Lokalsport

Viele Favoriten wenig große Namen

Der Bissinger Stefan Sahm will versuchen, beim fünften Bundesligalauf morgen in Sankt Märgen seine Bundesliga-Führung zu verteidigen. Sein härtester Konkurrent: Lado Fumic.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Der Bundesliga-Sonntag ist ein Spiel mit vielen Unbekannten. Außer der Tatsache, dass kaum Ausländer mit im Spiel sind, weil parallel dazu die meisten Nationen ihre Titelkämpfe austragen, war auch die Vorbereitung auf das Bundesliga-Wochenende sehr von entfernteren Zielen bestimmt. Der Bissinger Stefan Sahm scheint dabei einer der wenigen zu sein, die sich wie sonst üblich auf das Rennen vorbereitet haben. Sahm ist zwei Rennen vor Schluss mit 122 Punkten auch Führender in der Gesamtwertung. Zwar sieht auch er Sankt Märgen nur als Zwischenstation in Richtung Europameisterschaft Ende des Monats, doch reist er mit einer halbwegs normalen Rennvorbereitung in den Schwarzwald. Ein paar Trainingstage in den Alpen mit zahlreichen Pässen im Programm haben ihm gezeigt, dass die Form gut ist.

Die Fumic-Brüder haben für das Wochenende ein Mammut-Programm im Visier: Zuerst den City-Sprint und Marathon in Albstadt und anschließend nach Sankt Märgen. Lado Fumic liegt nur zwölf Punkte hinter Sahm (122) auf Platz zwei und ist derzeit der einzig ernsthafte Konkurrent für den Giant-Biker in der Gesamtwertung. Vermutlich werden die Fumic-Brüder das letzte Bundesliga-Rennen in Wetter/Ruhr nicht bestreiten können, weil sie in Vorbereitung auf die WM für die Regio-Tour auf die Straße wechseln. Lado Fumic hat zunächst vor allem die Europameisterschaft im Blick und versucht dafür, im Training einen Neu-Aufbau zu betreiben. "Ich habe gut trainiert. Jetzt ist noch einmal ein MTB-Block dran und dann kann ich ruhig die EM angehen", meint er.

Ehrenbürgerschaft verpflichtetDass die beiden Brüder am Wochenende Albstadt direkt vor dem Bundesligastart ihre Ehre erweisen, erklärt Manuel Fumic mit der besonderen Beziehung zum Städtchen auf der Zollernalb. "Dort haben wir nicht nur viele Fans, nach den deutschen Meisterschaften sind wir dort auch Ehrenmitglieder bei der RSG geworden, da müssen wir einfach hin." Der Termin passt zudem in den Trainingsplan, nur die Beine werden nach den 80 Alb-Kilometern am nächsten Tag im Schwarzwald womöglich etwas schwer sein. "Wenn es gar nicht geht, lassen wir Sankt Märgen aus", sagt der U23-Weltmeister. Zur Konkurrenz um den Sieg im Schwarzwald zählt neben Sahm der holländische WM-Fünfte von 2003, Bas Peters, der Pfälzer Wolfram Kurschat (Deidesheim) und der Freiburger Moritz Milatz, der vergangenen Samstag in Österreich völlig überraschend einen Marathon-Weltcup gewinnen konnte.

Um den Sieg kann Marc Gölz sicherlich nicht mitfahren. Der Weilheimer strebt am Sonntag jedoch ein gutes Ergebnis an. Endlich mal wieder. "Ich muss unbedingt Weltranglistenpunkte holen", beschreibt er sein Ziel, denn dort hat er inzwischen viele Plätze verloren: Das aktuelle Ranking weist ihn als Nummer 137 aus. Zum Vergleich: Lado Fumic ist Neunter, Manuel Fumic 14., Stefan Sahm liegt auf Platz 46. Vor allem die Pechsträhne müsste bei Gölz ein Ende haben. In den vergangenen Wochen hat er seine Negativ-Serie analysiert und nach Ursachen geforscht. Ein roter Faden ließ sich nicht finden. Einmal war es eine Unachtsamkeit, die zu einem Sturz führte, zweimal waren es Platten, bei der Marathon-EM brach ihm das Pedal weg. "Wenn ich ohne Defekt durchkomme, dann wird es gut. Die Form stimmt", ist er überzeugt.

Der MTB Teck hat für das B/C-Rennen seine drei Aufstiegskandidaten gemeldet: Andy Vicic (Kabine03) und Alex Speisekorn (Giant-Goldway) sind früher nach Sankt Märgen gefahren, um sich den Kurs anzuschauen. Den beiden und auch Benjamin Vogel (Giant Goldway) bescheinigt Trainer Stephan Paul gute Form. Bei den Junioren fällt Kai Kautz nach seiner Lungenentzündung aus. Julius Henne war mit dem Landeskader im Trainingslager in Sankt Märgen und zeigt sich für das Rennen optimistisch. Aus dem Lager der Jugendfahrer sind alle am Start außer Max Berner. Der weilt im Schullandheim, dürfte aber eine Woche später bei der Nachwuchs-DM in Bischofsmais gut in Form sein.