Lokalsport

Zu Gast bei visionären Ludwigsburgern

Das 3:1 gegen die TuS Metzingen hätte eine wunderbare Beruhigungspille für den VfL Kirchheim sein können doch Teile der schwächelnden Mitkonkurrenz im Verbandsligakeller sammelten am vergangenen Wochenende ebenfalls fleißig Punkte.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Die Kirchheimer stehen beim samstäglichen Auftritt in Ludwigsburg (Anpfiff: 14.30 Uhr) trotz des jüngsten Heimerfolgs unter Zugzwang. Der Blick auf die Tabelle genügt: Zwar sind mit der SV Böblingen, dem FC Eislingen und dem FC Wangen schon drei Teams tabellarisch und auch punktemäßig weit hintendran, doch aufgrund der verschärften Abstiegsregelung bringt selbst der aktuell zehnte Tabellenplatz den Kirchheimern kein großes Gefühl der Sicherheit. Vor allen Dingen, weil der Abstand zwischen dem VfL (16 Punkte) und dem Vierzehnten, der TuS Metzingen, gerade einmal zwei Zähler beträgt.

Nun also der Trip in die Barockstadt, vor dem VfL-Coach Rentschler alles andere als bange ist. "Wir haben zwar bisher nur einen Punkt auswärts geholt", betont der 35-Jährige, "doch bis auf ganz wenige Ausnahmen immer eine ordentliche Leistung auf fremden Plätzen geboten." Wie zuletzt beim unglücklichen 0:1 in Schwieberdingen. "Bei dieser Partie hatten wir genau die richtige Einstellung, haben aggressiv gespielt und auch Torchancen herausgearbeitet", so der Trainer. Der Kader der Kirchheimer ist nahezu komplett, "ich habe somit Alternativen", sagt der VfL-Übungsleiter.

Die morgigen Gastgeber reiten derzeit nicht gerade auf einer Erfolgswelle. Noch am neunten Spieltag war die Sportvereinigung Tabellenzweiter, dann ging es bergab. Drei Niederlagen mit 0:7 Toren folgten für die Ludwigsburger, zuletzt gab es in Ravensburg immerhin einen ersten Lichtblick mit einem 2:2. "Die Mannschaft ist für Verbandsligaverhältnisse sehr gut besetzt", findet Michael Rentschler. Einer der personellen Hochkaräter ist Ex-Profi Adnan Kevric (35), der einst unter anderem für die Stuttgarter Kickers und den SSV Ulm 1846 in der zweiten Liga kickte. 207 Spiele in dieser Klasse stehen in Kevrics Fußballvita zu Buche.

Die Ludwigsburger, noch vor wenigen Jahren Regionalligist, hatten vor dem Rundenauftakt eine krasse Personalfluktuation: 15 Akteure verließen die SpVgg, 17 Neue kamen, darunter der Ex-Kirchheimer Patrick Lambor. "Der Blick ist nach vorne gerichtet", sagt Trainer Manfred Jung soll heißen Richtung Oberliga. "Spätestens 2007, zum 100-jährigen Vereinsjubiläum, soll es so weit sein", so die Vision von Ex-Bundesligatrainer Rainer Adrion, Vorstandsmitglied bei der SpVgg 07.

In diesem Jahr wird es mit dem Aufstieg angesichts der aktuellen Schwächephase wohl noch nichts. "Wir haben viele gestandene Spieler abgeben müssen, denn der Verein war in einer schwierigen finanziellen Situation", begründet Adrion die aktuelle Lage. Mit dem VfB Stuttgart gibt es eine interessante Kooperation. Unter dem Motto "Let's go together" findet ein Austausch im Jugendbereich statt. VfB-Kicker bekommen in Ludwigsburg Spielpraxis. "Wenn wir hier bei 07 ein viel versprechendes Talent entdecken, dann führen wir es dem VfB zu", erklärt Adrion die Konzeptidee. Dabei arbeitet er mit Eberhard Trautner, dem Torwarttrainer des VfB, zusammen. Trautner ist Jugendkoordinator bei 07 und kümmert sich vor allem um die ganz Kleinen bis zur D-Jugend.

Der VfL bekommt es morgen also mit einem Club zu tun, in dem es trotz des sportlichen Misserfolges in den vergangenen Jahren durchaus Visionäre gibt.