Lokalsport

Vor dem Ende der Leidenszeit

Mit baskets Jena empfangen die Kirchheim Knights am morgigen Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) den letzten der Top 5 in der zweiten Basketball-Bundesliga. Das hammerharte VfL-Auftaktprogramm findet damit seinen Abschluss: Das Ende der Durststrecke ist damit in Sicht.

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Realismus ist derzeit bei den VfL-Basketballern angesagt. Denn trotz vier Niederlagen nacheinander heißt die Parole: Keine Panik. Schließlich hatte der (glückliche) Aufsteiger in die zweite Liga in den bisherigen sieben Spielen schon vier Top 5-Gegner. Dass dabei nicht mehr herausspringen würde als die bisher immerhin schon zwei Siege, konnten sich auch Basketball-Laien ausrechnen. Am morgigen Samstag kommt nun der fünfte aus dem erklärten Top-Quintett in die Sporthalle Stadtmitte, und für die Knights sollte dieses Spiel das Ende der Leidenszeit und der Aufbruch in die gewissermaßen normale Phase bedeuten.

Aber auch wenn einige Experten den Jenaern (12:2) hinter Tabellenführer Kaiserslautern (14:0), Bayreuth (14:0), Heidelberg (12:2) und Chemnitz (10:4) nur das fünftbeste Team bescheinigen, wäre es vermessen, jetzt schon an einen Sieg gegen ein Eliteteam zu denken. Jena verlor übrigens am Mittwochabend im DBB-Pokal 49:63 beim sächsischen Konkurrenten Chemnitz und bestätigte damit auf eine Weise das Urteil der Experten.

Und die Knights? Gleich mehrere Spieler brachten vom Marathon-Trip nach Chemnitz eine Erkältung nach Hause mit, am schlimmsten erwischte es Joe Hountondji, in Sachsen eine der wenigen positiven Überraschungen. Er musste das Bett hüten und konnte nicht trainieren. Kosta Karamatskos und Tom Klemm mussten sich, von Husten und Fieber geplagt, schonen, dazu zog sich Kai-Uwe Kranz am Montag beim Krafttraining im Fitnesszentrum Asahi eine leichte Zerrung der Rückenmuskulatur zu. Trotz dieser Probleme dürften die Spieler von Pasko Tomic nur ein Ziel für den Samstag haben: Kämpfen bis zum letzten Schweißtropfen. Da gab es in Chemnitz ja phasenweise gewisse Defizite, doch so etwas kann man sich vor dem eigenen Anhang gewiss nicht erlauben.

Tomic studierte übrigens unter der Woche die eine oder andere neue Variante in Abwehr und Angriff ein. Das scheint auch nötig, denn vor allem mit den Defensiv-Leistungen können die Knights trotz der Erklärung durch die starken Gegner bisher gewiss nicht zufrieden sein. Im Schnitt kassierte der VfL 86,7 Punkte pro Spiel, nur das sieglose Schlusslicht USC Freiburg verteidigt mit 89 Punkten pro Spiel noch schlechter. Dafür steht Jena trotz bisher sechs Siegen lediglich auf Platz acht der Offensiv-Tabelle, schaffte "nur" 72 Punkte pro Spiel. Mit gerade mal 61 eingefangenen Punkten steht Pom baskets dafür als bisher bestes Defense-Team toll da. Ihr ganzes Spiel dreht sich übrigens um Alexander Seggelke (27), der bereits bei den Giants Leverkusen in der ersten Liga erfolgreich war. Der 1,94 m große Flügelspieler führt sein Team auch als Topscorer (17,9 Punkte pro Spiel) an, vor dem US-Center Sean McCaw (2,04 m, 14,1 Punkte).

Drittbester Korbjäger ist ein alter Bekannter: Al Elliott (12,0) spielte schon für den TV Rottenburg, den MTV Stuttgart und den FV Weißenhorn gegen die Knights und hat Zweitligastationen in Ansbach und Bremen hinter sich.

Knappe Niederlage?Man darf gespannt sein, wie die Sachsen die morgige Anreise verkraften werden, Kirchheim hatte am vergangenen Wochenende beim Trip in die entgegen gesetzte Richtung ja nicht die besten Erfahrungen gemacht. Doch bis auf die 54:63-Niederlage bei den Crailsheim Merlins am zweiten Spieltag überstand Jena bisher alle Reisen unbeschadet und ist seither in fünf Spielen auch ungeschlagen. Der Klub hat allerdings auch noch gegen keinen einzigen der derzeit ersten sechs antreten müssen. Kirchheim ist seinerseits nun auf dem 13. Tabellenplatz gelandet, eine Position, die man gerne auch für den 30. Spieltag akzeptieren würde. Gegen Jena heißt es aber noch einmal: Durchhalten, sich so gut verkaufen wie möglich, den treuen Fans ein Spektakel der kämpferischen Art bieten.

Vielleicht kann man aus einer möglichen knappen Niederlage ja etwas Selbstvertrauen für die dann wirklich wichtigen Spiele ziehen, die in den kommenden Wochen im Fahrplan stehen. Und wenn tatsächlich einmal mehrere Knights ihr durchaus vorhandenes Potenzial ausreizen, ist vielleicht sogar eine Sensation möglich.