Lokalsport

Wetter-Lotterie mit versöhnlichem Finale

Bei den 3. Kirchheim Open der Modellflieger in Hülben waren am Wochenende 90 Teilnehmer aus vier Nationen am Start. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, hatten alle Wettbewerbspiloten des veranstaltenden Modellsport-Clubs Kirchheim auf einen Start verzichtet. Sie standen dem Verein als Helfer zur Verfügung.

HÜLBEN Viele Piloten waren bereits am Freitagmittag angereist, um Trainingsflüge zu absolvieren. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sie sich mit den Besonderheiten des Fluggeländes und den thermischen Verhältnissen am Platz vertraut machen. Am Samstag bestand die erste Aufgabe aus einem zehnminütigen Zeitflug mit anschließender Ziellandung. Bedingt durch die Lage des Fluggeländes an der Albkante war es für die meisten Piloten kein Problem, die geforderte Flugzeit mit anschließender Ziellandung auf einem vorgegebenen Punkt zu bewältigen. Beim anschließenden Streckenfliegen musste eine 150-Meter Strecke innerhalb von vier Minuten so oft wie möglich durchflogen werden. Den bis zu sechs Piloten starken Gruppen standen dafür sieben Minuten Rahmenzeit für taktische Entscheidungen zur Verfügung.

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Leider verschlechterte sich das Wetter im Laufe des Vormittags immer mehr, sodass bereits beim Streckenfliegen einige Gruppen in leichtem Regen fliegen mussten. Auch beim Geschwindigkeitsfliegen gab es immer wieder kurze Regenschauer. Die erreichten Flugzeiten waren deshalb nicht nur vom Geschick des Piloten abhängig, sondern auch vom Wetterglück. Um den Witterungseinfluss möglichst gering zu halten, wurde in umgekehrter Reihenfolge zur aktuellen Platzierung gestartet.

Sonntagfrüh wurde der Wettbewerb bei zunehmender Thermik mit dem Zeitfliegen fortgeführt. Die Anzahl der "Absaufer" stieg im Verlauf der drei Durchgänge stark an. Durch die immer noch sehr thermischen Verhältnisse wurden auch beim erneuten Streckenfliegen hohe Streckenzahlen erreicht. Zum Vergleich: Am Samstagabend hatten den Piloten teilweise elf Strecken zu einem Tausender gereicht. Am Sonntag wurden schon 26 benötigt.

Der abschließende Geschwindigkeitsflug wurde dann wiederum in umgekehrter Reihenfolge zur aktuellen Platzierung geflogen. Bei nun optimalen Wetterbedingungen erreichten bereits die Piloten am Ende des Teilnehmerfeldes sehr gute Flugzeiten, was auf Spitzenzeiten der Besten hoffen ließ. Martin Weberschock aus Göttingen eröffnete den Krimi der letzten drei Starter mit einer Zeit von 16,07 Sekunden. Da die Punktabstände an der Spitze nur sehr gering waren, musste Andreas Böhlen, amtierender Weltmeister aus der Schweiz, diese Zeit ebenfalls erreichen, um seine Platzierung nicht zu verlieren. Böhlen flog extrem knapp und erreichte eine Spitzenzeit von 15 Sekunden.

Der zweite Platz war damit sicher. Nun lastete der ganze Druck auf dem bis dahin Führenden Tobias Knoblauch aus Ulm. Er behielt die Nerven und flog eine Zeit von 15,50 Sekunden. Der Punktevorsprung vor dem letzten Flug reichte Knoblauch aus, um die Führung nicht mehr aus der Hand zu geben. In der Jugendklasse gewann Thomas Dylla vor Christian Rieger und Felix Schubert.

ms