Lokalsport

WFV-Urteil macht Weilheim Leben schwer

Der TSV Weilheim hat mit der 0:2-Niederlage gegen den SC Geislingen die Chance auf den Bezirksliga-Titel verspielt. Doch es kommt noch dicker: Durch ein Urteil des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV), kann der TSV Köngen den Weilheimern am letzten Spieltag den Relegationsplatz streitig machen.

REIMUND ELBE

Stuttgart. Der Fall schien längst erledigt. Das Bezirksligaspiel zwischen Köngen und Grafenberg hatte am 28. März dieses Jahres nicht stattgefunden, weil es eine Doppelbelegung des Platzes in der Fuchsgrube gab und die Grafenberger daraufhin nach viel Wirrwarr verärgert zurück in den Kreis Reutlingen gefahren waren (wir berichteten). In erster Instanz hatte das Sportgericht Neckar/Fils die Punkte dem Absteiger zugesprochen, weil der verwaltungstechnische Fehler in Sachen Platzreservierung den Köngenern unterlaufen war.

Das WFV-Sportgericht in Stuttgart hob dieses Urteil nun letztinstanzlich überraschend auf und wertete die Partie zugunsten des TSV Köngen. Grund: Die Grafenberger seien einige Minuten früher heimgefahren, als es die Statuten in solchen Fällen erlauben. Fakt ist aber auch: Es gibt viele Zeugenaussagen zu diesem Thema, aber kein klares Bild. „Am besten wäre angesichts dieser Sachlage wohl eine Neuansetzung gewesen“, bilanziert Bezirksliga-Staffelleiter Arnold Ardelmann (Schlierbach) den Fall, „so hat eine solche Entscheidung direkt im Saisonfinale immer einen Beigeschmack.“

Auch Weilheims sportlicher Leiter Günther Friess reagierte wenig amüsiert. „Wir nehmen das Urteil sicher sportlich, aber dass eine endgültige Entscheidung in diesem Fall so spät fiel, ist mehr als unglücklich. So müssen wir eben in Reichenbach am kommenden Samstag den noch fehlenden Punkt holen, um Platz zwei zu verteidigen.“

Auch für die Weilheimer „Zweite“ war es kein erstklassiges Wochenende. Nun kommt es tatsächlich zu dem, was der Spielleiter und Daueroptimist der TG Kirchheim, Michael Szeili („die Meisterschaft entscheidet sich am letzten Spieltag“) prophezeit hatte. Gewinnt die TG gegen den TSV Weilheim II, wäre der Direktaufstieg für das Team von Branko Kalfic in die Kreisliga A perfekt. Ob TG oder TSVW II: Wer von beiden im Titelkampf den Kürzeren zieht, muss bekanntlich in die Relegation. Nach aktuellem Stand wäre der TSV Neuenhaus (derzeit Tabellenzweiter in der Kreisliga B, Staffel 4) Gegner im ersten Relegationsspiel am 9. Juni in Reudern.

Beim VfL Kirchheim II fühlen sich Kicker und Funktionäre ähnlich wie die Protagonisten bei Bayern München vor dem letzten Spieltag der eben zu Ende gegangenen Bundesligasaison: Eigentlich sind die Kirchheimer Meister – nur noch eine theoretische Chance besteht für den Verfolger AC Catania. Nur, falls das Team von Trainer Cesare D‘Agostino am letzten Spieltag 27 Tore gegenüber dem VfL II aufholt.

Dies wird nach menschlichem Ermessen nicht der Fall sein, deshalb freut sich VfL II-Trainer Detlef Pflüger auf den kommenden Samstag. „Es macht mich stolz, dass wir unser Ziel erreicht haben und nun in Ohmden den Meisterwimpel überreicht bekommen.“ Den erhält neben den Kirchheimern kommenden Samstag auch Bezirksliga-Mitaufsteiger TSV Harthausen, der sich in der Kreisliga A, Staffel 1, gestern den Titel vor dem TSV Berkheim sicherte. Nervenflattern in der Kreisliga A, Staffel 3: Das punktgleiche Spitzenduo TV Deggingen/FC Heiningen patzte sensationell – Entscheidung vertagt.

Zufriedene Mienen dagegen beim TSV Ötlingen, der in der Kreisliga A als Aufsteiger eine ansprechende Saison ablieferte. „Schön ist, dass die Integration junger Spieler aus dem Juniorenteam so gut funktioniert – die Jugend ist unsere Zukunft“, sagte TSVÖ-Trainer Dirk Heinemann gestern nach dem letzten Heimspiel der Runde. Akteure wie Nicolai Hepperle, Christoph Zimmermann, Sebastian Reitz und Alen Bebametovic haben bei ihren Einsätzen meist zu überzeugen gewusst. „Auch sie haben ein großes Lob verdient“, betonte Ötlingens Spielleiter Mathias Schlanderer.

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