Lokalsport

Wer 1:0 führt, verliert

Weilheimer Landesliga-Handballer verkaufen sich in Grabenstetten gut, aber nicht gut genug

Die Handballer des TSV Weilheim mit Neu-Trainer Volker Allgaier und Markus Gomringer gehen auch kurz vor Weihnachten leer aus: Bei der 26:30 (12:14)-Niederlage in Grabenstetten verkauften sich die Limburgstädter zwar gut, aber nicht gut genug.

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Grabenstetten. Der Einsatz von Fabian Zettl und Klaus Haase stand beim TSV Weilheim zunächst noch auf der Kippe, doch dank Physiotherapeuth Manuela Freygang wagten sich beide mit Tapeverband schließlich doch in den Derby-Kampf. Und das gleich mit Erfolg. So war es Klaus Haase vergönnt, die 1:0-Führung gegen seinen Ex-Verein zu erzielen. Wer 1:0 führt, verliert: Später bestätigte sich die alte Redensart, die freilich keinerlei statistische Grundlage hat, einmal mehr.

Anfangs war es den Gäste anzumerken, dass sie sich nicht vor den Grabenstettenern verstecken wollten – sie suchten in der proppenvollen Halle den Kampf. Doch angetrieben von ihren Fans schlossen die Hausherren bis zur 8. Minute auf und gingen durch den neunfachen Torschützen und Topscorer der Partie, Stefan Bodechtel, mit 3:2 in Führung. Bis zum 7:7 nach 15 Minuten bewegten sich die Weilheimer auf Augenhöhe und verlangten dem Gegner alles ab. Doch dann kehrte das Verletzungspech zurück: Klaus Haase musste das Spielfeld mit Schmerzen in der lädierten Wade früh verlassen. Kurz zuvor war bereits Marcel Planitz nach einer Abwehraktion am Boden liegen geblieben. Er musste mit Verdacht auf Nasenbeinbruch noch während des Spiels ins Krankenhaus.

Dies waren zwei von mehreren Gründen, weshalb die Weilheimer Mitte der ersten Halbzeit einbrachen. Binnen acht Minuten starteten die Grabenstettener einen 4:0-Lauf, den erst Schill und Seyferle (23.) brachen. Nachdem zwei Siebenmeter verworfen wurden und Marko Schill zwei feine Einzelleistungen zeigte, ging es mit einem 12:14-Rückstand in die Kabine.

Zwischenfazit: In vielen 1:1-Situationen hatten die Weilheimer das Nachsehen. Am Ende standen zehn gegen sie verhängte Siebenmeter zu Buche, Rehkugler hielt drei.

Dem TSVW-Torhüter war es auch zu verdanken, dass die Mannschaft nach Wiederanpfiff ausgleichen konnte. Vier klare Torchancen der Gastgeber vereitelte Rehkugler, der damit Marco Schill und dem starken Patrick Seyferle die Gelegenheit gab, auszugleichen. Doch abermals kassierte man jetzt durch fahrlässige Ballverluste vier Grabenstettener Treffer in Folge – ein Rückstand, den die Gäste in den restlichen 21 Spielminuten nicht mehr aufholen konnten.

Bis zur 45. Minute (18:22) wechselten sich die Teams beim Torewerfen ab, danach gingen die Grünen mit 26:18 in Führung. Das Weilheimer Trainer-Duo reagierte und stellte auf doppelte Manndeckung um. Michael Rehkugler im Tor meldete sich ebenfalls zurück, und so gelangen den Weilheimern einige Kontertore. Als Weilheim einen 6:1-Zwischenspurt hinlegte, wurde Grabenstetten etwas nervös. Doch die Anschlusstreffer kamen letztlich zu spät. Begünstigt durch Unkonzentriertheiten machten die Hausherren den Sack zu.

Die volle Konzentration der Weilheimer nach Weihnachten gilt der Rückrunde, dem ersten Heimspiel gegen die BW Feldkirch (17. Januar) und der Genesung der Verletzten. Bis der Trainerwechsel auf dem Spielfeld Früchte trägt, wird es noch einige Zeit brauchen. Trotzdem war in Grabenstetten schon so etwas wie Aufbruchstimmung spürbar. pm/eb

TSV Grabenstetten: Stoll, S. Brändle – F. Staiger, D. Haase, Goller (2), Petershans (6/3), P. Staiger (2), Buck (4), Holder (2), M. Brändle (4), Griesinger (1), Rehm, Bodechtel (9/4)

TSV Weilheim: Rehkugler – Auweter (7/3), Sigel (1), Bachofer (6), Haase (2/1), Mauch, Seyferle (4), Zettl, Bächle, Schill (5), Planitz, Schorr (1).