Lokalsport

Wetter-Irrtum kostet Punkte

Völlig verschätzt hatten sich die meisten Piloten der Fliegergruppe Wolf-Hirth am vergangenen Samstag: sie verschenkten auf Grund schlechter Wetterprognosen einen eigentlich brauchbaren Flugtag und verloren dadurch einen Platz in der Bundesligagesamtwertung.

KIRCHHEIM Der Blick in die Wettervorhersagen am Donnerstag verhieß den Fliegern für die Region nichts Gutes: ein zentral über Süddeutschland gelegenes Tiefdruckgebiet hatte seine Geschwindigkeit verlangsamt und sollte sich erst am Sonntag langsam gen Osten verlagern. So trauten die Hahnweid-Piloten am Samstagmorgen ihren Augen nicht, als sie von einen strahlend blauen Himmel geweckt wurden. Die meisten hatten sich für eine Flugpause entschieden, was sich an diesem Tag als Fehler herausstellen sollte.

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So waren es nur drei Piloten, die sich am Samstagmorgen schon recht früh auf der Hahnweide trafen: der Segelflugreferent und bei jedem Wetter begeisterte Streckenflugpilot Horst Heimann (51 Jahre), Marius Kretzschmar (24) und Tim Sigel (20). Sie starteten für Segelflieger recht früh bereits kurz vor 10 Uhr, da um diese Zeit die Sonne die Erdoberfläche noch nicht sehr erwärmt hat und es daher kaum Thermik gibt. Der Flugzeugschlepp brachte die Piloten über die Wolken, da deren Untergrenze an diesem Tag sehr niedrig war. Für Tim Sigel, der mit Passagier im vereinseigenen Doppelsitzer Duo-Discus gestartet war, war der erste Flug schon bald zu Ende und er landete auf dem Nachbarflugplatz in Dettingen. Doch er wollte nicht aufgeben und startete von dort aus wieder zügig per Windenstart. Leider hatte er die Rechnung ohne seinen Passagier gemacht, der das Kreisen in der Thermik überhaupt nicht vertrug und schon bei Geislingen die an Bord befindliche Spucktüte benötigte. Die beiden mussten wenden und flogen zurück zur Hahnweide. Der Flug ergab somit eine Gesamtflugstrecke von nur 65 km mit einer Schnittgeschwindigkeit von mageren 21 km/h.

Etwas besser erging es Marius Kretzschmar, der ohne eine Zwischenlandung an der Albkante Richtung Osten entlang flog und am Abend auf eine Strecke von 326 km mit eine Schnittgeschwindigkeit von 67 km/h kam. Der schnellste Schnitt der drei einzigen Überlandflugpiloten der Fliegergruppe an diesem Tag gelang Horst Heimann: Er erfuhr über Funk von Fliegerfreunden des Nachbarvereins, dass sich das Wetter gen Osten gut entwickle und entschied daher spontan, einmal um die Kontrollzone am Nürnberger Flughafen zu fliegen. So machte er mit einer Distanz von 662 km und einem Tempo von 81,49 km/h den weitesten und schnellsten Flug der Kirchheimer an diesem Samstag.

Da das Wetter am Sonntag einen Start verhinderte, sollte es bei diesen drei Flügen für die Fliegergruppe in der Wertung bleiben. Das Trio flog in dieser Runde 12 auf den 24. Platz und erhielt damit nur einen Punkt in der Rundenwertung. Damit wurde der Verein in der Gesamtwertung von der Laichinger Flugsportgruppe überholt und fiel um einen Zähler auf Platz zehn zurück. Dennoch sind die Piloten der Fliegergruppe nach wie vor hochmotiviert: "Wir haben noch sieben Bundesligarunden vor uns, da schlagen wir dann zu."