Lokalsport

Zittern bis zum letzten Schuss

Happyend für die Ötlinger Luftpistole-Schützen: Durch einen 3:2-Zittersieg über die SSG Dynamit Fürth bannten die Rübholzer die Abstiegsgefahr in allerletzter Minute. Den entscheidenden Punkt zum Klasserhalt steuerte Jörg Kobarg bei.

LUDWIGSHAFEN Durch einen glücklichen 3:2-Sieg über die SSG Dynamit Fürth haben sich die Luftpistolenschützen des TSV Ötlingen den direkten Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert. Damit sind sie auch in der Saison 2005/2006 wieder unter den acht Mannschaften der Südgruppe zu finden. Der erreichte sechste Tabellenplatz vertreibt das Abstiegsgespenst endgültig.

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Das in den nun abgeschlossenen Vorrundenkämpfen zur deutschen Mannschaftsmeisterschaft so oft fehlende Quäntchen Glück war den Schützen um Trainer Dieter Decker diesmal hold. Doch wiederum war es, wie so häufig in dieser Saison, bis zum letzten Schuss eine echte Zitterpartie. Gleich von Beginn an zeigten die Fürther, dass sie nicht bereit waren, ihren sicheren sechsten Tabellenplatz zu räumen. In Paarung eins hatte Boris Graytser (TSVÖ) kein leichtes Spiel mit seinem Kontrahenten Herbert Ascherl. Der Fürther wehrte sich tapfer und lag nach 30 Schuss nur um zwei Ringe hinter dem Ötlinger. Fürther Pech: Ascherl schoss in der letzen Serie zweimal nur sieben Ringe. So konnte Graytser seinen Vorsprung vergrößern und am Ende mit 374:369 die Oberhand behalten. Das 1:0 für den TSVÖ.

Stefan Scharp hatte ab der zweiten Serie keine Probleme mehr mit seinem Gegner Roland Brechbühl. Kontinuierlich baute er seinen Vorsprung aus und besiegte den Fürther mit guten 379:371 Ringen. Das 2:0.

Ganz anders präsentierte sich der Ötlinger Michael Waibel gegen Christian Kerschbaum. Waibel lag von Beginn der Partie immer im Hintertreffen. Ihm glückte fast gar nichts an diesem Tag. Sehr magere 90 und 88 Ringe in den ersten beiden Serien ließen früh erkennen, dass dieser Einzelpunkt an die Fürther gehen würde. Auch wenn Kerschbaum in seiner Schlussserie nur 88 Ringe zu Stande brachte, hieß es am Ende 365:360 für den Fürther (2:1).

Der erstmals nach langer Zeit wieder in einem Bundesligawettkampf eingesetzte Roland Preissler hatte ähnliche Probleme. Iris Kerschbaum zog von Anfang an davon und lag zur Hälfte der Partie bereits mit sechs Ringen in Führung. Preissler konnte diesen Vorsprung nicht mehr aufholen und verlor am Ende klar mit 359:368. Damit war der 2:2-Gleichstand erreicht das große Zittern für die Ötlinger setzte sich, wie so oft, fort.

Alle Last und Verantwortung auf TSVÖ-Seite lag nun wieder einmal auf den Schultern von Jörg Kobarg. Nach dreißig Schuss lag er noch einen Ring hinter Gegner Uwe Abendroth. Dieser beendete seinen Wettkampf als Erster mit einer 90er-Serie und der Gesamtzahl von 364 Ringen. Kobarg war nun allein auf sich gestellt und musste mit seinen letzten drei Schüssen mindestens 28 Ringe erzielen, um noch zu gewinnen. Schuss 38 war nur eine Neun, die Zehn musste jetzt kommen. Sie kam mit dem vorletzten Schuss. Die Ötlinger feierten diese Zehn bereits jetzt als den Gesamtsieg . . .

Dennoch bestand die Möglichkeit, dass alles verloren war, wenn Kobarg mit seinem letzten Schuss nicht zumindest eine Neun erzielte. Zwei Minuten vor Ende der Wettkampfzeit kam es zur Erlösung für alle Ötlinger: An der Anzeige erschien wirklich die Treffermarkierung neun.

Jetzt brachen alle Ötlinger und deren Fans in frenetischen Jubel aus, hatte doch in diesem Moment die Anspannung der letzten Tage und Wochen ein Ende. Es war klar, dass der Klassenerhalt perfekt war anstatt der Ötlinger Schützen muss nun die SSG Dynamit Fürth in die Relegation. Als Direktabsteiger nach der 1:4-Niederlage gegen die SG Ulrichshögl steht Ludwigshafen fest.

Für den TSVÖ endete eine schwere Saison mit einem späten Happyend. Man wird die Ursachen für die vielen Niederlagen gründlich analysieren müssen, damit zu Beginn der nächsten Saison die Blickrichtung wieder nach oben gehen kann.

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