Lokalsport

War das der Todesstoß für Weilheims Handballer?

Abstiegsstimmung unter der Limburg nach der 19:23-Derby-Niederlage gegen die SG Lenningen

Elfte Niederlage in Folge für den TSV Weilheim: Auch bei der 19:23-Derby-Niederlage gegen die SG Lenningen scheiterten die Limburgstädter einmal mehr an eigenen Unzulänglichkeiten.

Weilheim. Noch während des Warmmachens konnten beide Teams Entwarnung für ihre Erkrankten geben. Sowohl Björn Bachofer auf Weilheimer als auch Jochen Renz auf Lenninger Seite waren einsatzbereit. Eine ausverkaufte Wühlehalle trug ihr Übriges dazu bei und sogar die Weilheimer Bürgermeisterkandidaten ließen sich diese Partie auch vor dem Wahlsonntag nicht entgehen.

Die Gastgeber starteten wieder wie gewohnt gut in die Partie und waren von Anfang an hellwach. Nach zwei Fahrkarten legte man mit 2:0 vor. Lenningen benötigte zunächst fünf Minuten um ins Spiel zu finden, glich aber schließlich durch ein Feldtor und einen Strafwurf von Austen aus. Bei den Weilheimern erwischten vor allem Auweter und Zettl einen guten Start, gemeinsam warfen sie die ersten vier Tore des TSV. Die Gäste aus dem Lenninger Tal glichen jedoch immer wieder aus. Wie erwartet, bestach die Partie nicht durch hochklassigen Handball oder einen Torregen, aber Kampf und Spannung ließen beide nie vermissen. Die Hausherren legten vor und die SG zog nach – so gestalteten sich die ersten 21 Minuten ausgeglichen.

Erst als SG-Coach Holger Kiedaisch auf der linken Rückraumposition umstellte, kippte das Spiel. Christoph Wiesinger brachte mit seinen Körpertäuschungen ein ums andere Mal Bewegung in die Weilheimer Abwehr und schoss die Blauen bis auf 9:7 in Front. Erst Haase mit dem Anschluss und ein gewohnt überzeugender Rehkugler im Weilheimer Gehäuse brachen den Lauf der Gäste. Braunwarth und Schill trugen sich zum 9:10 in die Torschützenliste ein, ehe die SG mit ihrem letzten Angriff vier Sekunden vor der Pause wieder am Torwart scheiterte. Der TSV sicherte sich den Abpraller und wurde sofort am Gegenzug gehindert. Beim direkten Freiwurf vom eigenen Neunmeterraum befanden sich die ersten Zuschauer bereits auf dem Weg zur Theke. Auch Klaus Haase glaubte nicht wirklich an den Erfolg seines Wurfes, doch Sven Lamparter kam nur unglücklich mit dem Unterarm an den halbhohen Wurf und legte sich diesen selbst in die Maschen – 10:10 lautete der Halbzeitstand.

Auch in der zweiten Hälfte dominierten die Abwehrreihen. Die Weilheimer überstanden ausnahmsweise die Anfangsphase ohne größeren Einbruch. Auweter erzielte mit dem 13:12 in der 40. Minute die letzte Führung der Hausherren, wie sich später herausstellen sollte. Ein erster Bruch mit fünfminütiger Torflaute für Weilheim brachte die SG wieder in Front. Haase konnte wieder ausgleichen, doch zwei Zeitstrafen in Folge und dadurch eine Minute lang doppelte Unterzahl bedeuteten die Vorentscheidung. Wiesinger verwandelte die fälligen Strafwürfe sicher und erhöhte mit zwei Kontern für Lenningen. Innerhalb von nur zwei Minuten brachte er die „Blauen“ mit einem Viererpack zum 18:14. Jan Lamparter erhöhte gar auf fünf Tore und die Gastgeber scheiterten nun sogar vom Siebenmeterpunkt.

Doch Weilheim kämpfte: Tore von außen und auch vom Kreis durch Sigel waren die Belohnung für zwei vereitelte Konter von Rehkugler. Als Schill sechs Minuten vor Spielende auf 18:20 verkürzte, war man wieder dran. Kazmaier und Leitner übernahmen die Verantwortung auf Lenninger Seite und hielten dagegen. Aus dem Aufschwung des TSV wurde schnell Hektik und die Zeit lief für die Tälessieben. Wiederum Schill warf das 19:21, aber zu viele Fehler im Spielaufbau verhinderten den erneuten Ausgleich. Kazmaier erzielte bereits drei Minuten vor Spielende den Endstand von 23:19 – bezeichnend für die Partie, denn beide Teams blieben danach in der verbleibenden Zeit ohne Torerfolg.

Während für Lenningen die Welt weiterhin in Ordnung ist, war die elfte Niederlage in Folge für Weilheim wohl der Todesstoß. Für die SG folgt nächste Woche gleich das nächste Derby, dann empfängt man den TSV Grabenstetten zuhause. Die Weilheimer fahren erst sonntags nach Unterensingen. tk

TSV Weilheim: Rehkugler; Auweter (4/1), Sigel (2), Bachofer (3/2), Haase (3), Mauch, Seyferle, Zettl (3), Bächle, Schill (4), Planitz, Schorr, Klein (2).

SG Lenningen: S. Lamparter, Attinger; Kazmaier (3), J. Lamparter (1), Kirschmann (2), Braunwarth (2), Wiesinger (8/4), Austen (3/1), Haid, Ringelspacher, Bächle, Wald (3), Renz (1), Leitner (1).

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