Lokalsport

VfL-Stars in Warteschleife


THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Morgen Abend treten die VfL-Fußballer bei den TSF Ditzingen an ohne ihre beiden Ex-Profis: Der Deutsche Torsten Raspe (35) und der Kroate Nikica Raguz (24) können noch nicht auflaufen. Aus unterschiedlichen Gründen.


Bei Torsten Raspe liegt der "Fall" inzwischen über vierzehn Monate zurück: Am 10. Juni 2003 war's, als Raspe in der Pokalpartie "seines" RW Erfurt gegen den FC Carl Zeiss Jena (3:1) sich einen Teilabriss der Achillessehne zuzog Saison vorbei. Als sich die Verletzung fünf Monate später zum Achillessehnenriss ausweitete, war's mit der Profilaufbahn des langjährigen Zweitliga-Akteurs der Stuttgarter Kickers (1996 bis 2001) endgültig vorbei. Eine Operation und der Rückzug in den Amateurfußball zum TSV Schönaich (Saison 2003/04) folgten. In diesem Sommer schloss sich der Mittelfeldspieler, der in Stetten/Fildern wohnt und beruflich als Finanzdienstleister Versicherungen verkauft, nun dem nächsten Amateurclub an: dem VfL. Wann dessen Fans das Raspe-Debüt erleben, ist offen.


Denn der Mann, der nach seiner Sportverletzung einen Antrag auf die so genannte Sportinvalidität stellte, muss unter der Woche oft nach Jena: Dort laufen derzeit jene medizinischen Checks, die die Berufsgenossenschaft zur Feststellung der Sportinvalidität benötigt. Die Trips in Deutschlands Osten kosten Zeit Zeit, die Raspe für regelmäßiges VfL-Training fehlen.


Voll im Saft steht hingegen Nikica Raguz. Wie Raspe hatte auch der 24-jährige Kroate mit Wohnort Geislingen/Steige eine kaputte Achillessehne (zugezogen im Winter 2003), doch die ist in der halbjährigen Zwangspause inzwischen wieder verheilt. "Ich bin momentan wieder topfit", sagt der Linksfuß, der beim VfL nun einen Neuanfang plant um anschließend, daraus macht er keinen Hehl, ein Comeback im Profigeschäft zu versuchen. "Ich war immer Profi", sagt Raguz, der recht bekannte Ex-Stationen hat (Dynamo Zagreb, Karlsruher SC, Racing Straßburg), "und möchte über kurz oder lang da auch wieder hin." Zunächst will er nach dem langen Verletzungs-Aus aber erst wieder fußballerisch Tritt fassen um Interesse im Profilager zu wecken. "Ich hoffe, dass ich beim VfL Kirchheim so gut spielen kann, dass ich die ersten Angebote bereits in der Winterpause bekomme", sagt Raguz, der ehemaliger kroatischer Jugendnationalspieler ist. Auch Torjäger-Qualitäten bringt der Mann aus Geislingen mit: In der 1. Liga Bosnien-Herzegowinas gelangen ihm in einer Saison 24 Tore.


Jetzt wechselte er zum VfL die Wechselformalitäten aber laufen noch. "Die Unterlagen liegen noch bei der UEFA", weiß VfL-Geschäftsführer Kurt Antel. Doch ebenso wie bei Torsten Raspe kann alles sehr schnell gehen. "Mit beiden hätten wir ein Mittelfeld, das in der Verbandsliga seinesgleichen sucht", sagt VfL-Abteilungsleiter Winfried Scholz erwartungsfroh.