Lokalsport

Wasser-Cup

Wann zieht es Sportler in die Halle? Wenn es draußen zu dunkel, zu kalt oder womöglich zu nass ist, um gepflegt ins Schwitzen zu geraten. Meist ist dann Winter. Am Samstag, 3. Januar, hat der SC Geislingen sein Fußballturnier in der Halle veranstaltet. Der Januar ist bekanntlich ein Wintermonat und auch sonst traten am späten Samstagabend alle drei Härtefälle ein, die den Freiluftsport in aller Regel in Hallensport verwandeln. Draußen war es dunkel, ungemütlich kalt und obendrein auch reichlich nass. In der Geislinger Michelberghalle funktionierten glücklicherweise Heizung und Licht. Nur das Dach, das tat es nicht. Erst tropfte es, dann tropfte es stärker, und am Ende war es drinnen wie draußen: nass. Von Bedingungen wie anno 1974 beim berühmt gewordenen WM-Spiel zwischen Deutschland und Polen, das als Wasserschlacht bei Frankfurt in die Geschichtsbücher einging, waren die Hallenkicker in Geislingen zwar noch ein gutes Stück entfernt. Doch weil es entschieden eleganter ausschaut, den Gegner nass zu machen, als öde Pfützen zu umdribbeln, entschied der Veranstalter, dem unwürdigen Treiben per Neunmeterschießen ein vorzeitiges Ende zu bereiten.

Gewinner des „Überkinger-Cups“ waren übrigens die Gastgeber aus Geislingen. Wie böse Zungen behaupten, überlegt man sich im SC nun, ob man sich fürs traditionelle Hallenturnier nicht besser einen neuen Namensgeber suchen sollte. Irgendwas trockeneres. Wer erfolgreich Wasser macht, darf sich halt‘ nicht wundern, wenn er am Ende zu viel davon hat.BERND KÖBLE

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