Lokalsport

VfL-Wechselmarathon nach Blitzstart

Mit einer starken Teamleistung und den überragenden Kai-Uwe Kranz, Ross Jorgusen und Bill Goehrke bezwangen die VfL-Basketballer am Samstagabend die SG Mannheim sicher 82:61 (43:24).

KIRCHHEIM Bei den Gästen fehlte Junioren-Nationalspieler Oliver Komarek (beim Rookie-Allstarspiel in Köln), bei den Knights allerdings auch ein eminent wichtiger Spieler: James Hayden macht seine Knieverletzung aus dem Heidelbergspiel noch schwer zu schaffen, so dass auch sein Einsatz beim Spitzenspiel in Karlsruhe am kommenden Sonntag in Frage steht.

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Am Samstag aber brauchte Kirchheim Hayden nicht unbedingt, denn alle gesunden Spieler hatten sich viel vorgenommen, um die Schlappe von Heidelberg auszuwetzen. Das merkte man sofort am Einsatzwillen im ersten Viertel. Nach dem 1:3 begann Kai-Uwe Kranz seine Punkteproduktion, die Abwehr bewegte sich aggressiv und vorne wie hinten half einer dem anderen. Das drückte sich in acht Assists in den ersten zehn Minuten aus, 19 Rebounds, nur zwei zugelassenen Feldkörben und der 21:9-Führung. Wenn von neun Dreierversuchen nicht nur einer durch den Ring geflutscht wäre, hätte das Ergebnis noch klarer ausgesehen.

Der nach den Turbulenzen der vergangenen Woche mit Spannung erwartete Auftritt von David Bouwmeester geriet ebenfalls zum Positiven. Nach zwei verpassten Trainingseinheiten stand der lange Holländer nicht unter den ersten Fünf, sorgte aber sofort nach seiner Einwechslung nach fünf Minuten für Furore. Seine ersten vier Aktionen waren ein ans Brett genagelter Korbleger des Mannheimers Ososipe, ein aggressiver Drive zum Korb mit Abschluss, ein Ballgewinn mit anschließendem Korbleger und Bonus-Freiwurf und als Krönung ein Tip-Dunking nach einem vergebenen Korbleger von Kapitän Robert Bruck.

Ebenfalls bemerkenswert: Die neue Wechselstrategie von Coach Theo Leftakis, die er schon am Donnerstag beim Abschlusstraining angekündigt hatte: "Ich wechsele in Zukunft durch und am Ende spielen die, die am besten waren." Leftakis wechselte tatsächlich insgesamt 23 Mal an diesem Abend, musste den zweiten Teil seiner Ankündigung aber nicht erfüllen, da das Spiel schon zur Pause entschieden war.

Nur zu Beginn des zweiten Viertels bäumte sich Mannheim, unterstützt von einigen Kirchheimer Fehlern und Rhythmusproblemen wegen der vielen Wechsel, noch einmal auf (26:22/16.), doch ein 15:0-Lauf der Knights beendete alle Hoffnungen der Gäste. Da fand auch Ross Jorgusen in die Partie. Nach fünf Fahrkarten traf er im restlichen Spiel sieben von neun, verteilte zwölf Anspiele zum Korberfolg und klaute sieben Bälle ein wirklich überzeugendes Comeback nach einem seiner schwächsten Spiele in Heidelberg. Wie auch das der Knights, auch wenn die zweiten 20 Minuten eher durchschnittlich waren.

"In der zweiten Hälfte haben wir den Vorsprung souverän verwaltet", gab denn auch Leftakis zu. Er wechselte weiter munter durch. Im Angriff traf Kranz, der mit 28 Punkten und sechs Dreiern (bei nur elf Versuchen) wieder erfolgreichster Ritter war, in schöner Regelmäßigkeit, und die anderen um "Reboundmaschine" Bill Goehrke (12) machten einfach ihren Job. Das reichte an diesem Abend, denn Mannheim war kein wirklicher Gradmesser für ein Regionalliga-Spitzenteam, das der VfL ja sein will. Aber selbst der so kritische Leftakis sah viel Gutes und Richtungsweisendes: "Heute war viel mehr Konzentration und Disziplin im Team, damit bin ich zufrieden. Für unsere Moral war das auf jeden Fall ein Schritt nach vorne." Am kommenden Sonntag muss nun aber der nächste folgen: In Karlsruhe steht womöglich die komplette Saison auf dem Spiel.

mad

VfL Kirchheim: Bouwmeester (9), Bruck (3/1), Goehrke (4), Jorgusen (19/1), Kikic, Kranz (28/6), Lenger (2), Lukic (5), Stifel (5), Tsouknidis (7), Weiß.SG Mannheim: Möske (2), Kawa (5), A.de Ferrari (11), Ososipe (1), Feist (5/1), Stoll (9/2), Weisenburger (6/2), Steckbauer (12), I.de Ferrari (10).Dreier: 8 (VfL), 5 (SG).Fouls: 22 (VfL), 20 (SG).Freiwürfe: 12:19/63,2 % (VfL), 12:25/48 % (SG).Viertel: 21:9, 22:15, 19:17, 20:20.Schiedsrichter: Thomas Endriß (Stuttgart) und Alen Vukic (Böblingen) machten ihre Sache gut.Zuschauer: 800.