Lokalsport

„Wir sind alle sehr enttäuscht“

Nach starker erster Hälfte geben die Knights das Spiel gegen Ehingen noch aus der Hand

Derbys scheinen den Zweitligabasketballern der Kirchheim Knights in dieser Saison nicht zu liegen. Nach den beiden Pleiten gegen Crailsheim im Dezember und Januar verloren die Ritter nun auch gegen Ehingen. Durch die 64:76 (37:30)-Niederlage rutschen die Kirchheimer, die lediglich in den ersten beiden Vierteln eine starke Leistung zeigten, aus den Play-offRängen auf Platz neun ab.

Nicht nur der Korb, auch die Trauben hingen für Ben Beran und die Knights gegen Ehingen zu hoch: Durch die 64:76-Derby-Niederlag
Nicht nur der Korb, auch die Trauben hingen für Ben Beran und die Knights gegen Ehingen zu hoch: Durch die 64:76-Derby-Niederlage sind die Knights aus den Play-off-Rängen gerutscht. Fotos: Deniz Calagan

Kirchheim. Im Basketball kann es manchmal ganz schnell gehen. So auch vorgestern Abend in der Sporthalle Stadtmitte, als die Kirchheim Knights in der ersten Halbzeit ihren Gegner vollkommen dominiert hatten, um im dritten Viertel auf unerklärliche Weise einzubrechen. Ein 18:4-Run der Gäste im dritten Durchgang, bei dem vor allem Ehingens Stacy Wilson jeden Wurf verwandelte, entschied das Baden-Württemberg-Derby zugunsten der Donaustädter. Wilson erzielte insgesamt 22 Punkte und war mit Teamkollege Taylor Rohde (ebenfalls 22) Topscorer der Partie.

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Dabei waren die Kirchheimer beflügelt vom Sieg gegen Paderborn aus der Vorwoche gut in die Partie gestartet. Die Ritter verteidigten herausragend, Ehingen kam überhaupt nicht ins Spiel. Auch in der Offensive konnten die Knights immer wieder Akzente setzen. Angeführt von Bryan Smithson erarbeiteten sich die Teckstädter schnell einen 13:4-Vorsprung, der bis zur Viertelpause jedoch auf 19:16 zusammenschmolz. Dennoch schienen die Ritter im Vorteil.

Auch im zweiten Viertel änderte sich nichts am Bild. Die Kirchheimer Korbjäger attackierten die gegnerische Zone, konnten sich abermals absetzen. Lediglich die vielen leicht vergebenen Möglichkeiten verhinderten ein deutlicheres Ergebnis zur Halbzeit als 37:30 – was sich bitter rächen sollte.

Im dritten Viertel erzielten die Gäste innerhalb von gerade mal zehn Minuten zwei Punkte mehr als in der gesamten ersten Halbzeit. Hauptakteur war Stacy Wilson, der insgesamt zwölf Punkte markieren konnte. Krönung war ein erfolgreicher Drei-Punkt-Wurf plus Bonusfreiwurf. Die Zone, die die Kirchheimer zuvor klar dominiert hatten, geriet nun völlig in Ehinger Hand. Besonders Taylor Rohde, Stephan Haukohl und Brian Butler räumten alles weg, was von außen nicht getroffen wurde. Auf der Gegenseite fanden die Kirchheimer kein Mittel mehr, um auf die Defensive der Gäste zu reagieren.

Beim Stand von 62:51 aus Ehinger Sicht ging es in den Schlussabschnitt. Die Knights um Trainer Frenkie Ignjatovic versuchten es mit einer „kleinen Aufstellung“, bei der Sebastian Adeberg als Center fungierte. Dieses taktische Mittel hatte gegen Paderborn noch den Sieg gebracht, doch gegen die ausgebufften Ehinger verpuffte dieser taktische Zug. Die Gäste strotzten nun vor Selbstbewusstsein und zauberten einige Highlights aufs Parkett, wie den Alley-oop-Dunk von Brian Butler. Die Ritter fühlten sich nun an der Ehre gepackt und verstärkten noch einmal die Verteidigungsarbeit, sodass die letzten zehn Minuten wenigstens ausgeglichen gestaltet werden konnten. Einen Kampf zurück in die Partie ließen die Gäste aber nicht mehr zu. Selten gelang es den Rittern, die Marke von zehn Punkten Rückstand zu knacken, doch fehlendes Wurfglück verhinderte eine erfolgreiche Aufholjagd.

„Die Entscheidung war sicher der Run im dritten Viertel, den wir nicht stoppen konnten. Wir sind alle sehr enttäuscht“, sagte Trainer Ignjatovic hinterher. „Unglaublich, dass wir nun vier Siege in Folge auf dem Konto haben“, freute sich hingegen sein Ehinger Konterpart Ralph Junge.

Immerhin blieb den Kirchheimer Fans das Debüt von Neuzugang Tavares Speaks in positiver Erinnerung. Gleich die ersten beiden Wurfversuche des 24-jährigen Amerikaners saßen und in der Defensive konnte Speaks erste gute Zeichen setzen. Dennoch konnte auch er die Niederlage nicht verhindern.

Vor den Rittern liegt nun ein Doppelspieltag. Am kommenden Freitag treten die Schwaben in Jena an. Beim Tabellendritten ist eine herausragende Leistung nötig, um die Punkte mit nach Kirchheim zu nehmen. Dass es die Knights können, bewiesen sie beim 113:101-Sieg im Hinspiel. Anschließend erwarten die Teckstädter am kommenden Sonntag um 17 Uhr in der Sporthalle Stadtmitte den BBC Magdeburg, der momentan auf einem Abstiegsplatz. steht.cs