Lokalsport

"Wir sind da, wo wir hin wollten"

Trotz der 88:106-Niederlage im Gastspiel beim neuen Tabellendritten KGJ Schwenningen zum Vorrundenabschluss überwiegt bei den Regionalliga-Basketballern des VfL Kirchheim die Zufriedenheit. Mit neun Siegen in elf Spielen lief bisher alles nach Plan.

SCHWENNINGEN / KIRCHHEIM Der Boss rückte die Frustration nach der klaren Niederlage bei Titelverteidiger KGJ Schwenningen schnell wieder zurecht. Ross Jorgusen: "Wir sind genau da, wo wir hin wollten. Wenn wir weiter hart arbeiten, klappt das." In der Tat: Das Ziel Aufstiegsrunde in die Zweite Liga ist für die VfL-Cracks weiter zum Greifen nah, mit neun Siegen hat man genau die Hälfte dessen geschafft, was notwendig scheint: Alle Experten sind sich darin einig, dass 18 Siege für einen Platz unter den ersten zwei reichen.

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Schaut man sich die Tabelle zum Abschluss der Vorrunde an, wird diese Ansicht noch bestärkt: Zwar können sechs Mannschaften diese 18 Siege noch erreichen, doch Schwenningen, Karlsruhe, Ludwigsburg und Weißenhorn dürfen sich keinen einzigen (!) Ausrutscher mehr erlauben. Schwenningen braucht sogar 19 Siege, da die KGJ durch die Sportgericht-Niederlage gegen Ludwigsburg ein so genanntes Sternchen hat und dadurch gegenüber jedem Team mit der gleichen Punktzahl schlechter gestellt ist.

Angesichts dieser Konstellation ist auch Kirchheims Coach Theo Leftakis guten Mutes: "Wenn die drei Neuen einschlagen, schaffen wir wieder 9:2 Siege, und dann sind wir auch in der Zweitliga-Aufstiegsrunde." Die drei Neuen: Einer ist ein Alter, verpasste aber praktisch die komplette Vorrunde. Nenad Lukic spielte nur 30 Minuten in diesen elf Spielen, zwölf davon am Sonntag in Schwenningen. Es sieht so aus, als bekäme er seine Achillessehnen-Probleme in den Griff. Mit seiner Erfahrung kann er den Knights auf jeden Fall helfen. Der zweite Neue: Marco Renz. Er spielte 2003/2004 erfolgreich beim MTV Stuttgart, nahm dann eine berufliche Basketball-Auszeit und war danach, im Frühjahr 2005, schon ein Thema in Kirchheim. Doch als man ihn zum MTV wegen der Freigabe schickte, überredete man ihn dort, es in der zweiten Bundesliga zu versuchen. Das waren allerdings leere Versprechungen, so dass der 2,02 Meter große Flügelspieler zunächst in der Landesliga beim TV Zuffenhausen aushalf. Wenn er seine Knieprobleme in den Griff bekommt, verstärkt er zumindest die Knights-Bank im bevorstehenden langen Titelkampf ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Die größten Hoffnungen ruhen indes auf Tomi Martinovic. Auch er kommt vom MTV Stuttgart, wo er der einzige Überlebende des glorreichen Aufstiegsteams war. Auch er glaubte dem Versprechen, Einsatzzeit in der zweiten Liga zu bekommen, wurde Woche für Woche vertröstet und meldete sich dann bei den Knights. In der Woche noch durch eine Grippe gehandicapt, konnte er nicht richtig mittrainieren, weshalb von vornherein klar war, dass er in Schwenningen noch keine große Rolle würde spielen können.

Das sieht er auch selbst so: "Ich habe die Systeme noch nicht im Kopf, es war klar, dass ich in Schwenningen nicht viel spiele. Natürlich hätte ich nichts dagegen gehabt, in der zweiten Hälfte noch mal rein zu kommen." Auf die Rückrunde blickt er optimistisch: "Die ersten vier sind schon sehr stark und ausgeglichen, unsere Chancen sind aber sehr gut. Wenn wir uns gut einspielen und alle fit sind, bleiben wir oben dabei." Über den Gegner hat er ebenfalls eine klare Meinung: "Natürlich wird Schwenningen auch noch verlieren. Spätestens gegen uns."

Der Ex-Stuttgarter glaubt übrigens nicht, dass das Team der Schwarzwälder so zusammenbleibt: "Ich rechne damit, dass sich der eine oder andere bald aus dem Staub macht. Vielleicht in die zweite Liga, eher noch ins Ausland." Ob er damit Taletovic, Heck oder jemand anderen meint? Am Sonntag wurde jedenfalls klar, dass das KGJ-Spiel stark vom Ex-Zweitliga-Topscorer Taletovic abhängt: 38 Punkte, fast zehn Assists, fast jeder Schwenninger Angriff wird von dem 30-Jährigen inszeniert.

Ähnliches gilt für die Knights: Ohne Ross Jorgusen sind sie nur die Hälfte wert. Der Unterschied: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kirchheimer Boss auch am letzten Spieltag das Trikot der Knights trägt, liegt bei 100 Prozent. Bei Taletovic mögen das ein paar weniger sein . . .

mad