Lokalsport

"Vorbilder an Ausdauer und Beharrlichkeit"

191 Baden-Württemberger haben im letzten Jahr das Sportabzeichen des Deutschen Sportbundes (DSB) zum 30. Mal oder häufiger erworben. Darunter finden sich auch Seniorensportler aus der Teckregion.

STUTTGART Bei einem Empfang des baden-württembergischen Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport im Neuen Schloss in Stuttgart sagte Kultusstaatssekretär Georg Wacker vor den versammelten Freizeitsportlern: "Das Sportabzeichen ist kein verstaubtes Relikt aus den Gründertagen des Sports. Es ist attraktiver denn je und ein Gütesiegel des Breitensports." Wacker würdigte die 107 Frauen und 84 Männer als "Vorbilder an Ausdauer und Beharrlichkeit". Der älteste Teilnehmer war der 84-jährige Degginger Kurt Staudenmeyer, die älteste Teilnehmerin die 90-jährige Freiburgerin Ingeborg Becker.

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Der Kultusstaatssekretär hob den gesellschaftlichen Stellenwert des Sportabzeichens hervor: "Trotz der sportlichen Leistung, die ohne Zweifel für den Erwerb des Abzeichens erbracht werden muss, ist auch die Freude, mit anderen Menschen zusammen die Freizeit zu verbringen, ein wichtiger Bestandteil beim Ablegen des Sportabzeichens."

In guter Gesellschaft Die baden-württembergischen Hobby-Sportlerinnen und Sportler sind dabei in guter Gesellschaft, denn auch immer mehr Prominente erwerben das deutsche Sportabzeichen. Dazu zählt seit Jahren der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker sowie, neuerdings, Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose.

Zu der Ehrung waren auch zwei Sportler aus Kirchheim und zwei Sportlerinnen aus Oberlenningen eingeladen. Der 68-jährige Kirchheimer Gerald Lemanczyk leitet seit nunmehr 40 Jahren die Sportgruppe der Firma Hans Graupner im Stadion an der Jesinger Allee, wo jeden Mittwoch regelmäßig trainiert wird und gehört mit 50 abgelegten Prüfungen zu den Spitzenreitern in Baden-Württemberg. Bemerkenswert ist, dass er die Prüfungen seit dem 18. Lebensjahr lückenlos abgelegt hat. Helmut Schulz (Ötlingen) hat ebenfalls mit 18 Jahren sein erstes Sportabzeichen abgelegt, doch dann folgten 17 Jahre Pause. Erst im Jahre 1968 begannen wieder die sportlichen Aktivitäten. Es war Alfred Kleefeldt, der zweifache deutsche 5000-Meter-Meister, welcher ihn dazu ermunterte und als Schrittmacher Schulz zu einer guten 5000-Meter-Zeit verhalf. Inzwischen hat der 73-jährige Ötlinger, der eine schwere Krankheit überwand, 40 Sportabzeichen geschafft.

In Oberlenningen waren es die 66-jährige Brigitte Eichhorn und Gabriele Raichle (57), welche sich im Jahr 1976 entschlossen, gemeinsam für das deutsche Sportabzeichen zu trainieren. Ohne Unterbrechung erbrachten sie danach jedes Jahr die Leistungen für das deutsche Sportabzeichen.

Im vergangenen Jahr war es dann so weit: das 30. Sportabzeichen war geschafft. Und somit auch die Voraussetzung für die Einladung nach Stuttgart.

pm/hs

INFODas Sportabzeichen des Deutschen Sportbundes wurde 1913 von Carl Diem, einem deutschen Sportfunktionär und -wissenschaftler, ins Leben gerufen. In fünf Leistungsgruppen werden motorische Grundlagen wie Ausdauer, Schnell- und Sprungkraft sowie Schnelligkeit überprüft. In jeder Disziplin muss eine Übung erfolgreich absolviert werden. Die Prüfungen können in insgesamt 13 Sportarten absolviert werden.