Lokalsport

Zünglein an der Waage

Kirchheimer Verbandsliga-Schlussgong: VfL-Kicker erwarten den Tabellenzweiten FV Ravensburg

Der Verbandsliga-Zug ist abgefahren, doch der VfL Kirchheim bestimmt noch den Aufstiegsfahrplan mit – wenn auch nur als Zünglein an der Waage. Denn: Zum vorerst letzten Kirchheimer Auftritt in der Fußball-Verbandsliga am morgigen Samstag rückt der Tabellenzweite FV Ravensburg an.

Bald ein Bild fürs VfL-Geschichtsbuch: Die Kirchheimer (hier mit Alexander Berg/Mitte) in einem ihrer vorerst letzten Verbandsli
Bald ein Bild fürs VfL-Geschichtsbuch: Die Kirchheimer (hier mit Alexander Berg/Mitte) in einem ihrer vorerst letzten Verbandsliga-Spiele.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. 29 Jahre ist es fast auf den Tag genau her, als der VfL letztmals in der (damals noch fünftklassigen) Landesliga antrat. Mit dem viel umjubelten Meisterschaftstriumph im Frühsommer 1984 katapultierte sich der Club für fast drei Jahrzehnte in den höherklassigen Fußball. Bevor sich am morgigen Samstag gegen 17.15 Uhr nach dem Schlusspfiff der Kreis mit der VfL-Rückkehr in die Landesliga schließt, wird an der Jesinger Allee zumindest noch ein Hauch von Spannung zu spüren sein. Für den Gast aus Ravensburg geht es morgen schlichtweg um die Meisterschaft und den damit verbundenen Direktaufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Das Fernduell mit Spitzenreiter FC Heidenheim II – jener tritt parallel um 15.30 Uhr zum Heimmatch gegen die SV Böblingen an – birgt höchste Brisanz.

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Im Normalfall dürfte den Ravensburgern allerdings nur ein Sieg in Kirchheim weiterhelfen, in der Hoffnung, dass sich die „Zweite“ des Drittligisten Heidenheim einen Patzer erlaubt. Aktuell sind nämlich beide Titelaspiranten zwar punktgleich, der FCH weist jedoch das wesentlich bessere Torverhältnis (81:36) gegenüber dem FV Ravensburg (58:34) auf. Der württembergische Verbandsliga-Meister steigt direkt auf, während der Vizemeister in der Relegation gegen den Sieger der badischen Duelle zwischen dem SV Schwetzingen (Nordbaden) und dem VfR Hausen (Südbaden) ran muss. Das erste der beiden Relegationsspiele endete am Mittwochabend mit einem 4:2 für Schwetzingen. Der SVS klopft im Übrigen nach fast 20 Jahren wieder an die Oberliga-Tür – eine gewaltige Durststrecke liegt hinter dem einstigen Oberligakonkurrenten des VfL Kirchheim, und jene könnte alsbald zu Ende gehen..

An der Jesinger Allee könnte es derweil morgen nach dem Abpfiff zu außergewöhnlichen Szenen kommen: nach dem Titelgewinn ausgelassen feiernde Ravensburger direkt neben nach dem sportlichen Totalcrash darniederliegenden Kirchheimern. Die VfL-Kicker und Funktionäre können für die Partie keine großen Ziele mehr ausgeben. Tabellarisch gilt es lediglich noch, den Fall vom drittletzten auf den vorletzten Tabellenplatz zu verhindern.

Auch die hinter der Mannschaft des scheidenden VfL-Trainers Ralf Rueff lauernde TSG Ehingen darf morgen Zünglein an der Waage spielen. Die Akteure aus der Donaustadt könnten den Gang des FC Frickenhausen in die Relegation besiegeln. Der Kirchheimer Lokalrivale wäre allerdings bei einem Sieg über die Ehinger definitiv gerettet. Diesbezüglicher Vorteil für den Tälesclub: Die mitgefährdeten FC Wangen und FC Albstadt duellieren sich morgen im Allgäu direkt, nehmen sich somit gegenseitig die Punkte. Beim FC Frickenhausen herrscht jedenfalls höchste Alarmbereitschaft. So verfasste FCF-Multifunktionär und Stadionsprecher Dirk Schwarz auf der Homepage einen flammenden Appell an die Frickenhausener Fangemeinde. Der FCF stehe „vor einem echten Endspiel“, er hoffe, dass „möglichst viele kommen, um das Team und damit den überregionalen Fußball in Frickenhausen zu unterstützen“. Nervenkitzel somit auch im Stadion Tischardt-Egart. Gelingt dem FCF (Schwarz: „Unser Club ist Herz und Leidenschaft“) der Ligaverbleib, ist der Verein nach dem Abstieg des VfL Kirchheim die unumstrittene neue Nummer eins des Altkreises Nürtingen – es sei denn, dem TSV Weilheim gelingt via Relegation der Aufstieg in die Verbandsliga.

VfL-Duo nach Echterdingen?

Nach unbestätigten Informationen sollen zwei Kirchheimer Spieler den VfL Richtung Landesligist TV Echterdingen verlassen. TVE-Coach Aleksandar Kalic will zwar keine Namen nennen, verrät aber, dass das Duo unter ihm beim VfL in der A-Jugend gespielt habe – Kalic war bis Dezember Kirchheimer Jugendtrainer, ehe er nach Echterdingen wechselte.pet