Lokalsport

"Zu viele Stars" kein echter "Big Man"

KIRCHHEIM Aus. Vorbei. Abgehakt. Vier Spiele vor Saisonende haben die Kirchheimer Basketballer keine echte Chance mehr, die Aufstiegsrunde zur Zweiten Liga zu erreichen. "Alles, was wir angepackt haben, ging schief." So jedenfalls sieht es Ross Jorgusen. War es wirklich "einer dieser Tage" wie Jorgusen, sichtlich um Erklärungen verlegen, anbietet? War es wirklich der "starke Gegner", wie Coach Theo Leftakis, sicher nicht ganz zu Unrecht, versichert? Waren es wieder einmal die Schiedsrichter, die den Knights kurz nach der Pause, als es endlich gut lief, mit vielen schlechten Pfiffen den Nerv raubten? Oder die 15 Dreier oder 22 Offensiv-Rebounds, die Glück hin oder her den Gästen den Abend versüßten? Oder der neue Star der Ludwigsburger, Tim Burnette? Leftakis: "Wieder einer, der in dieser Liga nichts verloren hat. Man kann ihn nicht am Werfen hindern, er hat einen guten Zug zum Korb."

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Oder steckt das Problem vielleicht doch tiefer? Theo Leftakis sagt zum Beispiel auch: "Ross muss zu viel spielen, am Ende fehlt ihm die Kraft." Das gleiche galt am Samstag auch für Kai-Uwe Kranz, der zudem nicht fit war. Leftakis wiederholt aber auch, was er schon seit dem ersten Spiel anmerkt: "Zu viele wollen Stars sein, glänzen. Das geht nicht." Wenn diese Einstellung mit schwacher körperlicher Form oder einem schlechten Tag zusammenfällt, wie zum Beispiel bei James Hayden, Nenad Lukic, Wilu Lenger oder Jorgo Tsouknidis zuletzt häufig, fällt der Beitrag zum Erfolg insgesamt zu bescheiden aus.

Ein starkes Viertel wie von Lenger am Samstag, als er in kurzer Zeit sieben Rebounds angelte, hilft da im Gesamtergebnis zu wenig. Die Knights brauchen von allen diesen vier einfach mehr. Auch Bill Goehrke hatte übrigens nicht seinen besten Tag, nur fünf Rebounds liegen weit unter seinem Schnitt. Einen Erklärungsversuch, der seit Jahren gilt, hat Kranz parat: "Ohne Center läuft einfach nichts." Der VfL hat tatsächlich nur Power Forwards, es fehlt weiter der echte "Big Man." Die Verantwortlichen wissen das und konnten es bisher dennoch nicht ändern.

Oder funktioniert das Team nicht? "Wir haben sehr gut als Mannschaft verteidigt, wir haben die besseren Würfe bekommen, kaum einer außer Burnett hat schwere Würfe genommen." Das sagte natürlich nicht Leftakis, sondern sein Kollege Bennie Tokmadzic. So etwas auch einmal vom Kirchheimer Coach zu hören, möchte man sich wünschen. Seit dem Spiel gegen Schwenningen am 27. November hatte er jedenfalls kaum Anlass dazu. Dafür sagt Jorgusen: "Wir haben fast nie unsere Systeme konsequent zu Ende gespielt."

Es ist wie immer: Misserfolge haben viele Ursachen. Die Frage lautet: Wo kann man ansetzen, was kann man selbst beeinflussen? Für die letzten vier Spiele bleibt da wenig Gelegenheit. Leftakis: "Wir müssen jetzt anständig zu Ende spielen." Und Kranz: "Ich habe immer noch ein persönliches Ziel: In Stuttgart und Schwenningen gewinnen. Das ist jetzt die Herausforderung."

mad