Lokalsport

Wochen der Wahrheit

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel diese alte Sepp-Herberger-Weisheit gilt auch für die Kirchheimer Basketballer, vor denen nun die wichtigsten Wochen in ihrer bald 50-jährigen Geschichte liegen.

KIRCHHEIM Nach dem letzten Spiel der regulären Saison, dem Sieg gegen Schwenningen, gibt es jetzt weitere acht Spiele, auf die es wirklich ankommt. Nicht so sehr auf jene im Pokal am kommenden Wochenende in Rastatt. Der Titel des baden-württembergischen Pokalsiegers würde sich sicher gut machen, aber Coach Theo Leftakis sieht es so: "Dieses Wochenende ist die wichtigste Vorbereitung auf die Aufstiegsrunde." Der Grieche, der deshalb seinen Fiba-Ausflug für das vergangene Wochenende buchte, weiß, dass in den danach folgenden zwei Wochen nicht mehr viel Zeit bleibt, um dem Team den nötigen Feinschliff zu verpassen und dass auch kaum Testspiele anberaumt werden können.

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Denn schon am 22. April geht es los mit den sechs Spielen der Wahrheit, die dem VfL den Sprung in die zweite Liga und in den Profisport bringen sollen. Es könnte womöglich die einzige Chance sein, zweitklassig zu spielen. Denn die Basketball-Bundesliga drängt vehement auf eine eingleisige zweite Liga, und die könnte schon 2007 kommen. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer droht sogar, andernfalls die erste Liga abzuschotten, Auf- und Abstieg abzuschaffen. Eine solche Spielklasse mit 16 Teams bundesweit wäre dann in jedem Fall eine Nummer zu groß für eine Stadt wie Kirchheim.

Die Konzentration gilt nun also diesen drei Wochen zwischen dem 22. April und dem 13. Mai. Und ein Großteil der Hoffnung liegt auf der Gesundheit von Chuks Neboh. Mit dem 2,12-Meter-Center muss man den VfL zum Favoriten der Runde küren, ohne ihn ist er eher einer unter vielen. Ein Blick zurück in die Statistik zeigt das deutlich: Neboh ist noch vor Ross Jorgusen der effektivste Spieler. Er sammelt pro Minute Einsatzzeit nämlich fast 0,8 Effektivitäts-Punkte, die aus den wichtigsten Kategorien im Spiel errechnet werden, Jorgusen kommt auf 0,665, nur unwesentlich vor Bill Goehrke (0,66). Es kann natürlich trotzdem kein Zweifel bestehen, dass Jorgusen der wertvollste und vor allem unersetzlichste Spieler ist. Er führt sein Team als Scorer an (21,8 pro Spiel), als Assistgeber (6,2) und als Bälleklauer (3,6) und er ist die Seele der Knights.

Jorgusens 32 Punkte am Samstag gegen Schwenningen waren übrigens der zweitbeste Wert der Saison: Nur der kleine Amerikaner selbst war beim Heimspiel gegen Konstanz mit 37 Punkten erfolgreicher. Weitere Highlights: 12 Assists in Heidelberg sind die Saisonbestmarke durch Jorgusen. Ebenfalls in Heidelberg stellte Goehrke den Reboundrekord auf und angelte sich 17 Abpraller. Zu Hause gegen Tübingen klaute Jorgusen 12 Bälle: Rekord. Blockkönig war Chuks Neboh, der in Freiburg und gegen Konstanz fünf Würfe abwehrte und bei weiteren fünf Spielen vier mit 3,2 pro Spiel dürfte er auch in der Liga Spitze sein die Gegner in der Aufstiegsrunde dürften gewarnt sein.

mad