Lokalsport

Weichenstellung für ein "Konsolidierungsjahr"

Nun ist es amtlich: Bastian Steger (22) wechselt zur neuen Saison vom deutschen Rekordmeister aus Düsseldorf ins Neuffener Tal. Er soll künftig zusammen mit Ma Wenge das vordere Paarkreuz des TTC Frickenhausen bilden.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN "Wir freuen uns, dass wir mit Bastian einen jungen, ausbaufähigen Spieler gewinnen konnten", sagt Manager Christoph Reuhl. Nun fehlt noch ein Spieler an Position vier, dann stünde die neue Mannschaft für die kommende Saison fest. Am Montag dieser Woche wurde die Vereinsführung mit Bastian Steger und Borussia Düsseldorf handelseinig. Der 22-Jährige wird in der Saison 2006/2007 im vorderen Paarkreuz des TTC an den Start gehen. "Um wettbewerbsfähig zu bleiben, mussten wir einen Top-Mann zu einem bezahlbaren Preis verpflichten", sagt Manager Christoph Reuhl, was fast ein wenig entschuldigend klingt.

Es ist ein schwieriger Balanceakt, den der 37-Jährige im Moment zu bewältigen hat. Zum einen spürt er die Enttäuschung der Fans, die es gern gesehen hätten, wenn das Erfolgsquartett Ma, Lundquist, Wosik und Tokic zusammen geblieben wäre. Zum anderen muss er durch die Ausfälle des Hauptsponsors Metabo und eines weiteren großen Co-Sponsors mit einem eingeschränkten Etat versuchen, ein Team zu formieren, das zumindest um die Play-Off-Plätze mitspielen kann. "Das sind wir den Fans schuldig", meint Reuhl und betont, dass es der Vereinsführung ganz und gar nicht leicht gefallen sei, ein eingespieltes Team auseinanderzureißen. "Fakt ist, dass uns unter dem Strich 60 000 Euro weniger zur Verfügung stehen als in der letzten Saison", sagt Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann. "Uns blieb gar nichts anderes übrig, als die Mannschaft neu zu formieren." Von den Gerüchten, man ziehe im Fall Lundquist Konsequenzen, weil dieser aufgrund seines zum Teil unbeherrschten Auftretens in der Publikumsgunst gesunken sei, will der Präsident allerdings nichts wissen. "Jens ist ein emotionaler Spieler. Das hatte jedoch auf unsere Entscheidung keinerlei Einfluss."

Mit der Verpflichtung von Steger werden beim TTC die Weichen für die nächsten zwei Jahre gestellt. Ma hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben, mit Bojan Tokic steht der Verein kurz vor dem Abschluss. Vakant ist bislang noch die vierte Position. "Hier suchen wir einen jungen Spieler mit Entwicklungspotenzial", umreisst der Manager vage das Anforderungsprofil. Drei Kandidaten hat er derzeit im Auge, Namen will er nicht nennen. TTC-Eigengewächs Jörg Schlichter, derzeit noch beim TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell unter Vertrag, gehört zum engeren Kreis.

Müssen durch den Neuaufbau nun auch die Ziele revidiert werden? "Nein, eigentlich nicht. In den Pokalwettbewerben haben wir auch mit der neuen Mannschaft gute Chancen", glaubt Reuhl. Beim Kampf um die Play-Off-Plätze in der Liga hänge es latztlich auch ein wenig davon ab, wie die neuen Doppel zusammenfinden und wie sich die neue Nummer vier schlagen wird. Reuhl: "Es kann durchaus sein, dass wir eine kurze Konsolidierungsphase einlegen müssen, bis wir wieder zu den Favoriten zählen."