Lokalsport

Wendlinger Wochen

Fußball-Bezirksliga: AC Catania plant den nächsten Streich – VfL in der Zwickmühle

Da staunten die Experten: Ausgerechnet der AC Catania Kirchheim, nach einem personellen Aderlass in der Winterpause schon von einigen Propheten zum Absteiger abgestempelt, war das Teckteam des vergangenen Bezirksliga-Spieltages. Am Sonntag soll der nächste Coup gelingen.

Bezirksliga SF Dettingen-AC Catania (wei§es Trikot)Torjubel nach dem 0:1
Bezirksliga SF Dettingen-AC Catania (wei§es Trikot)Torjubel nach dem 0:1

Kirchheim. Catania-Abteilungsleiter Pasquale Martinelli hat schon machen Sturm miterlebt. Doch krassen Negativerlebnissen folgen manchmal kleine Fußball-Wunder. Wie am vergangenen Sonntag. Das überraschende 2:0 beim TSV Ne­ckartailfingen brachte nicht nur den fünften Saisonsieg und etwas mehr Ruhe in den Club, sondern auch neues Selbstvertrauen. Nun beginnt für den AC die „Wendlinger Woche“.

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Übermorgen rückt der TSV Wendlingen an, sieben Tage später folgt das Gastspiel beim fast schon abgestiegenen TV Unterboihingen. Sechs Punkte wären der Idealfall – was in der derzeitigen Verfassung der Mannschaft nicht einmal unrealistisch ist. Klar ist, dass diese beiden Partien für Catania vorentscheidenden Charakter haben. Abteilungsleiter Pasquale Martinelli setzt auf den Charakter des teilweise in der Winterpause neu formierten Teams. „Die Leistung beim 2:0 in Neckar­tailfingen war ansprechend“, sagt er. Wendlingen, mit 24 Zählern zwei Punkte und einen Platz vor dem AC Catania liegend, stieg am vergangenen Sonntag mit einem 0:0 gegen den VfB Oberesslingen/Zell in das Punktspieljahr ein. Der erhoffte Befreiungsschlag gelang somit nur bedingt und soll nun mit einem Sieg in Kirchheim folgen. Catania versus TSVW: Ein brisantes Duell.

Große Ernüchterung herrscht beim VfL Kirchheim nach der 1:2-Pleite gegen den FV 09 Nürtingen. Platz eins, der zum Direktaufstieg in die Landesliga berechtigt, gerät angesichts der Heininger Dauer-Dominanz immer mehr außer Reichweite. Und auch Platz zwei wackelt, nachdem der TSV Berkheim und der FV 09 Nürtingen bis auf einen Punkt herangerückt sind. Gelingt es der Abteilung nicht, ein Team für die Verbandsliga zu melden, droht dem Kirchheimer Fußball ein Rückfall in den Stand vor über 30 Jahren: Das höchste VfL-Team würde in der Bezirksliga kicken, überregional gesehen würde der gebeutelte VfL in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. VfL-Trainer Stefan Haußmann („diese Niederlage wirft uns nicht um“) hört es nicht gern, aber nach der Heimniederlage gegen die Nürtinger lastet nun ein ganz besonderer Druck auf dessen U23-­Team. Übermorgen gastiert der Tabellenzweite beim GSV Dürnau, der als Achter kaum noch Perspektiven nach oben hat und ein Punktepolster hinsichtlich der Abstiegszone.

Der TSV Berkheim muss beim VfB Reichenbach ran, der FV 09 Nürtingen trifft auf dem heimischen Wörth auf den FSV Kuchen. Die vermeintlich leichteste Aufgabe hat Spitzenreiter FC Heiningen mit der Partie gegen die SF Dettingen auf dem Programm. Während die Heininger nach dem Last-Minute-Sieg in Kuchen (für den FTSV war das 2:3 die erste Heimniederlage in dieser Saison) vor Selbstvertrauen strotzen, war bei den SFD nach dem 1:6-Desaster gegen den TSV RSK Esslingen Wunden lecken angesagt. Wenn Schiedsrichter Bahri Muharemi übermorgen um 15 Uhr das Match auf dem Kunstrasenplatz anpfeift, stehen die Dettinger erneut unter Zugzwang. Ein Sieg beim Tabellenführer? Es wäre der größte Coup der SFD in dieser Saison. Allerdings ist der FCH seit acht Spieltagen ungeschlagen, In der Hinrunde gab es bei hochsommerlichen Temperaturen ein 2:2.

Einen ganz kleinen Vorteil haben die SFD-Mannen übermorgen vielleicht doch – sie mussten im Gegensatz zum Gegner gestern Abend nicht im Bezirkspokal ran.