Lokalsport

Viele Derbheiten

Düsteres Oktoberwetter und viel Derbheiten: Das Fußball-Wochenende in der Region hatte es in sich.

Kirchheim. Die Aussage stammt von einem, der schon lange auf dem Fußballplatz steht. „Ich bin von einem gegnerischen Spieler angespuckt worden“, sagte Jesin­gens Spielertrainer Marc Augustin nach dem nervenaufreibenden 3:4 in der Kreisliga A-Partie gegen die TG Kirchheim, „zudem bekamen bei anderen Szenen unsere Spieler unter anderem Schläge gegen den Hals“. Harte Vorwürfe. Augustin: „Vom Schiedsrichter blieben die Aktionen offenbar unbemerkt.“ TG-Spielertrainer Gaetano Caruana reagierte auf Augustins Beschuldigungen zurückhaltend. „Ich habe die Szenen nicht gesehen, aber wenn es so wäre wie es Marc beschreibt, wäre das nicht akzeptabel“, betonte der einstige VfL-Kicker, „grundsätzlich schadet ein Spieler mit solchen Aktionen seinem Team und es ist ein Zeichen von fehlendem Respekt“. Trotz dieses unliebsamen Themas zog Caruana eine weitgehend positive Bilanz des Derbys in den Lehen­äckern. „Wir haben hier eine hohe Hürde übersprungen.“ Die Turngemeinde ist aktuell Tabellenzweiter.

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Viel Zündstoff bot auch die Begegnung zwischen dem AC Catania Kirchheim und dem TSV Altdorf (2:0). Dabei fuhr Catania-Spielleiter Thomas Beller schwere Geschütze auf. „Was die Altdorfer hier in punkto Härte abgezogen haben, ist nicht mehr akzeptabel“, beschwerte sich der Kirchheimer über die Gangart der Gäste. Man solle bedenken, dass „unsere Spieler am Montag wieder arbeiten müssen. Die Altdorfer gingen nur auf die Knochen.“ Altdorfs Trainer Reiner Walz reagierte überrascht auf die Anschuldigungen. „Es gab in diesem Spiel nur eine Gelbe Karte, das sagt doch alles.“ Sicherlich spiele seine Mannschaft „einen etwas körperbetonteren Fußball als der ACC“, doch letztendlich bewege sich alles „im fairen Rahmen“. Neben allem Ärger kassierte das Team von Spielertrainer Ercan Güllü zumindest drei Punkte. Die Kirchheimer dürfen wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken.

Eine unappetitliche Meldung kommt aus dem Jugendfußballbereich. Die Polizei ermittelt gegen einen Vater eines C-Jugendlichen der KSG Eislingen. Am Samstagabend hatte die Partie zwischen dem SV Göppingen und der KSG 20 Minuten nach dem Abpfiff eine unerwartete „Fortsetzung“ gefunden. Der Vater eines KSG-Spielers, so die Polizei, habe einen 14-jährigen Kicker des SV Göppingen am Hals gepackt, gewürgt und angespuckt. Der renitente Vater muss nun mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Ulm wegen Körperverletzung und Beleidigung rechnen. Das Polizeirevier Eislingen ermittelt.

Doch es gab nicht nur böses Blut am Wochenende. In Neidlingen feierte TVN-Trainer Werner Achtzehner Wiedersehen mit Fußballern und Funktionären seines Ex-Clubs VfB Neuffen. Der Trainerfuchs feierte mit seinem neuen Verein ein verdientes 3:1. „An meinem Weggang aus Neuffen hatte ich eine ganze Weile zu knabbern“, bekannte Achtzehner, „doch jetzt habe mit dem TV Neidlingen einen ebenso tollen Verein gefunden“. Mit dem vierten Saisonsieg hat sich de TVN ins Mittelfeld abgesetzt. Einen Wermutstropfen fand Achtzehner dennoch. Mit der Schiedsrichterleistung war der Trainer nicht einverstanden. „Es gab praktisch für nichts vier Platzverweise, dabei war es ein absolut faires Spiel“. Dieser Meinung schlossen sich auch die Neuffener unumwunden an.