Lokalsport

WFV spricht den Bollern 3:0-Sieg zu

Stuttgart/Bad Boll. Kaum war der 4:3-Zittersieg bei Calcio Leinfelden-Echterdingen auf dem Rasen eingefahren, da gab es für die Anhänger

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THOMAS PFEIFFER

des Fußball-Landesligisten TSV Boll eine Erfolgsmeldung vom grünen Tisch: Das am 25. September beim Stande von 1:0 in der Nachspielzeit abgebrochene Heimspiel gegen den SV Ebersbach (wir berichteten) wird für die Kurstädter als mit 3:0 gewonnen gewertet. In seiner gestern publizierten Urteilsbegründung sprach der Württembergische Fußball-Verband (WFV) den Platzverein in der „Zuschauer-Affäre“ von jeglicher Schuld frei. In der strittigen Szene hatte ein Besucher aus Dürnau Schiedsrichterassistent Alex Epp in der 92. Minute mit einem Faustschlag gegen die Brust malträtiert, weil Schiedsrichter Felix Spazierer (Stuttgart) einen Ebersbacher Spieler wegen einer „Schwalbe“ im Strafraum mit der Gelben Karte verwarnt hatte, anstatt, wie er meinte, auf Strafstoß zu entscheiden.

Nach Auswertung der Stellungnahmen beider Vereine sowie des Unparteiischen war das WFV-Sportgericht zum Schluss gekommen, dass der rabiate Zuschauer eindeutig „als Anhänger des SV Ebersbach zu sehen war, der damit auch die spieltechnischen Folgen zu tragen hat.“ Konkret heißt das, dass grundsätzlich „die Vereine für das Verhalten ihrer Zuschauer bei Spielen verantwortlich sind“, wie Frank Thumm, Leiter der WFV-Rechtsabteilung, auf Teckboten-Nachfrage erklärte. Die Problematik dieser Regelung, die im Extremfall bis hin zu Ergebnis-Manipulationsversuchen an der Seitenlinie reichen kann, räumte Thumm ein.

Bolls Abteilungsleiter Adolf Schöllkopf zeigte sich mit dem WFV-Urteil zufrieden. „Allerdings stinkt mir die Sache. Wir hätten viel lieber auf nicht-juristischem Weg gewonnen.“