Lokalsport

Wutrede half nicht

Minutenlange Ovationen des Hagener Publikums für die Kirchheimer Adam Baumann und Ziyed Chennoufi sorgten zwar für Gänsehautstimmung. Sportlich lief es aber nicht so gut für die Knights: Mit 88:101 ging das Spiel gegen den Tabellendritten Phoenix Hagen klar verloren. Passive Kirchheimer vergaben dabei schon in der ersten Halbzeit alle Chancen auf einen erfolgreicheren Verlauf des Spiels.

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Hagen. Fast schien es, als wären die Knights-Spieler nachhaltig beeindruckt gewesen vom herzlichen Empfang in Hagen. Die beiden ehemaligen Hagener Spieler Baumann und Chennoufi wurden vom Phoenix-Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Haensel für ihre Leistungen in den vergangenen Spielzeiten geehrt. Es war deutlich zu spüren, wie beliebt die Neu-Ritter in ihrer bisherigen sportlichen Heimat waren. Dass die Feuervögel nach erfolgtem Sprungball keine weiteren Gastgeschenke zu verteilen hatten, machte das Team von Coach Ingo Freyer gleich von der erste Sekunde an klar. Nach gewonnenem Tipp-Off bauten die Westfalen Zug um Zug ihren Vorsprung auf, besonders Chase Griffin, Quentin Pryor sowie Zach Freemann überrannten die statischen Kirchheimer geradezu. Beim Stand von 28:17 nach dem ersten Viertel waren die entscheidenden Punkte schon verloren.

Auch im zweiten Spielabschnitt konnten die Gäste ihr Tempo nicht erhöhen. Die Probleme lagen dabei vorrangig im Abwehrverhalten. „Man bekam fast schon den Eindruck, dass unsere Abwehr dem Gegner beeindruckt zuschaute“, konstatierte Teammanager Volker Oesterle nach der Partie. 56 Punkte am Ende der ersten Halbzeit zeugen von der schlechten Abwehrleistung der Kirchheimer in der ersten Halbzeit. Der schwäbische Angriffszug kam dagegen in Person von Radi Tomasevic im zweiten Viertel langsam ins Rollen. Gut erholt von seiner Grippe setzte er ein positives Signal und brachte die Phoenix-Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit. Mit insgesamt 20 Punkten avancierte er zum erfolgreichsten Werfer seines Teams.

Halbzeitstand 54:38 – die Stimme von Kirchheims Coach Ignjatovic ließ die Kabinenwände erzittern. Geradezu wütend über die Leistung seiner zuletzt so gefällig spielenden Jungs schien seine Pausenansprache zunächst Wirkung zu zeigen. Die Mannschaft schaffte es, im Spiel zu bleiben und den Abstand etwas zu verkürzen. Vor allem das Reboundverhältnis konnte ausgeglichen gestaltet werden, Adam Baumann fischte seinen Gegnern alleine zwölf Abpraller vor der Nase weg und untermauerte mit seinem Double-Double (17 Punkte und zwölf Rebounds) und 31 Effektivpunkten einmal mehr seine wichtige Rolle im Team. Weniger als zwölf Punkte Abstand ließ das homogen spielende Team aus Hagen aber nicht zu. Beim Endstand von 101:88 ging ein erfolgloser Arbeitstag für die Ritter zu Ende. „In der zweiten Halbzeit waren wir auf Augenhöhe“, stellte Frenkie Ignjatovic fest, der sich immer noch über den passiven Auftritt seines Teams in der ersten Halbzeit ärgerte. „Wenn wir von Beginn an wach gewesen wären, hätten wir das Spiel offener gestalten können.“

So bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass auch ein Basketballspiel schon in der ersten Sekunde beginnt und dass ein guter Einstieg ins Match der halbe Erfolg sein kann. Eine Chance auf Besserung hat die Ignjatovic-Truppe bereits am kommenden Samstag. Zum Nikolaustag empfangen die Ritter den BV 99 Chemnitz. Eine Begegnung, die viel Spannung verspricht und vor zwei Jahren an selbiger Wirkungsstätte einen erfolgreichen Ausgang für die Kirchheimer hatte. bs

Phoenix Hagen – VfL Kirchheim Knights: 101:88 (28:17, 28:21, 21:22, 24:28)

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic 20, Chenoufi 4, Baumann 17 (12 Rebounds), Crawford 12 (1/2 Dreiern), Scott 16 (2/4), Lenger, P. Klemm 5, T. Klemm 4, Heyden 10, Reichmuth n.e.

Phoenix Hagen: Pryor 20, Griffin 19, Freeman 20, Schwarz 6, Grothe 8, Dreesen 19, Opitz, Paulsen, Spohr, Fleetwood 2, Kruel 7, Schulze-Pais