Lokalsport

Wie das Kaninchen vor der Schlange

Das Kellerduell der Fußball-Oberliga endet mit einer verdienten Kirchheimer 0:2-Niederlage

Überraschend nichts zu holen gab es für den VfL Kirchheim im gestrigen Kellerduell der Fußball-Oberliga beim TSV Schwieberdingen. Durch zwei Standardsituationen kamen die Gastgeber zu einem verdienten 2:0(1:0)-Erfolg. Zu allem Übel sah der Kirchheimer Abwehrspieler Andreas Mayer sieben Minuten vor Schluss wegen groben Foulspiels auch noch die Rote Karte. Im Abstiegskampf verlor der VfL an Boden.

KLAUS-DIETER LEIB

Schwieberdingen. Das hatten sich die Verantwortlichen des VfL Kirchheim ganz anders vorgestellt. Mit einem Sieg wollten sich die Teckstädter im Abstiegkampf etwas Luft verschaffen. Dieses Vorhaben war schon nach wenigen Minuten über den Haufen geworfen. Nach einem Freistoß von Björn Rothkopf fühlte sich in der Kirchheimer Abwehr keiner zuständig für Michael Deiß – der Schwieberdinger Mittelfeldspieler hatte keine Mühe, aus acht Metern mit einem herrlichen Kopfball das 1:0 zu erzielen (11.). Das Tor war naturgemäß nach dem Geschmack von Schwieberdingens Trainer Gianni Coveli: „Unser Ziel war es. gegen den VfL Kirchheim nicht in Rückstand zu geraten.“ Das Gegenteil war der Fall.

Waren es in der Folgezeit die ungewöhnlich warmen Temperaturen oder das einfallslose Angriffsspiel des VfL Kirchheim, dass die Gäste nie ernsthaft Torgefahr erreichten? Es war das wenig durchdachte Offensivspiel der Teckstädter: In den gesamten 90 Spielminuten gab es nur zwei nennenswerte Kirchheimer Einschussmöglichkeiten. Die erste Möglichkeit hatte Maximilian Laible nach einem mustergültigen Zuspiel von Nicola Spina, doch der Schuss des Kirchheimer Stürmers war zu harmlos, um das Schwieberdinger Tor in Gefahr zu bringen (20.). Auch der TSV Schwieberdingen brachte es im ersten Durchgang zu keiner weiteren nennenswerte Chance mehr, sodass sich beide Mannschaften bis zur Halbzeit­pause an Harmlosigkeit überboten.

Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel brachte das VfL-Trainerduo Michael Rentschler und Christian Hofberger mit Benny Diehl für den mit einem Gesichtsschutz ins Spiel gegangenen Armin Ohran etwas überraschend einen gelernten Abwehrspieler für einen Mittelfeldakteur. Doch der fast zwei Meter große Abwehrrecke stellte sich in die Sturmmitte ohne den gewünschten Erfolg. Diehl hatte bis zum Schlusspfiff nicht einen Kopfball oder einen Torschuss zu vermelden.

Die wohl entscheidende Szene spielte sich einige Minuten später ab: als der Kirchheimer Neuzugang Nicola Spina durch eine gut vorgetragene Kombination im Strafraum einen Schritt zu spät kam und damit den möglichen Ausgleich vergab (58.). Im Gegenzug dann das zweite Tor für die Gastgeber. Nach einem Freistoß von Tobias Büttner steigt der Schwieberdinger Markus Schneider am höchsten und erzielt das vorentscheidende 2:0 (60.). „Danach war die Partie gelaufen“, sagte Hofberger in der Pressekonferenz. Die spektakulärste Szene im Kirchheimer Spiel war noch ein Abschlag von Patrick Gühring über den gesamten Platz just in die Arme seines Gegenübers Andreas Kummer. Die Hausherren hatten nach einem sehenswerten Solo von Dima Schurichin noch die Chance, das dritte Tor zu erzielen, doch der Schuss des 26-Jährigen ging knapp am Kirchheimer Gehäuse vorbei.

In den Schlussminuten sah VfL-Abwehrspieler Andreas Mayer nach einem rustikalen Einsteigen an der Mittellinie gegen Björn Beck noch völlig zu Recht die Rote Karte von Schiedsrichter Markus Sinn – der Schlussgong einer verkorksten VfL-Partie. Nach dieser völlig verdienten Niederlage haben die Kirchheimer die große Chance verpasst, sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen.

TSV Schwieberdingen: Kummer – Marusic, Dense, Trombin, Beck – Schurichin (87. Kutnjak), Morina, Rothkopf (71. Vollmer), Büttner – Deiß (59. Aslan), Schneider.

VfL Kirchheim: Gühring – Koch, Grimm, Mayer, Eisenhardt – Ohran (55. Diehl), Er, Raspe, Isci, Spina (69. Altinsoy – Laible (80. Gonsior).

Tore: 1:0 Deiß (11.), 2:0 Schneider (60.).

Gelbe Karten: Raspe, Diehl, Isci.

Rote Karte: Mayer (Grobes Foulspiel/83.).

Zuschauer: 530

Schiedsrichter: Markus Sinn (Stuttgart) hatte die Begegnung jederzeit im Griff und lag in den entscheidenden Szenen immer richtig.

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