Lokalsport

Vier gute Gründe für den Auswärtssieg

War das der Durchbruch? Bei der heimstarken BSG Ludwigsburg gewannen die Kirchheimer Regionalliga-Basketballer durch zwei starke Phasen und ihre Fans 75:65 (43:39).

LUDWIGSBURG Man kann diesen Sieg souverän nennen. Nie im Rückstand gewesen, dem Gegner, der hier schon Rastatt und Schwenningen geschlagen hat, nur dreimal einen Gleichstand gestattet, am Ende mit zehn Punkten gewonnen. Und es gab auch viel Positives zu berichten von diesem Spiel am Sonntagnachmittag in der Ludwigsburger Rundsporthalle.

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Erstens: Die Fans. 50 Schlachtenbummler im Weissinger-Fanbus und noch einmal so viele, die auf eigene Faust angereist waren, funktionierten die Begegnung zum Heimspiel um. Das half. Zweitens: Die Abwehr. BSG-Coach Benjamin Tokmadzic: "Wir haben das Spiel in der Offensive verloren." Das lag zum einen an der Unerfahrenheit seiner Mannschaft, zum anderen aber an der oft guten Arbeit der VfL-Defensive. Nach der Pause vor allem legten Jorgusen und Co. Eine Schippe drauf, gestatteten Ludwigsburg vom 43:43 (21.) sieben Minuten lang kein Erfolgserlebnis. Das war auch in der eigentlich "tödlichen" Phase anschließend entscheidend, als der Korb für den VfL sogar elf Minuten vernagelt war (kein Feldkorb vom 58:43/24. bis zum 61:54/35.), und der Gegner nur zu zwei Feldkörben und sieben Freiwurftreffern kam. Drittens: Zwei Traumphasen. Der Vater von Wilu Lenger, Karl-Wilhelm Lenger, drückte es so aus: "Das Positive ist, dass wir diesmal auch Phasen hatten, wo wir richtig gut waren."

Vom 4:4 (4.) bis zum 20:8 (7.) war die erste. Leftakis: "Da haben wir Basketball gespielt: Sehr gut, sehr schnell, sehr mannschaftlich." Nenad Lukic, James Hayden und Kai-Uwe Kranz trafen da auch Dreier. Noch besser funktionierte die VfL-Maschine zwischen jener bereits erwähnten 21. und 24. Minute. Ein Ballgewinn folgte auf den nächsten, endlich einmal wurde David Bouwmeester so ins Spiel einbezogen, wie er das braucht (zehn der 15 Punkte stammten von ihm), praktisch alles klappte. Das 58:43 entschied die Partie.

Viertens: David Bouwmeester und James Hayden. Am Tag, als die sonstigen Topscorer Ross Jorgusen (1:9 Würfe, dafür 9 Assists) und Kranz (3:12) Ladehemmung hatten, lieferten diese zwei ihre stärkste Saisonleistung ab. Beide rackerten mit Hingabe, vorne und hinten. Die vierzehn Rebounds (sechs offensiv!) des "kleinen" Hayden sind absolut sensationell, dazu kamen vier Assists, vier Ballgewinne und ein Highlight-Monsterblock gegen BSG-Playmaker Tobias Schlipf beim 56:43, der alleine das Eintrittsgeld wert war. Bouwmeester warf 60 Prozent aus dem Feld, machte 21 Punkte und gab auch defensiv alles bis zur Erschöpfung.

Das Negative: Ludwigsburg, ohne die verletzten Sivorotka, Radetzky und Karamatskos und den mit der Ersten reisenden Anastasov angetreten, war schwach. Tokmadzic, nur halb im Scherz: "Wir dachten, spielen wir schlecht, vielleicht passt sich Kirchheim an." Leftakis sah es so: "Immer, wenn es läuft, fängt jeder an, seine eigenen Brötchen zu backen." Wenn der VfL den Killer-Instinkt hätte, den ein Spitzenteam eigentlich braucht, hätte er mit 30 gewinnen müssen. Aber diesen Instinkt hatte Kirchheim in der letzten Saison auch nicht.

Nach der Niederlage des MTV Stuttgart in Rastatt-Rheinau ist die Regionalliga wieder total offen, gleich sechs Vereine stehen mit vier Siegen vorne. Und ausgerechnet Stuttgart kommt am 13. November in die Sporthalle Stadtmitte. Es könnte wieder einmal ein Basketball-Kracher werden.

mad

BSG Ludwigsburg: Merz (1), Michas (2), Flätgen, Nenz (2), Rotim (19/2), Baskow (2), Schlipf (16), Kesselring (6), Hottmann (17).VfL Kirchheim: Bouwmeester (21), Bruck (3/1), Hayden (16/1), Jorgusen (9), Kikic, Kranz (9/3), Lenger (4), Lukic (10/1), Reiter, Tsouknidis (3/1), Weiß.Dreier: 7 (VfL), 2 (BSG).Freiwürfe: 12:18/66,6 % (VfL), 27:39/69,2 % (BSG).Fouls: 33 (VfL), 22 (BSG).Viertel: 16:25, 23:18, 10:15, 16:17.Schiedsrichter: Holger Zeißner (Schriesheim) und Stefan Bethke (Furtwangen) fanden keine klare Linie.Zuschauer: 150 (davon 100 aus Kirchheim).