Lokalsport

Zeiten vom Winde verweht

Gelungener Saisoneinstand für Tobias Unger: Der Kirchheimer Sprinter im Dress des LAZ Salamander Kornwestheim sicherte sich über 200 m den Titel des baden-württembergischen Meisters. Doch auch andere Teck-Athleten konnten in Sulz auf sich aufmerksam machen.

PETER EIDEMÜLLER

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SULZ AM NECKAR Dass nicht nur Namen Schall und Rauch sind, sondern auch Zeiten, bewiesen die bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Sulz erzielten Leistungen. Der kräftig durch das Stadion pfeifende Gegenwind machte den Athleten das (Sprint-)Leben schwer. "Das war teilweise, als ob man gegen eine Wand läuft", meinte Trainer-Guru Micky Corucle, der sich dennoch über zahlreiche Erfolge seiner Schützlinge freuen konnte.

Vor allem Tobias Unger liegt dem Vernehmen seines Trainers nach voll im Soll. Seine Siegerzeit über 200 m erscheint mit 21,01 Sekunden zwar nicht überragend, doch rechnet man den Gegenwind von 1,8 Metern weg, steht laut Corucle eine Resultat wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres da startete Unger mit 20,58 Sekunden in die Saison. Auch Stephanie Lichtl aus Bempflingen ließ mit ihrem Sieg über 100 m Hürden keinen Zweifel an ihrer Vormachtstellung aufkommen. Vor allem aufgrund der Zeit, die sein weiblicher Top-Star mit 13,64 Sekunden hinlegte, ließ sich der rumänische Coach zu einem Superlativ hinreißen: "Sensationell, mit der Form sind Zeiten um die 13,20 drin", so Corucle.

Zufrieden war auch der Weilheimer Hürdensprinter Lukas Erdmann, der mit 13,39 Sekunden auf den zweiten Platz über 110 m Hürden stürmte. "Das war ein richtiger runder Lauf", freute sich Erdmann, "ich konnte schmerzfrei laufen." Ein Ermüdungsbruch hatte den 23-Jährigen in der Saisonvorbereitung behindert. Noch bemerkenswerter allerdings, dass er trotz 2,1 Meter Gegenwind seine persönliche Bestzeit nur um sieben hundertstel Sekunden verpasste.

Auf die Zähne beißen musste das weibliche Staffel-Quartett des VfL Kirchheim bei der A-Jugend. Geplagt von kleineren Wehwehchen ging es für Ann-Kathrin Fischer, Anja Wackershauser, Melanie Föll und Valerie Hess lediglich darum, die Qualifikationszeit für die deutschen Meisterschaften zu unterbieten. Dies gelang in 48,62 Sekunden auch, was den fünften Gesamtrang bedeutete. "Der Druck war groß", beschrieb Micky Corucle die Anspannung bei seinen Mädels, "es gibt nicht mehr viele Staffelrennen, bei denen man die Norm laufen kann."

In den Einzelwettbewerben war für den VfL zuvor schon der 200-m-Titel durch Ann-Kathrin Fischer herausgesprungen, Valerie Hess wurde Dritte. Über 100 m belegten Anja Wackershauser und Ann-Kathrin Fischer die Plätze zwei und drei. Christina Krüger von der LG Teck belegte über 800 m den fünften Platz und verpasste dadurch den anvisierten Podiumsrang nur knapp um eine Sekunde.