Lokalsport

Weltmeister kontra Nachwuchsflieger

Die Fliegerhalle ist geputzt, die ersten Piloten sind eingetroffen: Nichts steht dem morgigen Beginn des 39. Hahnweide-Segelflugwettbewerbs mehr im Weg. Bis einschließlich Samstag, 7. Mai, werden internationale Segelflieger die Hahnweide für sich beanspruchen.

CORINNA FRITZ

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KIRCHHEIM Mit der heutigen Eröffnungsveranstaltung (mit Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker) beginnt auf der Hahnweide ein traditionelles Kirchheimer Großereignis. 100 Mannschaften aus Frankreich, Italien, den Niederlande, Großbritannien, der Schweiz, Japan und Deutschland treffen sich, um sich mit hochrangigen Konkurrenten zu messen. Sowohl Piloten der deutschen Nationalmannschaft als auch Europameister, Welt- und Vizeweltmeister geben sich die Ehre, an diesem internationalen Freundschaftswettbewerb teilzunehmen.

Der zweimalige Weltmeister Holger Karow, der für die Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth an den Start geht, wird in diesem Jahr versuchen, den Titel in der Offenen Klasse der Königsdisziplin, schlechthin zu verteidigen. In dieser Wettbewerbsklasse wollen jedoch auch der ehemalige Vize-Weltmeister Uli Schwenk (Münsingen) und sein Teamkollege Willi Balz (Fliegergruppe Wolf Hirth) den Titelkampf für sich entscheiden. Die Klassen-Konkurrenz umfasst 15 weitere Piloten.

Ein weiteres Spitzenteam hat in der Rennklasse Ambitionen auf den Titel: Michael Grund, ehemaliger Vizeweltmeister aus Stuttgart, kämpft gemeinsam mit Tilo Holighaus, deutscher Rekordhalter und Geschäftsführer des Segelflugzeugherstellers Schempp-Hirth, in der Rennklasse gegen neun andere Starter. Mario Kießling (Wolf Hirth), der einen Deutschen Meistertitel verbuchen kann und auch als Nationalmannschaftsflieger tätig ist, hat derweil gute Titelchancen in der Standardklasse. Und Heimvorteil. 27 weitere Piloten gehen in dieser Klasse auf Thermikjagd.

In der 18-Meter-Klasse starten in diesem Jahr gleich neun Piloten aus der Region. Unter ihnen ist auch der ehemalige Deutsche Meister Eberhard Schott aus Bissingen, der sich in einem hochkarätigen Starterfeld mit insgesamt 25 Piloten wiederfindet. In der Doppelsitzerklasse versuchen sechs regionale Teams, sich gegen zwölf weitere durchzusetzen.

Der Kirchheimer Freundschaftswettbewerb bietet nicht nur der Elite des Segelflugsports Gelegenheit, ihre Leistungen zu vergleichen, sondern soll vor allem eine Plattform zur Weiterentwicklung für jugendliche Piloten sein. Learning by doing so die Wettbewerbsparole für die Nachwuchsflieger.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten können sich beim Segelfliegen in Einladungswettbewerben unerfahrene Piloten mit Weltmeistern messen. Diese Erfahrung wollen sich in diesem Jahr sowohl deutsche Jugendnationalmannschaftspiloten als auch "frisch gebackene" Kirchheimer Starter nicht entgehen lassen. Vier Piloten und eine Pilotin aus Kirchheim und Umgebung alle jünger als 25 werden in der Standardklasse ihr Können unter Beweis stellen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das zuletzt launische (April-)Wetter endgültig passe ist und thermikreiche (Mai-)Tage folgen werden.