Lokalsport

Von allen guten Geistern verlassen

Trotz der 1:0-Führung werden die VfL-Fußballer in Illertissen vorgeführt und verlieren mit 1:5

Böse unter die Räder kam Fußball-Oberligist VfL Kirchheim bei Angstgegner FV Illertissen: Trotz einer 1:0-Führung hagelte es eine 1:5 (1:1)-Klatsche, deren Höhe zudem verdient war. Die Gastgeber, die den vierten Sieg in Folge landeten, waren in allen Belangen die bessere Mannschaft.

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KLAUS-DIETER LEIB

Illertissen. Mit hängenden Köpfen verließen die Kirchheimer Fußballer das Vöhlin-Stadion. Solch eine deftige Niederlage hatte es in dieser Saison noch nicht gegeben. Am meisten ärgerte sich VfL-Trainer Rolf Baumann, und zwar über die fehlende Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft: „In der zweiten Halbzeit haben wir uns nicht einmal mehr gewehrt.“ Dabei hatte alles so positiv begonnen.

Die Gastgeber kamen in den ersten 20 Minuten nicht richtig ins Spiel. Die Teckstädter verpassten es, in dieser Phase mehr Druck auszuüben. „Wir haben in der ersten Halbzeit einfach zu wenig gemacht“, sagte Baumann. Deshalb nahm er bereits nach 23 Spielminuten eine taktische Änderung vor, brachte mit Christian Kuhn für Vitali Lasarev einen offensiveren Spieler. Doch die erste echte Torchance hatte der FVI. Nach toller Vorarbeit von Simon Zweifel hatte Mittelfeldspieler Steffen Kuhn plötzlich freie Schussbahn, doch setzte er das Leder an den Außenpfosten (29.). Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Teckstädter nicht einmal gefährlich vor das Illertissener Gehäuse gekommen. Was sich kurze Zeit später ändern sollte: Ein gut vorgetragener Angriff wurde eingeleitet von Emrah Polat, der schickte Antonio Tunjic auf die Reise, der Torjäger flankte präzise – und Maximilian Laible hatte keine Mühe, mit einem Flugkopfball den 1:0-Führungstreffer zu erzielen (38.). Nun zeigte sich Illertissen geschockt, doch der Tabellenzweite verpasste es, die Unsicherheit der Gastgeber auszunutzen. Als keiner mehr damit rechnete, gelang Steffen Kuhn in der Nachspielzeit mit einem Flachschuss der 1:1-Ausgleichstreffer.

Für den Kirchheimer Übungsleiter war dies nicht der Knackpunkt für die Niederlage, eher der 2:1-Führungstreffer elf Minuten nach dem Seitenwechsel: „Nach diesem Rückstand sind wir nicht mehr ins Spiel gekommen.“ Nach einem Eckball von Steffen Kuhn hämmerte der aufgerückte Innenverteidiger Gerold Skowranek das Leder volley ins Kirchheimer Tor, dabei gab es für VfL-Keeper Michael Stowers nichts zu halten (56.).

Vielleicht wäre noch einmal ein Ruck durch die Kirchheimer Mannschaft gegangen, wenn Ferdi Er nach einem Eckball von Christian Kuhn nicht über das Illertissener Tor geschossen hätte (66.) – es war die einzige nennenswerte VfL-Torchance im zweiten Durchgang. So aber vergab Ferdi Er, und Illertissens Christian Sameisla sorgte mit dem 3:1 und seinem elften Saisontor für die endgültige Entscheidung. Der VfL zeigte nun so gut wie keine Gegenwehr mehr und ergab sich seinem Schicksal.

Die Schlussphase verlief einseitig, und so kam es wie es kommen musste: Illertissens Torejagd ging munter weiter. Der eingewechselte Winterpausen-Neuzugang Bastian Heidecker sorgte mit einem Doppelpack für den 5:1-Endstand (78., 87.). Danach musste den Kirchheimer Spielern der Schlusspfiff von Schiedsrichter Hubert Wetzel wie eine Erlösung vorgekommen sein. Umgekehrt war FVI-Trainer Bachthaler mächtig stolz auf seine Jungs – besonders über deren Spielwitz: „Heute hat mich nicht das Ergebnis tief beeindruckt, sondern wie meine Mannschaft den Tabellenzweiten besiegt hat.“

FV Illertissen: Schoppel – Hornung (83. Böck), Klar, Skowranek, Holzapfel – Erhard (72. Birk-Braun), Simon Zweifel, Joachim Zweifel, Kuhn – Wild (74. Heidecker), Sameisla.

VfL Kirchheim: Stowers – Eisenhardt, Er, Kauffmann, Hertel – Gürol (60. Hofbauer), Ohran, Lasarev (23. Kuhn), Polat – Tunjic, Laible.

Tore: 0:1 Laible (38.), 1:1 Kuhn (45.+2), 2:1 Skowranek (56.), 3:1 Sameisla (78.), 4:1, 5:1 Heidecker (78., 87.)

Gelbe Karten: Simon Zweifel, Kuhn.

Zuschauer: 350

Schiedsrichter: Hubert Wetzel (Bad Saulgau).