Lokalsport

Zu wenig zum Überleben

Kirchheimer Handballer kommen über ein 24:24 nicht hinaus

Es ist zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben: Die VfL-Handballer haben zum fünften Mal in dieser Saison einen einfachen Punktgewinn in Form eines Unentschieden erzielt. Nach einer dramatischen Schlussphase hieß es gegen den TSV Neuhausen/Erms II am Ende 24:24 (11:12).

VFL Kirchheim (blau) - TV Neuhausen/Erms II (schwarz)Roman Keller versucht sich gegen 2 Neuhäuser Spieler durchzusetzten
VFL Kirchheim (blau) - TV Neuhausen/Erms II (schwarz)Roman Keller versucht sich gegen 2 Neuhäuser Spieler durchzusetzten

Kirchheim. Wie schon öfters in dieser Spielzeit war für den Handball-Landesligisten VfL Kirchheim mehr drin als nur ein Teilerfolg. Doch nach dem ersten Angriff lief die Tecksieben einem Rückstand hinterher. Danach erzielte Simon Latzel per Tempogegenstoß zum 2:1 die erste und einzige VfL-Führung im gesamten Spiel. Ab diesem Zeitpunkt legten die Gäste aus dem Ermstal meist vor. Zu oft verpasste man es auf Kirchheimer Seite, in der Abwehr entscheidende Akzente zu setzen.

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Jedoch schaffte man es zunächst, die Bundesligareserve aus Neuhausen nicht davonziehen zu lassen. Matthias Mikolaj war es nach monatelanger Verletzungspause anzumerken, dass er den Spaß am Handballsport nicht verloren hat. Entweder bestach er durch kluge Anspiele an den Kreis, oder er war selbst erfolgreich. Zugleich zeigte der VfL in dieser Phase sein Sonntags-Gesicht. War man an den Gegner ergebnismäßig herangerückt, agierte man danach allerdings wieder dumm: Leichtsinnige Ballverluste und überhastete Torabschlüsse brachten dem TSV immer wieder leichte Tore. Dennoch stand es zur Halbzeit lediglich 11:12.

Nach Wiederanpfiff schafften die Blauhemden zunächst den 12:12-Aus­­gleich, um wenige Augenblicke später 12:16 in Rückstand zu geraten. Als man beim 21:21 die Chance auf die Führung hatte, fiel man wieder in alte Muster zurück. Auffällig war vor allem, dass man die beiden Neuhausener Euchner und Schweizer nicht in den Griff bekam. Diese beiden Spieler erzielten zusammen 20 der 24 Gästetore. Nachdem vier Minuten vor Schluss das 21:24 fiel, schien die Messe bereits gelesen. Doch die Kirchheimer Ballwerfer besannen sich nochmals ihrer Kämpfernatur. Angetrieben von ihrem Trainier Engelbert Eisenbeil im Tor, der den zuvor stark haltenden Tim Osswald ersetzte, legte der VfL nochmals einen Gang zu. Gut 50 Sekunden vor Spielende war man nochmals in Ballbesitz. Als dann wenige Augenblicke später der Ball im Netz zappelte, stand es nur noch 23:24.

Beim letzten Gäste-Angriff agierte der VfL mit offensiver Manndeckung. In dieser Phase erwies sich Fabian Smetak als besonders reaktionsschnell. Direkt nach Wiederanpfiff konnte er dem Gegner den Ball abnehmen und erzielte unter großem Beifall der Zuschauer den 24:24-Ausgleich. Neuhausens letzter Angriff verpuffte. Am Ende überwog wieder die Erkenntnis, dass deutlich mehr möglich war. Dieser eine Punkt hilft wenig. Dazu kam, dass Keller-Konkurrent SG Hirsau/Calw/Bad Liebenzell gegen den Tabellenzweiten HSG Ostfildern beim 29:25 überraschend zwei Punkte einfahren konnte.

Bereits nächsten Samstag hat der VfL die Chance, es den Nordschwarzwäldern gleich zu tun, dann steht das (Auswärts-)Spiel in Ostfildern auf dem Programm. jm

VfL Kirchheim: Pisch, Osswald, Eisenbeil – Latzel (7), S. Smetak (3), F. Smetak(4/1), M. Mikolaj(2), J. Mikolaj, Späth, Krempler, Castello (1), Keller (2), Kuchenbaur (5/2)

Torstationen: 0:1, 2:1, 2:4, 5:7, 8:8, 9:11 11:12 12:12 12:16 14:18 18:21 20:21 21:21 21:24 24:24