Lokalsport

Warme Winter-Tage in Kroatien

Jetzt ist's endgültig spruchreif: Die VfL-Fußballer verbringen sieben Winter-Tage im warmen Kroatien. Das Trainingslager in der Küstenstadt Neum vom 29. Januar bis 5. Februar soll die Mannschaft, die in der württembergischen Verbandsliga Überraschungs-Dritter ist, noch enger zusammenschweißen.

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Woher nehmen wenn nicht stehlen? Lange stand das anvisierte Wintertrainingslager in Kroatien, rund 6000 Euro teuer, auf der Kippe wegen der bekannt klammen VfL-Kasse. Doch die Spieler wollten die Streichung so einfach nicht hinnehmen. Die Rettung brachte der Griff in den eigenen Geldbeutel. Jene 30 VfL-Cracks und Funktionäre, die vom 29. Januar bis 5. Februar in der Hotelanlage "Villa Nikolas" in der Küstenstadt Neum nun sieben Tage lang logieren werden, bestreiten alle Ausgaben inklusive der Kosten für die 1000-Kilometer-Busfahrt zum größten Teil selbst. "Macht rund 200 Euro für jeden", rechnete VfL-Sportleiter Norbert Krumm schnell mal aus, "das nenne ich kostengünstig."

Zwar hat keiner aus der VfL-Führungsetage die "Villa Nikolas" jemals live zu Gesicht bekommen: Die ebenso komfortable wie noch junge Hotelanlage in Süddalmatien kennt auch Nobby Krumm nur von Bildern. "Alles sieht aber ziemlich viel versprechend aus", sagt er, der ebenso wie VfL-Abteilungsleiter Winfried Scholz und andere Funktionärsträger mitfahren wird. Günstig für die Mannschaft: Geeignete Rasenplätze fürs zweimalige Training pro Tag liegen nicht allzu weit entfernt.

Doch nicht nur, weil die Hotelzimmer der Villa Nikolas gut ausgestattet, die umliegende zerklüftete Küstenlandschaft pittoresk und die Lufttemparatur in der Region durchaus erwärmend ist (bis zu 20 Grad im Winter), zieht's die VfL-Fußballer in knapp sechseinhalb Wochen auf den Balkan. Auch die Tatsache, dass der Hotelbetreiber ein Onkel von VfL-Spieler Nikica Raguz ist, spielte eine wichtige Rolle, vielleicht die entscheidende: Der nette Oheim aus Ex-Jugoslawien kam dem VfL finanziell entgegen. Sportlich soll das Trainingslager dazu dienen, neben der Physis auch die Psyche der Spieler zu stärken. "Wir wollen dort die Gemeinschaft stärken", betont Krumm, der dieser Tage den Trainer-Stellvertreter spielt: VfL-Chefcoach Michael Rentschler und Freundin Ilona wandern noch bis zum 3. Januar auf Burma. Ein Abenteuerurlaub mit Rucksack.

Auch für die VfL-A-Jugend-Spieler Heiko Eberhardt, Michael Kutscher, Servette Isik und Moritz Straub wird's neue Erfahrungen hageln: Die vier Youngsters sollen zur VfL-Übungswoche jenseits der Alpen Ende Januar mit. Was nicht nur der sportliche VfL-Leiter ("mit unseren Jugendtrainern arbeiten wir in dieser Saison eng zusammen") begrüßt. Der VfL-Jungbrunnen sprudelt also munter weiter demnächst bis auf den Balkan.

Vor dem Trainingslager, an dem Angreifer Marcel Klon wegen Polizei-Prüfungen vermutlich nicht teilnehmen kann, bestreiten die VfL-Fußballer noch insgesamt fünf gut dotierte Hallenturniere. "Da können unsere Spieler einige Euros dazu verdienen, Geld, das sie dann gut in den Kroatien-Trip investieren können", wie Nobby Krumm sagt.

Wie gesagt: Die sieben Übungstage in Neum finanzieren die VfL-Cracks selber. Eine Investition, die sich sportlich auszahlen wird? "Unsere Spieler haben Blut geleckt", verspricht Krumm angriffslustige VfL-Kicker im Frühjahr.

INFOIm Jahr 2005 bittet Trainer Michael Rentschler die VfL-Fußballer am 18. Januar zum ersten Training. Pflichtspielauftakt ist am 26. Februar mit der durch den WFV-Boykott ausgefallenen Dezember-Partie in Dorfmerkingen.