Lokalsport

Wosik setztden Matchball

Willkommen in der Champions League: Der TTC Frickenhausen ist neuer Deutscher Tischtennis-Meister. Im Rückspiel gegen die TTF Ochsenhausen genügte erwartungsgemäß ein Spiel mitangezogener Handbremse: Nach dem Hinspiel-6:2 genügte eine 3:6-Heimniederlage.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN Es wurde beim Stande von 1:3 zwar vorübergehend noch einmal spannend. Doch am Ende gab es das erwartete sportliche Happyend, ausgelassene Jubelszenen und Schampus bis zum Abwinken: Trotz der 3:6-Heimniederlage gewann der TTC Frickenhausen am Pfingstsonntag die Deutsche Meisterschaft. "Letztes Jahr nach dem verlorenen Finale in Würzburg, sagte Rolf Wohlhaupter-Hermann zu mir, dass er es wohl nicht mehr erleben werde, dass der TTC einen Titel gewinnt", erzählte der strahlende Manager Christoph Reuhl nach dem Spiel. Der Präsident irrte sich in der erfolgreichsten TTC-Saison aller Zeiten gewann der Club gleich drei Titel (ETTU-Pokal, DTTB-Pokal, DM).

1300 Zuschauer wollten vorgestern miterleben, wie ihr Team zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Deutsche Meisterschaft gewann. Im Optimalfall hätte das Rennen bereits nach den Doppeln gelaufen sein können. Doch genau in den Doppeln sah Ochsenhausens TTF-Präsident Rainer Ihle die Chance für sein Team. "Wenn wir beide Doppel holen und Chuang sein Spiel gegen Lundquist gewinnt, könnte es noch mal eng werden", hatte der prophezeit. TTF-Trainer Johannson hatte zu diesem Zweck die Doppel umgestellt und so standen Ma/Lundquist dem Gespann Chuang/Mazunov und Wosik/Tokic dem Duo Crisan/Gerell gegenüber.

Die Umstellung zeigte Wirkung. Ma Wenge und Jens Lundquist taten sich schwer, gerieten nach der anfänglichen Führung ins Hintertreffen, glichen aus und unterlagen knapp im Verlängerungssatz (0:1). Und auch Torben Wosik und Bojan Tokic konnten die Entscheidung erst im fünften Satz erzwingen (1:1). Anders jedoch als ihre Kollegen dominierten sie in der Verlängerung ihre Gegner und gewannen 3:2. Nun lagen die Hoffnungen auf Ma Wenge, der im Hinspiel Adrian Crisan keine Chance gelassen hatte. Und zunächst sah es auch so aus, als sollte es ihm gelingen, die vorzeitige Entscheidung herbeizuführen. Mit 11:4 und 11:5 gab er dem ängstlich agierenden Rumänen in zwei Sätzen zunächst eine Lehrstunde. Ab Satz drei wendete sich das Blatt. Ma zeigte Nerven, Crisan riss das Spiel an sich, es gelang ihm auszugleichen. Im Verlängerungssatz hätte Ma nach einer 7:1-Führung das Ruder noch einmal herumreißen können, aber der Rumäne behielt den kühleren Kopf. Das 1:2 es wurde nochmals spannend.

Der TTC musste also auf den zweiten entscheidenden Punkt weiter warten. Auch Jens Lundquist konnte ihn nicht beisteuern. Er unterlag dem überragenden Chuang mit 1:3 plötzlich war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft leicht in Frage gestellt. Torben Wosik war es, der die Mannschaft, die Vereinsführung und das Publikum erlöste. Angetrieben durch die "Torben, Torben"-Sprechchöre des Publikums zeigte er bei seinem 3:1-Sieg gegen Dimitrij Mazunov seine Klasse, machte es im vierten Satz aber noch einmal spannend, als er vier Matchbälle vergab. Um 18.05 Uhr war es dann jedoch so weit mit einem knappen 11:9 brachte er die Deutsche Meisterschaft unter Dach und Fach. Der Jubel untere den Anhängern des Champions-League-Teilnehmers war unbeschreiblich.

Für Wosik kam die härteste Bewährungsprobe des Spiels: Die Mannschaft inklusive Trainer und Präsident stürzten sich auf den am Boden Liegenden, um zu gratulieren. Dennoch wurde die Partie regulär zu Ende gebracht. Mit einem tollen Einsatz und einem schön heraus gespielten 3:0 gegen Kuzmin verbesserte Bojan Tokic den Zwischenstand auf 3:3. Nach der Pause war nur noch Showkampf angesagt.

DM-RÜCKSPIEL IM ÜBERBLICK

Ma/Lundquist Chuang/Mazunov 2:3 (11:9, 8:11, 8:11, 12:10, 8:11)Wosik/Tokic Crisan/Gerell 3:2 (11:4, 9:11, 11:7, 6:11, 11:3) Ma Crisan 2:3 (11:4, 11:5, 9:11, 9:11, 8:11) Lundquist Chuang 1:3 (3:11, 6:11, 11:5, 5:11)Wosik Mazunov 3:1 (11:5, 2:11, 11:5 11:9 )Tokic Kuzmin 3:0 (11:9, 12:10, 11:9)Ma Chuang 0:3 (7:11, 8:11, 8:11) Lundquist Crisan 3:0 (Aufg. wg. Verletzung)Wosik Kuzmin 0:3 (8:11, 6:11, 8:11)