Lokalsport

Zeitstrafen bringen die SG ins Straucheln

Mächtig ins Straucheln kam Landesliga-Tabellenführer SG Lenningen am Sonntagabend beim HC Wernau. Dass es zu keinem Fall kam, war in der hektischen Schlussphase Torhüter Sven Lamparter zu verdanken, der einige Male toll reagierte und den Lenninger 25:24 (13:7)-Sieg buchstäblich festhielt.

WERNAU Lenningens 25:20-Vorsprung in der 57. Minute schmolz wie Märzenschnee, als in der 58. Minute Jochen Renz und Steffen Kazmaier nach zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheidungen Zeitstrafen erhielten. SG-Trainer Hans Hahn im Schiedsrichterurteil sehr abwägend und besonnen, wurde in der 54. Minute mit einer Strafzeit belegt, was wiederum eine Lenninger Unterzahl bedeutete: Christoph Wiesinger musste dafür auf die Bank. Schiedsrichter Hans Steuer nach Spielschluss: "Ich habe nicht immer das gepfiffen, was ich gesehen habe, sondern nach Gefühl."

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In zwei Gefühlswelten wurden die SG-Anhänger versetzt: Zur Halbzeitpause lag der Tabellenführer noch mit 13:7 vorne, ohne jedoch zu überzeugen. SG-Torjäger Christoph Wiesinger war dabei mehr oder weniger Alleinunterhalter. Lenningen fand nicht ins Spiel. Jeder Spieler suchte im Alleingang den Torerfolg. Noch schlimmer wurde es in der zweiten Spielhälfte, als sich die SG zusehends in der offensiven HC-Abwehr aufrieb und Konterspezialist Thomas Götz schnelle Treffer markierte. In der 38. Minute war Wernau dran 12:13. Zuvor hatte die SG mit vier Alutreffern mehrmals Pech.

Von Lenninger Spielkultur war nichts zu sehen. Jörg Tombrägel in der zweiten Hälfte im Tor sah sich Konterattacken gegenüber und musste auch die Distanzwürfe von Robin Filipzik passieren lassen. Diese passten millimetergenau in die Winkel. Lenningen weiterhin konzeptionslos, musste sich durch die HC-Abwehr arbeiten. Die SG-Youngster Marc Segeritz und Christoph Wiesinger sorgten für knappe Führungen, die dann in der 51. Minute beim 19:19 durch Thomas Götz aufgezehrt waren.

Jetzt wechselte wieder Sven Lamparter ins Tor und hielt sofort einen Strafwurf. Nochmals Auftrieb bekam die SG durch das 22:19/55. Jens Kirschmann setzte den Konter ins Netz. Zuvor parierte Daniel Born im HC-Tor mehrmals gegen die SG-Werfer. Die Gäste konnten sich jedoch trotz einer Drei-Tore-Führung nicht stabilisieren. Zu sehr ließen sie sich von den Schiedsrichterleistungen beeinflussen. Nur einer nicht: Sven Lamparter. Zwei blitzschnelle Reflexe in der 56. Minute verhinderten den HC-Torjubel. Und sein Erfolg puschte nochmals Steffen Kazmaier, Hagen Braunwarth und Jochen Renz. Sie erhöhten bis zur 57. Minute auf 25:20 bis zu den folgenschweren Hinausstellungen. Die SG war jetzt dezimiert und "kopflos." Schnelle Wernauer fingen Lenninger Balltändeleien ab und verkürzten zum 24:25.

döl

SG Lenningen:

S. Lamparter, Tombrägel; Wiesinger (11/4), Braunwarth (4), Kirschmann (3), Segeritz (3), Renz (2), Kazmaier (1/1), Schwohl (1), Baumann, Gökeler, J. Lamparter.HC Wernau:

Born, Bernel; T. Götz (7), Filipzik (5/1), Bristle (5), Brodbeck (3), F. Götz (2), Leuze (2), Bachleitner, Molitor, Schurr, Beug. Zuschauer:

200.Schiedsrichter:

Steuer/Ehler, Weingarten/Ravensburg, waren nicht regelsicher.