verlassen. Lisanne Lichner (11,85) und Dorothee Henzler (12,35) behielten ihre Nerven im Griff und zeigten solide geturnte Übungen. Mit viel Improvisationstalent kämpfte sich Daniela Flaig durch ihre Barrenübung (10,70). Dennoch betrug der Abstand nach dem ersten Gerätedurchgang auf den zweiten Platz, der zur Relegation notwendig war, über acht Punkte.

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Schnell war klar, dass die Entscheidung um Platz zwei zwischen Hamburg und Kirchheim fallen würde. Das zweite Gerät, der Schwebebalken, kam da zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Trotz zahlreicher Absteiger erreichten die Kirchheimer Mädchen dank ihrer schwierigen Übungen einen hohen Ausgangswert und damit akzeptable Wertungen. Die Routine erfahrener Kräfte wie Carolin Riethmüller und Lisanne Lichner machte sich hier bemerkbar. Der Kirchheimer Mannschaft gelang es, den Abstand nach dem zweiten Gerät auf 3,5 Punkte zu verringern, da die Hamburger Mannschaft wenig Schwierigkeiten auf sich nahm und damit geringere Wertungen erzielte.

Am Boden war die Nervosität dann wie weggeblasen. Der VfL zeigte durchweg stabile Übungen, die mit hohen Schwierigkeiten gespickt waren. Den Anfang machte Pia Pohl: Sie legte mit 12,55 Punkten eine beruhigende Grundlage für die nachfolgenden Mannschaftskolleginnen. Besonders Daniela Flaig unterstrich mit einem gebückten Doppelsalto ihre Extraklasse und wurde mit der zweithöchsten Wertung (13,40) dieses Wettkampftages belohnt. Nach diesem dritten Gerätedurchgang hatte Kirchheim den Rückstand auf Hamburg in einen beruhigenden Vier-Punkte-Vorsprung umgewandelt, bevor es zum Sprung und damit zum entscheidenden letzten Gerät ging. Hier machte Alina Binder (11,70) eine Vertreterin der jungen VfL-Garde mit einem Überschlag mit ganzer Schraube den Anfang. Alle nachfolgenden Starterinnen sprangen einen Überschlag mit Salto. Nina Deuschle (13,30), Daniela Flaig (13,20) und Nina Leikov (13,00) brachten diese Sprünge hervorragend in den Stand, während Lisanne Lichner (12,20 P.) diesmal Standschwierigkeiten hatte.

Dennoch reichte es für die Kirchheimerinnen am Sprung mit 51,70 Punkten zum besten Geräteergebnis. Am Ende des Wettkampftages war es eine eindeutige Angelegenheit: die beiden Erstliga-Mannschaften TG Karlsruhe-Söllingen (192,70 Punkte) und der VfL Kirchheim (190,85) distanzierten die beiden Herausforderer aus der zweiten Bundesliga, TT VTF Hamburg (183,45) und Illertissen (177,00), deutlich. Die TG Mannheim stand bereits vorher als direkter Aufsteiger in die erste Liga fest. Am Vorabend der Relegationswettkämpfe sicherte sich das Turnteam Toyota Köln die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Frauen vor dem Turnteam EnbW Stuttgart-Ulm.