Lokalsport

Zehn Kirchheimer überraschen in Au

Außergewöhnliches in Au: Zunächst feierte Ex-Zweitligaprofi Thorsten Raspe überraschenderweise sein lang ersehntes Debüt bei den Blauen, nach 90 Spielminuten bejubelte der ehemalige Kickers-Akteur zusammen mit seinen Teamkollegen einen unerwarteten 1:0(1:0)-Auswärtserfolg.

REIMUND ELBE

Anzeige

ILLERTISSEN Es gibt einige Gründe, die den samstäglichen VfL-Sieg im Heinrich-Oßwald-Stadion bemerkenswert machen. Zum einen galt das Auer Stadion zuletzt als Bastion. Zwölf Punkte und 13:0 Tore lautete die Bilanz der Spielvereinigung aus den vergangenen vier Heimspielen. Teilweise wurden die Gegner förmlich abgeledert.

Warum es den Kirchheimern nicht ähnlich erging? Weil die Teckstädter einen fußballerischen Glanztag erwischt hatten. "Wir haben die Primärtugenden des Fußballs, wie Laufbereitschaft, Einsatz und Disziplin, gut umgesetzt", sagte ein sichtlich entspannter VfL-Spielertrainer Michael Rentschler in der Pressekonferenz. Was gleich zum nächsten bemerkenswerten Aspekt des VfL-Auftritts im Illertissener Ortsteil führt: Der Gast genehmigte auf Grund dieser absolut konzentrierten Vorstellung den Einheimischen nur wenige hochkarätige Torchancen. Ein weiterer Punkt, der den Kirchheimer Erfolg beim Ex-Oberligisten eine besondere Note gab, war die Tatsache, dass die Kirchheimer ab der 55. Minute in Unterzahl spielten Mario Grimm war nach zwei harmlosen Fouls vom Unparteiischen Schaal (Pfrondorf) des Feldes verwiesen worden.

Das aus VfL-Sicht fast schon wundersame Geschehen rundete Kirchheims Defensivakteur Christopher Eisenhardt ab. In der 43. Minute traf ausgerechnet der Abwehrmann nach einer VfL-Ecke. Im Gewühl verlängerte zunächst Mittelfeldspieler Coskun Isci den in den Strafraum segelnden Ball, der über die linke Seite aufgerückte Eisenhardt drückte das Leder anschließend aus kurzer Entfernung über die Torlinie. Der Kirchheimer Torschütze freute sich besonders diebisch über den Treffercoup, weil ihn Spielertrainer Rentschler eben jene Situation nach einem Eckball zuletzt intensiv üben ließ. "Ich habe spekuliert, dass der Ball lang kommt und bin sozusagen auf Verdacht über die linke Seite in den Strafraum gesprintet", erzählte der pfiffige Innenverteidiger nach dem Abpfiff strahlend.

Die Führung war zu jenem Zeitpunkt alles andere als unverdient. Zwar vergaben die Auer in der Anfangsphase drei gute Gelegenheiten, aber die Kirchheimer nahmen genauso rege am insgesamt sehr flotten Spielgeschehen teil. Beton rührten die Kirchheimer in der Defensive beileibe nicht an, wie es noch auf der SpVgg-Homepage in einem Artikel vor dem Match befürchtet worden war.

Dass es für die agilen Kirchheimer in der Schlussphase trotzdem noch einmal eng wurde, war angesichts der Unterzahl und der bedingungslosen Offensive der Gastgeber vorauszusehen. Doch auch in dieser Phase behielten Rentschler und seine Mannen in den brenzligen Situationen kühlen Kopf. Trotz tumultartiger Szenen in einigen Situationen: Die einzig wirklich hochkarätige Chance der Auer in der Schlussphase resultierte aus einer an und für sich harmlosen Begebenheit. Kirchheims Torwart Patrick Gühring wollte in der 76. Minute mit einem weiten Abwurf den eingewechselten Angreifer Marcel Klon auf die Reise schicken. Dieser verfehlte den Ball jedoch um Zentimeter. Die Auer retournierten reaktionsschnell, doch Verteidiger Peter Struck verfehlte mit seinem 25-Meter-Schuss das VfL-Gehäuse nur um wenige Zentimeter.

So taten die Kirchheimer Spieler nach dem Abpfiff das, was Fußballer am liebsten tun: Sie feierten überschwänglich.

SpVgg Au:

Braunagel - Neumann (46. Mikic), Kinkel, Struck, Lohwasser - Erhard, Schauffler, Marasa, Ülger - Tokmak (69. Medicina), Trouerbach (46. Kaufmann). VfL Kirchheim:

Gühring - Fuchs, Eisenhardt, Rentschler, Siopidis - Isci, Grimm, Raspe, Polat (90. Dashi) - Morisco (87. Baumer), Singh (73. Klon).Tor:

0:1 (43.) Eisenhardt.Gelbe Karten:

Kinkel, Marasa - Eisenhardt, Raspe, Baumer.Gelb-Rot:

Grimm (55.).Zuschauer:

230.Schiedsrichter:

Dominik Schaal (Pfrondorf) begann überdurchschnittlich, bewertete im Laufe der Partie allerdings (zu) viele Zweikämpfe falsch.