Lokalsport

Vom Fahrer zum Trainer

Nach seinem Karriere-Ende bleibt Ex-Profi Marc Gölz dem Mountainbikesport erhalten. Der Weilheimer macht derzeit die B-Lizenz, fungiert als Stützpunkttrainer und Coach des RKV Kirchheim. Sein Weg salopp gesagt vom Treter zum Trainer.

EDGAR VELOCI

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WEILHEIM Das Rad hatte im Winter seine Ruhe: Zum ersten Mal seit 15 Jahren saß Marc Gölz nicht im Sattel und spulte Grundlagenkilometer. Er hätte selber nicht gedacht, dass ihn die Lust am Radfahren so in Ruhe lasse. Doch die Entscheidung, die der 29-Jährige im Herbst getroffen hatte, stellte sich als richtig heraus betont er selber: "Ich hatte einfach nicht mehr den Spaß wie früher. Von daher war die Entscheidung logisch." Die Familie mit den beiden Kindern war schließlich ausschlaggebend.

Sechs Jahre lang, von 2001 bis 2006, war Marc Gölz Mountainbike-Profi. Sein stärkstes Jahr hatte er 2003 gehabt, als er bei der Marathon-WM 14., bei der Cross-Country-WM 30. und bei der DM Sechster wurde. Das Potenzial, das auch seine Trainer in ihm erkannten, konnte er aber nie völlig ausschöpfen und die eigenen Ansprüche häufig nicht erfüllen, und der Jubel über den ersten Profi-Sieg im vergangenen Frühjahr verhallte schnell: Der Weg in die Weltspitze blieb ihm letztendlich versperrt.

Inzwischen arbeitet der Industriemechaniker als künftiger Abteilungsleiter in einem Betrieb in Albershausen. Seit vergangenem Jahr ist er als Stützpunkttrainer Mountainbike für den Bereich Kirchheim/Schwäbische Alb tätig. Gleichzeitig fungiert er als Vereinscoach des RKV Kirchheim. Mittlerweile ist er dabei, die Trainer- B-Lizenz zu erwerben. "Das ist was völlig anderes als selber zu fahren, das macht mir sehr viel Spaß", sagt Gölz über die Trainerarbeit. Genügend Erfahrung bringt er ja mit. Auch Thomas Schediwie, früher Gölz' Teamcoach beim Team T-Mobile, setzt auf den Familienvater, dessen Einzugsgebiet über Römerstein bis ins Ermstal nach Dettingen und auf der anderen Seite bis an den Schwarzwaldrand nach Pforzheim reicht.

"Auf einen Mann mit Profi- Erfahrung greife ich gerne zurück", sagt Schediwie, der im Januar zu 50 Prozent auf seinen früheren Landestrainer-Posten zurückgekehrt ist. Mit den anderen 50 Prozent Kapazität betreut der 53-Jährige weiterhin Profis wie den Tour-de-France-Zweiten Andreas Klöden.