Lokalsport

WM-Effekt soll in den Highlands beflügeln

Die Welt des Manuel Fumic sieht seit seinem sechsten Platz bei der WM vergangenen Sonntag in Livigno wieder etwas freundlicher aus. Lange hatte er in dieser Saison auf das Ergebnis gewartet, das seiner körperlichen Verfassung entspricht. Beim heutigen Weltcup-Finale im schottischen Fort William soll der Aufwärtstrend anhalten.

EDGAR VELOCI

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FORT WILLIAM Dass er trotz der Pechserie mit unzähligen Defekten in dieser Saison ruhig geblieben ist und beim wichtigsten Rennen zuletzt eine absolute Topleistung abrufen konnte, spricht für ihn. Manuel Fumic freut sich über seinen sechsten Platz bei seiner ersten Elite-WM, tritt vor dem Weltcup-Finale in Schottland jedoch auf die Euphorie-Bremse. "Ich will die Erwartungen jetzt nicht zu hochschrauben. Wenn alles klappt, kann ich sicher noch einmal unter die besten Zehn kommen", sagt der 23-Jährige.

Am Mittwoch ließen es die Fumic-Brüder beim gemeinsamen Training mit Stefan Sahm, Marc Gölz, Jochen Käß und dem Metzinger U23-Nationalfahrer Jochen Coconcelli auf der Alb noch einmal krachen. "Wir haben richtig Gas gegeben und ich spüre, dass meine Form noch immer gut ist", zeigt sich Manuel Fumic zuversichtlich fürs heutige Rennen. Lado Fumic, der schon vor der WM das Weltcup-Finale im Blick hatte, war mit seinem zwölften Platz in Livigno alles andere als glücklich. Keine Frage: Er hatte sich mehr vorgenommen. Dass er hoffnungsvoll nach Fort William blickt, hat sicher auch damit zu tun, dass ihm der dortige Kurs liegt. In den schottischen Highlands war er seinem ersten Weltcup-Sieg bisher am nächsten. 2003 fehlten ihm lediglich acht Sekunden auf den belgischen Sieger Filip Meirhaeghe, der kurze Zeit später als Dopingsünder entlarvt wurde. "Damals war ich Zweiter, weil ich kein Fully fuhr", erinnert sich der deutsche Meister. Heute sind die Full-Suspension-Bikes bereits eingepackt. Das Weltcup-Finale ist schließlich die letzte Gelegenheit für ein internationales Podiumsfoto. Mit freiem Kopf und ohne Druck will Lado Fumic sehen, was am Fuße des Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens, heute drin ist.

Immerhin: Ein Problem, mit dem möglicherweise der Bissinger Stefan Sahm zu kämpfen haben wird, bleibt den Fumic-Brüdern erspart: Weil sie erst am Samstag nach Livigno angereist und am Montag bereits wieder in die Kirchheimer Niederungen zurückgekehrt sind, hat ihr Körper anders als der von Sahm keine Höheanpassung durchgemacht. Nach einem längeren Aufenthalt in der Höhe beginnt der Körper etwa nach dem dritten Tag sich wieder auf die normalen Bedingungen einzustellen. Bis zum zehnten Tag nach der Rückkehr kann es dauern, bis der Organismus vom Höheneffekt, das heißt dem vergrößerten Volumen der roten, Sauerstoff führenden Blutkörperchen profitiert. "Das ist bei jedem Sportler anders", erklärt Dr. Olaf Schumacher von der Sportmedizinischen Abteilung der Uniklinik Freiburg. Während einige Fahrer schon vom Höheneffekt profitieren, können andere im Gegenteil noch darunter leiden. Sahm spricht deshalb von einem Lotteriespiel beim heutigen Rennen und will sich auf seine Ziele nicht festnageln lassen. Dennoch: Sein 31. Platz bei der WM wurmt ihn gewaltig, sodass er in Fort William umso motivierter ins Rennen gehen wird.

An den Kurs hat der Bissinger gute Erinnerungen. Dort gelang ihm 2003 mit Rang 15 das beste Weltcup-Resultat seiner Karriere. In der Weltcup-Gesamtwertung spielt das Trio keine Rolle mehr. Lado Fumic könnte sich durch eine Top-Platzierung noch unter die besten Zehn schieben. Er ist vor dem achten und letzten Lauf Zwölfter. Allerdings müsste Doping-Sünder Erwin Bakker (Niederlande) nach Streichung der entsprechenden Ergebnisse noch hinter ihn zurückfallen. Manuel Fumic liegt auf Platz 25, Stefan Sahm auf 51. Für ihn wäre ein gutes Ergebnis wichtig, um unter die besten 50 zu kommen. Die stehen beim Auftaktrennen 2006 nämlich in den ersten fünf Reihen.

Den Gesamtsieg bereits in der Tasche hat Vizeweltmeister Christoph Sauser aus der Schweiz. Marc Gölz wird das Wettkampf-Wochenende in der Schweiz verbringen. Beim Goldenrace in Schleitheim bei Schaffhausen wird sich der Weilheimer am Sonntag mit der eidgenössischen Marathon-Elite messen. Es geht über 75 Kilometer und 2300 Höhenmeter.