Lokalsport

Wunschtraum Oberliga

TCK mit Neuzugang aus Venezuela

Nach fast sechswöchiger Spielpause starten die Verbandsliga-Spieler des Tennisclubs Kirchheim morgen um 10 Uhr mit dem Heimspiel gegen das Gruppe-6-Schlusslicht TC Tachenberg in den zweiten Teil der Saison. Nach dem 7:2-Auftaktsieg beim VfL Sindelfingen regiert Zuversicht an der Arnulfstraße: Eine Spitzenplatzierung zum Saisonabschluss am 27. Juli ist möglich.

Tennisclub Kirchheim TCK-Neuzugang - Luis Jaimes BacliniGeboren am 25.09.1991
Tennisclub Kirchheim TCK-Neuzugang - Luis Jaimes BacliniGeboren am 25.09.1991

Kirchheim. „Mit dem 7:2-Auswärtssieg in Sindelfingen haben wir uns richtig Selbstvertrauen geholt“, befand Spielertrainer Jörn Kaiser nach dem Saisonauftaktspiel der Kirchheimer am 18. Mai. Tatsächlich hätte der Saisoneinstand nicht besser sein können – nur kühne Optimisten hatten mit solch einem hohen Endresultat gerechnet. Dabei gab Kaiser (43) in der Mercedes-Stadt zum wiederholten Male sein TCK-Comeback – und ließ Gegner Christian Cyranowski beim 6:3, 6:2 am Ende keine Chance.

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Im morgigen Heimspiel gegen den TC Tachenberg läuft Kaiser erneut als Nummer drei auf – diesmal notgedrungen, weil sich Rico Hol­zinger im Training verletzt hat und für den Rest der Saison ausfällt. Der Kirchheimer „Sechser“ war während des Donnerstag-Trainings umgeknickt und hatte sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. „Hinterher war sein Knöchel so dick wie ein Tennisball“, sagte Kaiser, der miterlebte, wie sein Spieler nach dem Vorfall mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammenzuckte.

Ansonsten sind beim TCK alle Mann an Bord, auch Alex Miehle (2), der nach fußballspiel-bedingten Schulterproblemen vom Orthopäden inzwischen grünes Licht für einen Einsatz bekam. Miehle lotste übrigens jenen Spieler nach Kirchheim, der morgen vor dem Club-Debüt steht: TCK-Neuzugang Luis Jaimes Baclini (22). Der Mann aus Venezuela, ehemaliger Ökonomie-Studienkollege Miehles in Kalifornien, ist bis Saisonende in Kirchheim privat untergebracht und soll alle restlichen TCK-Spiele bestreiten. Mangels Turnier-Präsenz hat Baclini keine Weltranglistenpunkte, doch er gilt als großes Talent und bringt zum TCK-Einstand morgen definitiv eines mit aufs Tennisareal an der Arnulfstraße: internationales Flair.

„Wenn alles optimal läuft, können wir im Kampf um den Oberliga-Aufstieg ein Wörtchen mitreden“, befindet Kaiser vor den Verbandsliga-Restspielen gegen Tachenberg, TSV Bietigheim (H/6. Juli), TC Waiblingen (A/13. Juli), TC BW Vaihingen-Rohr (A/20. Juli) und TC Bernhausen (H/27. Juli) mutig. Den Druck, aufsteigen zu müssen, hat der TCK als Vorjahres-Dritter nicht, wenngleich die Spieler liebend gerne diesmal zwei Ränge höher in der Endabrechnung angesiedelt sein würden. Denn die Oberliga ist und bleibt das Maß der Dinge.

Ohne Schweiß kein Preis – besonders trifft das auf den alten und neuen TCK-Spitzenspieler Tony Hol­zinger zu. Der bekommt es in dieser Saison mit Verbandsliga-Hochkarätern wie Marcos Giraldi (TC Waiblingen/Nummer 565 der Weltrangliste) und Edoardo Tessaro (TSV Bietigheim/1428) zu tun. Warmspielen für die zwei Prüfstein-Duelle kann sich Holzinger morgen als klarer Favorit: Tachenbergs Nummer eins Michael Chott ist im WTB-Ranking vier Leistungsklassen tiefer als der Kirchheimer eingestuft.