Lokalsport

Wenig unterhaltsame Nullnummer auf rutschigem Boden

In einer über weite Strecken höchst unansehnlichen Verbandsliga-Partie trennten sich die SG Schorndorf und der VfL Kirchheim 0:0.

PETER EIDEMÜLLER

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SCHORNDORF Nein, ein schönes Fußballspiel sieht anders aus. Wer sich am Samstag bei nasskalter Witterung auf das Sportgelände der SG Schorndorf verirrte, wurde beileibe nicht mit ansehnlicher Fußballkost verwöhnt. Zu Beginn tasteten sich beide Mannschaften verhalten ab, zügiger Spielfluss wollte auf beiden Seiten nicht aufkommen. Vor allem die gastgebenden Schorndorfer verzichteten völlig auf eine durchdachte Spieleröffnung: Sie schlugen die Bälle aus den eigenen Reihen in Richtung VfL-Sechzehner, in der Hoffnung, dort Verwendung für sie zu finden.

Den Teckstädtern hingegen sah man die Bemühungen um durchdachte Aktionen durchaus an, es mangelte bloß an der Genauigkeit in den Zuspielen. So entwickelte sich fortwährend das gleiche Bild: Die SG Schorndorf rannte einem der langen Bälle hinterher; der VfL Kirchheim überbrückte über zahlreiche Stationen das Spielfeld, ohne zwingend vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen. Zur Halbzeit stand es dann auch folgerichtig 5:2 für Schorndorf allerdings im Eckenverhältnis. Den VfL-Kickern war anzumerken, wie schwer es ihnen fiel, sich auf das Spiel der Schorndorfer einzustellen. "Gegen solche Mannschaften siehst du immer schlecht aus, weil absolut kein Spiel im Mittelfeld aufkommt", musste der sportliche Leiter des VfL, Nobert Krumm, nach Spielende zugeben.

Die größte Chance der ersten Halbzeit konnten die gastgebenden Schorndorfer verbuchen. Nach gut einer halben Stunde hätte die SG in Führung gehen müssen, als Ex-VfL-Crack Carmelo Scaffidi nach Hereingabe von links unbedrängt vor dem Kirchheimer Gehäuse auftauchte, den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte. VfL-Goalie Patrick Gühring reagierte glänzend und begrub das Spielgerät unter sich. Von den Gästen war in der ersten Hälfte erschreckend wenig zu sehen, sodass getrost von verschlafenen ersten 45 Minuten auf Kirchheimer Seite geredet werden kann.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte sich der VfL jedoch bissiger. "Wir haben in der Pause ein paar Dinge angesprochen, die wir besser machen müssen", erklärte VfL-Spielertrainer Rentschler nach der Partie. Durch frühes Pressing der "Blauen" verlagerte sich das Spiel zusehends in die Hälfte der Gastgeber, denen mit zunehmender Spieldauer die Kräfte zu schwinden schienen. Die bis dahin größte VfL-Chance vergab in der 69. Minute Coskun Isci, der von der Mittellinie an zu einem unwiderstehlichen Solo-Lauf durch die Schorndorfer Reihen ansetzte. Im Duell mit SG-Keeper Kraft konnte Isci allerdings nicht die Nerven behalten, Kraft entschärfte Iscis Schuss zur Ecke. Kurz zuvor hatte Fabio Morisco Pech, als er einen Fehlpass der Schorndorfer hätte abfangen können, um allein aufs Tor zuzumarschieren. Der Kirchheimer Goalgetter rutschte jedoch auf dem glitschigen Rasen aus und konnte den Ball nicht mehr erreichen.

Die nur noch sporadisch nach vorne agierenden Platzherren kamen wenig später ihrerseits zu einer "hundertprozentigen" Chance. Für den bereits geschlagenen Keeper Gühring konnte Abwehrrecke Guido Fuchs vor dem einschussbereiten SG-Stürmer Jaouadi klären. Fuchs warf sich in dessen Schuss, der zur Ecke abgefälscht wurde (76.). Unter dem Strich war es ein leistungsgerechtes Unentschieden, denn eine solch unansehnliche Partie hätte wahrhaftig keinen Sieger verdient gehabt. Dennoch zeigte sich Michael Rentschler ein wenig angefressen nach Spielende: "Natürlich muss man mit dem Punkt leben, aber wenn man auswärts zu so guten Chancen kommt, muss man eben auch mal eine verwerten." Nobby Krumm, des Trainers rechte Hand, versuchte, dem Spiel etwas Positives abzugewinnen: "Wir haben bei einem heimstarken Gegner einen Punkt geholt und zum zweiten Mal hintereinander zu Null gespielt." Rentschlers Enttäuschung teilte Krumm insoweit, als dass sich "die Mannschaft für ihren Kampf in der zweiten Halbzeit nicht selbst belohnt hat." SG Schorndorf:

Kraft Ackermann, Paulus (70. Farkas), Eisenmann, Broos Mazzola (63. Rainbow), Scaffidi, Stilp, Kohut (46. Jaouadi) Scigliano, KocijanVfL Kirchheim:

Gühring Fuchs, Eisenhardt, Rentschler, Siopidis Isci (76. Baumer), Raguz (70. Polat), Grimm, Dashi Klon, Morisco (59. Korkmaz)Gelbe Karten:

Eisenmann, Stilp, Kocijan, Jauadi, Farkas KlonSchiedsrichterin:

Christine Beck (Magstadt) passte sich der schwachen Partie weitestgehend anZuschauer:

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