Lokalsport

Weihnachtsgeschenk für die Blauen

Torjäger Antonio Tunjic kehrt den Stuttgarter Kickers den Rücken und zum VfL Kirchheim zurück

Kirchheim. Da es denkbar ist, dass die Zahl der Oberliga-Absteiger zum Rundenende fünf betragen wird, beträgt der Abstand zum rettenden Ufer – in diesem Fall Rang 13 – für die VfL-Fußballer aktuell sieben Punkte. Das Nachholspiel gegen den ASV Durlach hat man noch in der Hinterhand, keine Mission impossible also, die auf Trainer Rolf Baumann und seine neu formierte Truppe in der Rückrunde wartet.

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Neben dem Abgang des jahrelang als Käpt‘n fungierenden Mario Grimm, werden sich die Teckstädter auch vom glücklosen und verletzten Vergoulakis Karapantzos trennen. Gut möglich, dass bis zum Ende der Wechselfrist am 31. Januar noch der eine oder andere Abgang folgen wird. Einen ersten Neuzugang kann der VfL auch schon vermelden, und der wird die Fans am meisten erfreuen: Antonio Tunjic (24) wird zu den Kirchheimern zurückkehren.

Hintergrund: Bei den Stuttgarter Kickers bekam der Holländer trotz einiger Treffer in der Vorbereitung und in den ersten Spielen recht wenig Einsatzzeiten, sodass er seinen Vertrag am vergangenen Samstag auflöste. Derzeit ist er in einem dreiwöchigen Bosnien-Heimaturlaub und wird nach seiner Rückkehr beim VfL unterschreiben. Damit haben die Blauen einen schmerzlich vermissten Torjäger zurück, der den nach der Rückrundenvorbereitung erstmals richtig fitten Sturmkollegen Maximilian Laible und Tiago Santos-Araujo dann zur Seite stehen wird.

Weitere Verstärkungen sind beim Oberligisten geplant, jedoch gestalten sich die Verhandlungen schwierig: Ein neuer Passus in der Spielordnung schränkt die finanziellen Spielräume entscheidend ein. Jener besagt, dass vor einem Vereinswechsel in der Winterpause („Periode 2“) ein Akteur unabhängig von dessen Status stets die Zustimmung des abgebenden Vereines benötigt. Dadurch wird die freie Arbeitsplatzwahl durch das Bosman-Urteil ein Stück weit ad absurdum geführt und erschwert den Verhandlungsspielraum – es darf gepokert werden.

Wer neben Tunjic kommt, bleibt also offen. Dagegen kann Baumann zur Rückrunde mit Uwe Beran und Sabri Gürol wieder auf zwei lange Zeit verletzte Youngsters zurückgreifen. Aus dem Trainingsbetrieb kennt er beide kaum – so gesehen sind auch sie Neuzugänge für ihn. Derzeit befinden sich die meisten VfL-Spieler im Weihnachtsurlaub, und Fußballlehrer Baumann gab seinen Schützlingen Hausaufgaben auf, damit sich jene zum Vorbereitungsstart am 11. Januar um 11 Uhr fit präsentieren können.

Das folgende Wochenende verbringt der komplette Kader übrigens beim nun schon traditionellen Kanzelwandhaus-Trainingslager in Österreich. Dort soll der (zuletzt vorhandene) Team-Geist im neuen Jahr frisch belebt werden. Bereits vier Wochen später erfolgt der Oberliga-Startschuss. Das Nachholspiel gegen den ASV Durlach wird am Samstag, 21. Februar ausgetragen (15 Uhr), die Nachhutpartie gegen den FV Illertissen wurde auf Mittwoch, 11. März (19 Uhr) terminiert. Zwischendurch – am 21. Februar – geht es mit der Partie beim FC Normannia Gmünd offiziell in der Oberliga los. Auf den ersten April wurde die noch ausstehende Achtelfinal-Partie des WFV-Pokals bei den Stuttgarter Kickers II angesetzt.

Mal sehen, ob Antonio Tunjic in dieser Partie dabei sein wird – um vielleicht seine alten Kameraden zu ärgern . . . wr